Zur Besten Bänd der Welt nach Düsseldorf

Das frühe Aufstehen geht mir auf die Nerven. Und blöderweise habe ich auch noch vergessen, den Wecker etwas später zu stellen, so dass ich 30 Minuten früher wach werde als nötig: 06:05 Uhr. Ätzend. Aber was tut man nicht alles für Die Beste Bänd der Welt! Das Geschirr von gestern spülen (Vor lauter Plants vs. Zombies geriet das in Vergessenheit …), Kaffee trinken, duschen, Tasche Packen, Sauwetter verfluchen, anziehen, Haare fönen und los!

Auf geht's!

Auf geht’s!

Die Tram ist um diese Zeit fürchterlich voll, der Zug nach Mainz ist aber halbwegs erträglich gefüllt. In Groß Gerau erfolgt die Fahrkartenkontrolle. Die Dame wirft nur einen flüchtigen Blick auf mein Online-Ticket, die BahnCard will sie gar nicht sehen und abknipsen will sie mein Ticket auch nicht, „das machen alles die Kollegen im IC.“ BahnCard! Ach du Scheiße! Mir fällt wieder ein, dass ja ab morgen die aktuelle BahnCard ungültig ist und ich die neue benötige. Habe ich diese dabei? Hektisch durchsuche ich mein Gepäck, aber auch nach der dritten Runde suchen taucht sie nicht auf. Fuck!

Auf der Webseite der Bahn steht, ich müsse die Ersparnis, die ich durch die BahnCard hatte, nachzahlen. Die Zugbegleiterin im IC erzählt ungefähr dasselbe, allerdings mit dem Zusatz, dass ich ja vielleicht Glück habe und der Kollege morgen gnädig gestimmt darauf verzichtet. Nunja. Die Ersparnis beträgt 8,25 Euro, das kann ich gerade noch verkraften. Ich könnte mir sogar die Nachzahlung gegen Vorlage der BahnCard und des Tickets sowie der Nachzahlungsquittung erstatten lassen. Man würde dann lediglich eine Gebühr in Höhe von 7,00 Euro erheben. Ich glaube, darauf kann ich dann auch verzichten.

Entspannt setze ich die Fahrt von Mainz nach Duisburg fort und betrachte die wolkenverhangene Landschaft. Es wird warm im Waggon, zu warm. Selbst im T-Shirt fühlt es sich noch an wie Sauna. Alle Anwesenden schimpfen bereits vor sich hin. Und es dauert eine ganze Weile, bis die Heizung wieder abgestellt wird. Noch länger dauert es, bis sich ein Zubegleiter blicken lässt. Das Rentner-Ehepaar am Nebentisch beschwert sich bzw. bittet darum, die Heizung doch nicht mehr so hoch zu drehen und auf einigermaßen erträgliche Temperaturen zu achten. „Okay. Wenn hier Bananen wachsen, sagen Sie nochmal Bescheid!“ Soweit die Einlassung des entschwindenden Zugbegleiters.

Umsteigen in Duisburg

Umsteigen in Duisburg

Umsteigen in Asitown aka Duisburg. Es fühlt sich irgendwie falsch an, nicht in Köln auszusteigen. Für einen kurzen Moment war ich versucht, meine Tasche zu schnappen und aus dem Zug zu springen. Immerhin wären bei mir die Folgen nicht ganz so dramatisch wie neulich bei Schatzi.

In Duisburg ist es saukalt und nass. Der RE11 hat auch noch ein paar Minuten Verspätung. Außerdem riecht es verlockend gut nach Currywurst. Aber ich bleibe standhaft und frierend an Gleis 4 stehen bis der RE kommt. In Krefeld nicht auszusteigen fühlt sich übrigens genauso falsch an. Die Toilettentür ist defekt. Man hat zwei Optionen: Bei weit geöffneter Türe pieseln oder verkneifen. Ich entscheide mich trotz der Verspätung für letzteres. Immerhin raucht bei nicht schließender Toilettentüre keiner auf dem Klo.

Die Raucher-Lounge des RE11

Die Raucher-Lounge des RE11

Schatzi und ich gehen erst einmal einkaufen, schließlich müssen wir uns ja für heute Abend stärken. Es gibt Tortellini. Der Speiseplan für Donnerstag steht auch schon fest: Shepherd’s Pie. Wie gut, dass uns auf dem Heimweg dann auch schon einfällt, dass wir Tortellini hätten kaufen sollen. Wir gehen trotzdem erst heim, die Einkäufe wegbringen, Schatzi läuft danach noch einmal los, während ich mir einen Kaffee mache und das Tigerkatzitatzi begrüße.

Ein bisschen quatschen, ein bisschen spielen, Essen machen, bald geht’s los! Um 17:00 Uhr sind wir in Krefeld verabredet, von dort aus fahren wir mit dem Auto nach Düsseldorf zum Konzert von Die Ärzte.

Donnerstagmittag. Wir haben zu wenig geschlafen und die Halsschmerzen sind auch noch nicht ganz weg. Das Essen war sehr gut, Schatzi muss mir Geld leihen wegen der vergessenen BahnCard. Ansonsten passiert an diesem Tag nicht viel. Um 16 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Es ist merkwürdig, mal wieder in der Dämmerung loszufahren. Das gab’s zuletzt während der entgegengesetzten Pendlerzeit.

Bis Köln verläuft alles ruhig. Am Kölner Hauptbahnhof herrschen nicht nur die übliche Hektik und Betriebsamkeit, es ist auch alles voller singender Fußballfans. Auch wenn ich dem Fußball nicht viel abgewinnen kann, die mehrstimmigen Gesänge in der besondere Akkustik des Bahnhofs klingen gar nicht so schlecht.

„Der IC2329 trifft wenige Minuten später ein“, ertönt die unpräzise Durchsage um 17:48 Uhr aus den Lautsprechern. Zu dieser Zeit sollte der Zug eigentlich schon in Gleis 7 stehen. Erst als der IC Köln wieder verlässt, erfahren wir Dank der Durchsage im Zug, dass wir „aufgrund der Verspätung eines vorausfahrenden Zuges vier Minuten verspätet“ sind.

Die Fahrt ist langweilig. Der Zugbegleiter gibt sich auch mit meiner alten BahnCard und meiner Entschuldigung zufrieden. Draußen ist es stockdunkel und die Scheiben spiegeln ziemlich stark. Man sieht gar nichts. Ich sitze rum, starre vor mich hin und leide unter meinen Halsschmerzen. Ich bin einfach nur froh, wenn ich endlich zuhause bin und hoffentlich schlafen kann. Morgen klingelt wieder um 06:05 Uhr der Wecker …

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