Besuch bei unserem Schloss 2014

Drei Jahre dauert der Lebensabschnitt mit dem aktuellen Lebensabschnittsgefährten nun schon. Dieses kleine Jubiläum nutzte ich als Anlass, mal wieder einen Kurztrip zu organisieren. Und da wir vor zwei Jahren, als ich zu ihm nach Darmstadt zog, ein Schloss an die Hohenzollernbrücke in Köln hängten, fand ich die Idee famos, dieses Schloss zu (be-)suchen (und hoffentlich auch zu finden).

Die Zugverbindung, die ich gebucht hatte, startete schon um 07:40 Uhr am Hauptbahnhof Darmstadt. Wir stehen in letzter Zeit eh immer um 6 Uhr auf, da können wir uns auch früh auf den Weg nach Köln machen. Das Frühstück zuhause fiel aus, stattdessen holten wir am Bahnhof einen Coffee to go und Butterbrezen, die im Zug nach Mainz verspeist wurden. In Mainz stiegen wir um in den ICE, mit dem wir ganz gemütlich am Rhein entlang fuhren. Ich liebe diese Strecke immer noch, auch wenn es eine Stunde länger dauert, als über die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Frankfurt nach Köln zu rasen. Und da wir das Tablet vergessen hatten, auf dem wir sonst immer Carcassonne oder Catan spielen, wenn wir unterwegs sind, konnten wir uns endlich mal wieder die Landschaft ansehen. Vor lauter Smartphone- und Laptop-Stress hat man heutzutage ja eher selten Zeit und Gelegenheit für solche Dinge. ;)

In Köln angekommen begaben wir uns als erstes zur Hohenzollernbrücke und suchten unser Schloss. Kein einfaches Unterfangen, da hängen ja nicht gerade wenig Schlösser.

Wir wussten natürlich ungefähr, wo wir vor zwei Jahren das Schloss festgemacht haben, aber trotzdem war es eine ziemliche Sucherei. Nach ungefähr einer halben Stunde hatten wir es dann gefunden. Und ich glaube, wenn ich mich nicht mehr daran erinnert hätte, dass es direkt neben einem grünen Schloss hängt, dann hätten wir es vermutlich niemals gefunden, denn mittlerweile hingen da so viele, dass unser Schloss von anderen verdeckt war.

schloss

Danach umrundeten wir den Kölner Dom, das wohl schönste gotische Bauwerk, das unser Land zu bieten hat. 1880 wurde der Dom vollendet, danach begannen die Restaurationsarbeiten. Leider habe ich ihn noch nie ohne Baugerüst gesehen – und ich habe den schon oft gesehen! Zurzeit trägt er nicht nur Gerüst, sondern hat auf der Rückseite auch noch eine riesige Baustelle. Die Domumgebung soll neu gestaltet werden und es macht nur wenig Vergnügen, vom Dom zum Rhein zu laufen. Aber dennoch haben wir es geschafft, einmal rundherum zu kommen.

Anschließend gingen wir frühstücken, ganz spießig im Café Reichard gegenüber vom Dom.

fruehstueck

Absolut sehenswert sind übrigens die Toiletten dort. Die Kabinen sind mit Glastüren ausgestattet, die zu Milchglastüren werden, sobald man sie von innen verriegelt. In der Kabine links ist jemand drin, die anderen beiden Toiletten sind augenscheinlich frei.

toiletten

Da ich zurzeit bekanntlich nicht besonders fit und belastungsfähig bin, schieden Aktionen, die den ganzen Tag Rumlaufen erforderlich machten, eher aus. Daher sah der Tagesplan eine Rundfahrt mit CityTour, wo wir ein Hop-On/Hop-Off-Ticket erwarben, weil wir außerdem auf den KölnTriangle wollten, um uns die Domstadt von oben anzusehen.

citytour

Während der Fahrt erzählte ein Fremdenführer, was wir gerade zu sehen bekommen und ein wenig zur Geschichte dazu. Ich habe nicht alles photographiert, denn Bilder aus einem fahrenden Bus heraus sind ja meistens nicht so wahnsinnig toll und haben eher einen ideellen Wert als dass sie geeignet wären, sie anderen zu präsentieren. Aber ein paar Photos sind einigermaßen gelungen und Dank Internet findet man heutzutage auch gut raus, was man gestern gesehen hat.

Am Neumarkt, dem Geburtsort der Rosenmontagszüge, fallen die Gebäude von zwei Mode-Anbietern ins Auge: die Eistüte von Claes Oldenburg und das Weltstadthaus. Auf dem kleinen Platz vor der Kirche St. Aposteln stand ein Wagen vom WDR-Radio herum, an der Wand hing ein großer Lautsprecher. Ob beides in Zusammenhang steht, weiß ich nicht. Von der Kirche sind Dank der roten Ampel auch zwei Bilder etwas geworden.

Als nächstes passieren wir die Feuerwache 1

feuerwache1

In Köln sieht man noch an einigen Stellen Teile der mittelalterlichen Stadtmauer, insbesondere die Türme der ehemaligen Stadttore. Leider waren die meisten davon auf der anderen Seite des Busses und ich hatte wenig Lust, mich jedesmal auf die Sitzplätze auf der anderen Seite des Ganges zu werfen, um dann doch das Motiv zu verpassen. Daher habe ich nur Bilder von einem Stück Stadtmauer und dem Bayenturm, in dem Frau Schwarzer unsere Steuergelder verschwendet (hat).

Ein Stück weit fuhren wir am Rhein entlang. Dabei wurde uns natürlich der Rheinauhafen mit den Kranhäusern präsentiert.

Im Rheinauhafen steht auch das RheinauArtOffice, in dem die Firma Microsoft ihren Sitz hat.

Und zwischen der ganzen modernen Architekturschlacht findet sich auch noch das alte Kölner Hafenamt, in dem bis Ende April dieses Jahres noch die Häfen und Güterverkehr Köln AG ihre Verwaltung hatte. Zurzeit sind dort Büroflächen zu vermieten. Halb alt, halb modern ist das Gebäude, in dem sich das Schokoladenmuseum befindet. Davor steht am Rheinufer der Malakoffturm

Vorbei an der Südbrücke, die zweite Kölner Eisenbahnbrücke, die aufgrund des ähnlichen Aussehens auch „Die kleine Hohenzollernbrücke“ genannt wird, drehten wir noch eine Runde.

suedbruecke

Dabei kamen wir am Overstolzenhaus, dem einzigen erhaltenen Patrizierhaus in Köln vorbei, passierten den Heumarkt und ließen St. Maria Lyskirchen, die kleinste der großen romanischen Kirchen in Köln, und auch das Senfmuseum rechts liegen.

Irgendwo auf dem Weg durch die Altstadt ist mir das Schild eines Waschsalons aufgefallen:

Koelns_schneller_Waschsalon

Damit hatten wir die Altstadt „abgearbeitet“ und überquerten den Rhein über die Severinsbrücke. Als Niederrheiner fühlt man sich rechtsrheinisch immer etwas unwohl. Und auch in Köln ist die rechte Rheinseite die Schäl Sick. Nicht einmal die Alten Römer wollten dorthin. ;)

Bahnhof_Deutz

Auf der anderen Rheinseite ist der Bahnhof Köln Messe/Deutz und eine CityTour-Haltestelle, an der wir ausgestiegen sind. Wir wollten schließlich auf den KölnTriangle, um die Aussicht zu genießen.

Mehr als ein Schild an der Türe gab es für uns aber leider nicht zu sehen:

Wartungsarbeiten

Wie ärgerlich! Ich fluchte und motzte und regte mich furchtbar auf, musste allerdings feststellen, dass das auch nichts an der Situation änderte. Der nächste CityTour-Bus sollte erst eine Stunde später kommen, daher überlegten wir, wie wir die Zeit nun totschlagen könnten. Außer dem Bahnhof Messe/Deutz war da nämlich weit und breit nichts von Interesse. In Ermangelung einer originelleren Tätigkeit gingen wir zur Hohenzollernbrücke und machten noch ein paar Photos.

Damit der Anblick der Schäl Sick für die linksrheinischen Kölner erträglicher wird, baut man schon seit ein paar Jahren an einer Tribüne zum neidvollen Herüberblicken für die Rechtsrheiner, einem Rheinboulevard.

Außer dem weltbekannten Dom hebt sich auch der Turm von Groß St. Martin aus der Stadtsilhouette hervor.

Mit dem nächsten CityTour-Bus setzen wir unsere Rundfahrt fort. Nachdem wir noch ein Einkaufszentrum und die Lanxess-Arena im Vorbeifahren bestaunen durften, geht es über die Zoobrücke wieder auf die richtige Rheinseite zurück. Entlang der Zoobrücke führt auch Kölns Seilbahn.

Das ist auch wieder so ein Ding, wo ich einerseits gerne mal mitfahren würde, mir andererseits aber ins Hemd machen würde, spätestens wenn nur noch Wasser unter uns ist. Mir wurde ja seinerzeit in der Wuppertaler Schwebebahn schon recht mulmig.

An unserer nächsten Station befanden sich der Zoo und die Flora. Im Kölner Zoo war ich leider noch nie, der steht aber auf unserer Agenda der noch zu bereisenden Orte.

Auf der Fahrt zurück zum Dom konnte ich noch einen Blick auf Colonius und St. Gereon erhaschen.

Wenn man früher mit dem Zug von Norden nach Köln fuhr, kam man an einer großen 4711-Leuchtreklame vorbei. Die gibt es wohl schon lange nicht mehr. Und auch die 4711-Reklame in der Verglasung über den Gleisen ist nicht mehr da. Aber das Stammhaus in der Glockengasse gibt es noch und daran fährt man mit den Touristen natürlich vorbei.

Köln ist die Stadt der Baustellen und der Bauzäune. Ich glaube, ich habe noch nie so eine geballte Ansammlung von Baustellen gesehen wir auf unserem Trip durch die Domstadt – außer vielleicht in Berlin kurz nach der Wende, als ganz Berlin ein riesiger Sandkasten war. Und anscheinend sieht der Kölner Baustellen und Bauzäune gerne, denn anders lässt sich die Anordnung der Liegestühle kaum erklären. ;)

Gemuetliche_Sitzanordnung

Unsere Rundfahrt war fast zu Ende, aber vorher hielten wir noch kurz beim Römerturm, bevor wir am Kölnischen Stadtmuseum mit dem Flügelauto auf dem Dach vorbei sausten.

Faszinierend war übrigens, durch was für enge Straßen und Gassen der Bus fuhr. So manches Mal hatte ich ernsthafte Bedenken, ob das gut geht. Aber wir haben die Fahrt tatsächlich unfallfrei überstanden.

Die letzte Enge Gasse (Bild rechts) führt dann auch wieder direkt auf den Dom zu, der sich jetzt noch einmal vor blauem Himmel in seiner ganzen Schönheit vor uns aufbaut.

Koelner_Dom

Da wir uns an die Anweisungen des folgenden Schildes, das an jedem Sitz im Bus angebracht war, gehalten haben:

kopf_verlieren

haben wir auch nicht den Kopf verloren. Allerdings haben wir bei unserer Dom-Umrundung jemanden gesehen, der sich wohl nicht an das Schild gehalten hat. ;)

Kopf_verloren

Aufgrund meiner körperlichen Verfassung hatte ich die Rückfahrt für 16 Uhr geplant. Jetzt tat es mir fast ein wenig leid, denn ich wäre gerne noch ein oder zwei Stunden geblieben und hätte mir das eine oder andere noch genauer angesehen. So blieb nur noch einmal einen Blick über die Domplatte schweifen zu lassen,

um dann nach dem Verzehr einer lebenserhaltenden Currywurst, wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, Gleis 7 aufzusuchen. Dort angekommen sollten wir feststellen, dass unser Zug voraussichtlich 25 Minuten Verspätung haben sollte. Der Mitarbeiter im Service hob unsere Zugbindung auf und wir durften mit dem ICE nach Frankfurt Flughafen fahren.

Der ICE war ziemlich voll, lediglich Wagen 21, der für Lufthansa-Reisende reserviert war, war fast leer. Auf Nachfrage erlaubte man uns, dort Platz zu nehmen. Als wir Köln verließen, wurden wir über Lautsprecher als Reisende der Lufthansa willkommen geheißen. Auch nicht schlecht. Trotzdem nahmen wir am Flughafen keine Boing, sondern den Bus nach Darmstadt. Obwohl … Ich wäre ja gerne …

Ein Gedanke zu „Besuch bei unserem Schloss 2014

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