Besuch im Büro und bei den Pferden

Manchmal habe ich dieses frühe Aufstehen so satt, nur der Kater freut sich bei der Aussicht auf ein frühes Frühstück. Ich schleppte meinen Kadaver wie gewöhnlich erst in die Küche zum Kaffee, dann unter die Dusche, dann nochmal in die Küche zum Kaffee und dann zur Tram-Haltestelle. Die Tram war pünktlich und der ICE, der mich von Darmstadt nach Düsseldorf brachte, ebenfalls.

Diesmal musste ich nicht in Köln umsteigen, sondern in Düsseldorf. Das gab mir 1,5 Stunden Zeit zum Arbeiten. In Düsseldorf hatte ich auch noch ein wenig Zeit, die ich nutze, um mir im Drogeriemarkt am Bahnhof Nagellackentferner und neuen Nagellack zu kaufen. Dann ging es weiter ins Büro.

Der Weg dahin ist unangenehm wie üblich, alles ist voller Müll, Hundekot, Menschen rotzen auf den Boden, runtergekommene Häuser und ausländische Nummernschilder auf den alten Autos – die übliche Ausstattung eines sozialen Brennpunktes. Wenigstens ist die Kollegin schon da und der Kaffee fertig. Wir quatschten noch ein wenig über die soeben zuende gegangenen Ferien, dann legten wir los. Ziemlich zügig kamen wir mit dem veranschlagten Arbeitspensum durch, so dass wir etwas früher Feierabend machen konnten.

Das darkinchen holte mich mit dem Auto ab und wir fuhren zu dem Stall, wo der Fellarsch von Familie Bei uns in Fischeln seinen Wohnsitz hat. Dort wohnt er nun seit Sommer letzten Jahres und scheint sich dort sichtlich wohl zu fühlen. Heute war Arbeit unter der Bereiterin angesagt, die er zunächst etwas widerwillig, später dann aber doch zufriedenstellend erledigte. Das Tier war definitiv erwachsen geworden, so viel konnte ich feststellen.

In Memoriam der alten Zeiten gab es Kaffee und Gebäck. Manchmal vermisse ich die Nachmittage im Stall, am Reiterstübchen sitzen, das Geschehen kommentierend, oder Stallarbeiten erledigen oder die Pferde versorgen.

Anschließend ritt das darkinchen noch ein wenig. Seit der Knie-OP kann die ja nicht mehr regelmäßig und auch nicht lange reiten. Danach sahen wir uns noch im Stall und auf dem Gelände um. Alles in allem wohnt der Fellarsch dort recht hübsch und seiner Art und seinem Wesen entsprechend. Das Firlefanz-Highlight ist aber die Führanlage. Da gerade kein Pferd drin war, sind das darkinchen und ich eine Runde gelaufen. ;)

Als nächstes fuhren wir alle vier zu Frau Sauerbraten.

Auch die möchte ab und zu besucht und mit Möhren versorgt werden. Aufgrund der kaputten Beine hat das Tier ja sonst nichts Wichtigeres zu tun, als auf der Wiese rumzustehen und gut auszusehen. Letzteres ist derzeit etwas schwierig, da die Gute ihr Winterfell verliert und dadurch etwas zerzaust und zerrupft aussieht, wie frisch aus dem Bett gekommen.

Anschließend fuhr Familie Bei uns in Fischeln heim und wir zum Einkaufen. Der Freund vom darkinchen wollte mit ein paar Freunden und uns Essen gehen, aber mir war nicht danach. Ich war froh, wenn ich auf der Couch liegen konnte und mein Bauch wäre auch nicht angetan von spanischem Essen zu später Stunde. Daher verzichteten wir, machten uns zuhause etwas zu essen und ließen die Jungs alleine auswärts dinieren. Wir gammelten noch ein wenig vor der Glotze herum und gingen relativ früh zu Bett.

Am nächsten Morgen musste ich schon wieder früh aufstehen. Die beiden hatten Frühschicht, weswegen der Freund schon um 04:30 Uhr und das darkinchen um 05:00 Uhr aufstand. An Schlaf war dann natürlich nicht mehr zu denken. Als ich alleine war, machte ich mir die dritte Tasse Kaffee und ein wenig in des darkinchens Küche sauber. Was hätte ich auch sonst in einer fremden Wohnung so lange tun sollen? Dann ging ich duschen, frühstückte, packte meine Tasche und machte mich auf den Weg in die Niederrhein-Bronx, wo der nächste Bürobesuch anstand.

Ich hatte mich entschieden, eine Verbindung mit Umsteigen in Mönchengladbach zu nehmen, da ich sonst entweder viel zu früh oder etwas zu spät im Büro angekommen wäre. Die Bahnen fahren bekanntlich ja nie, wie man sie braucht. ;)

In Mönchengladbach war die Anzeige ein wenig verwirrt. Glücklicherweise wähnte sich der Lokführer aber noch nicht im Feierabend, sondern brachte mich pünktlich nach Krefeld.

Im Büro ging es heute schnell. Da der Chef unpässlich war, hakten wir die Tagesordnungspunkte schnell ab. Dann kümmerte ich mich noch um einen der PCs und dann machte ich mich auch schon wieder auf den Heimweg.

Mein Weg führte wieder über Düsseldorf. Dort kam ich pünktlich an und pünktlich wieder weg. Und weil die Anzeige kaputt war, gibt es nicht noch ein – vermutlich eher langweiliges – Zuganzeigenphoto, sondern erst wieder eins aus dem Zug. ;)

Der Fahrer fuhr flott und war, man glaubt es kaum, sechs Minuten zu früh in Frankfurt! Wahnsinn!

Ich machte noch schnell das Photo, dann sprang ich aus dem Zug. Dort hatte ich keine Lust mehr, mit dem nächsten ICE zum Hauptbahnhof und dann mit dem Regionalzug nach Darmstadt zu fahren. Kurz entschlossen lief ich zum AIRliner und fuhr mit dem.

Mich überkamen allerdings Zweifel, ob das die beste Idee war.

Wir fuhren früher als die übliche Strecke von der Autobahn runter mit der Durchsage: „Stau am Darmstädter Kreuz wie jeden Tag. Wir fahren jetzt in Weiterstadt runter und dann über Riedbahn und den Eifelring.“ Es folgte ein Gewirr von Tempo-30-Zonen und wie von Zauberhand gelenkt, waren wir wieder auf der richtigen Fährte. Erstaunlich.

Auf der Karte sieht die Strecke auch gar nicht mehr so verwirrend aus. Ohne Karte würde ich sie allerdings niemals wiederfinden. ;)

Am Luisenplatz waren wir mit ein paar Minuten Verspätung und ich musste rennen, um die Tram zu bekommen. Um zehn nach Fünf war ich zur Freude des Katers wieder zuhause und stopfte ihn mit Leckerlis voll. :)

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