Büro, Büro

Der monatliche Bürobesuch war fällig. Und wie auch beim letzten Mal, waren wieder zwei Tage angesetzt mit Übernachtung beim darkinchen. Ich war ziemlich fertig, als Montagmorgen der Wecker klingelte. Das war nicht weiter verwunderlich angesichts des ausgesprochen stressigen Wochenendes zuvor, an dem wir Besuch hatten, um den Geburtstag des Lebensabschnittsgefährten zu zelebrieren.

Wenigstens verlief die Fahrt ohne Zwischenfälle und ich kam pünktlich an. Nach der üblichen Teamsitzung hatte ich noch eine weitere Besprechung mit unserem Geschäftsführer und dem Vereinsvorstand, bevor ich dann um 16 Uhr endlich in die niederrheinische Zuckerrübensteppe fahren konnte.

Ich Depp hatte beim Ticketkauf völlig vergessen, dass ich ja von der Niederrhein-Bronx noch nach Erkelenz und zurück fahren musste und hatte mir nur ein Ticket Darmstadt – Krefeld – Darmstadt geholt. Normalerweise kaufe ich immer eines von Darmstadt über Krefeld nach Erkelenz mit x Stunden Aufenthalt. Das kostet dasselbe. Jetzt musste ich mir am Montagnachmittag und am Dienstagmorgen jeweils ein Ticket für knapp 10 Euro kaufen. Eine Menge Lehrgeld.

Erstmalig nutzte ich hierfür die DB-App. Das Kaufen der Tickets ist damit recht komfortabel. Das Vorzeigen im Zug funktioniert so einigermaßen – wenn man den Stromsparmodus aus und das Display etwas heller macht.

Das darkinchen holte mich am Bahnhof ab. Wir mussten anschließend nochmal kurz einkaufen, was wir zu Fuß erledigten. Dann machten wir uns etwas zu essen. Ihr Freund war noch unterwegs und kam später hinzu. Allerdings hatte er Nachtschicht, weswegen wir schnell wieder alleine waren. Wir verbrachten den Abend in Memoriam früherer Zeiten und spielten einige Runden SkipBo. Als wir noch zusammen wohnten, gabe es eine Zeit, wo wir das bis zum Erbrechen gespielt haben und dem auch nicht müde wurden.

Am nächsten Morgen musste ich relativ früh wieder los. Das darkinchen war mit mir aufgestanden und leistete mir beim Kaffee Gesellschaft. An diesem Tag sollten die beiden ihre neue Couch geliefert bekommen. Aus diesem Grund half ich dem darkinchen noch schnell, die alte Couch ins Gästezimmer zu schleppen. Dann musste ich allerdings auch schon los. Meinen Zug nach Krefeld erwischte ich so gerade eben noch.

Im Zug waren ein paar Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die – so konnte ich es den Unterhaltungen entnehmen – allesamt vor kurzem mit der Schule fertig geworden waren und nun zu studieren begonnen hatten. Die Situation für angehende Studenten scheint echt krass zu sein. Alle waren sich darin einig, dass wenn man kein Einser-Abi hat, dass man dann kaum Chancen auf einen Studienplatz hat. Offenbar ist das Abi nichts wert. Eine andere beschwerte sich, dass ihr Studienplatz nicht in der Nähe des ursprünglichen Wohnorts läge, sondern noch schlimmer, außerhalb von NRW. Ihr Semesterticket sei daher in NRW nicht gültig.

Die stiegen vor mir aus und ich fuhr weiter ins Büro. Meine Kollegin und ich arbeiteten ziemlich flott und intensiv zusammen. Dann hatte ich noch eine Besprechung und anschließend machte ich mich auf den Heimweg.

Laut Ticket hätte ich nach Düsseldorf und von dort mit einem Regionalzug nach Köln fahren sollen. Darauf hatte ich aber keine Lust. Ich stieg in den nächsten RE 7 nach Köln, stieg am Hauptbahnhof aus und bummelte dort durch die Läden. Ich hatte keine Lust darauf, irgendwo zu sitzen und zu warten. So eine Tour durch die Geschäfte fand ich gerade viel entspannender. Um 15:14 Uhr ging mein Zug ab Köln Messe/Deutz, der ungemütliche Bahnhof mit dem hässlichen Sichtbeton, zu dem ich mit der S-Bahn fuhr.

Ich war müde und nicht fähig, während der Fahrt irgendetwas zu tun. Ich saß am Fenster und starrte vor mich hin. Am Frankfurter Flughafen musste ich in einem anderen ICE umsteigen, der mich zum Frankfurter Hauptbahnhof brachte.

Auch der ICE war fertig mit diesem Tag. Ich nahm die Regionalbahn nach Darmstadt und die Tram nach Hause. Couch. Abendessen. Bett.

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