Bürobesuch mit Abstecher zum darkinchen

Wie üblich war am Ende des Monats der Besuch im Büro fällig. Als der Wecker morgens um Fünf klingelte, verfluchte ich diese Home-Office-Scheiße mit den monatlichen Teamsitzungen. Der Kater war auch einigermaßen irritiert und blieb erstmal im Bett liegen. Ich wankte in die Küche und machte mir einen Kaffee.

Nachdem das übliche Morgenritual abgehandelt war, machte ich mich auf den Weg zur Tramhaltestelle. Das Klapprad ließ ich diesmal zuhause, da es bei meinem Ausflug in die Niederrheinische Zuckerrübensteppe nur hinderlich sein würde. Zu allem Übel regnete es auch noch. Immerhin hatte ich so lange rumgetrödelt, dass ich an der Haltestelle nicht lange warten musste, sondern die Tram sofort kam. Und auch am Bahnhof dauerte es höchstens eine Minute, bis der ICE bereitgestellt wurde.

Allerdings hatte man vergessen, den bereitgestellten ICE komplett einzuschalten. Im Inneren des Zuges war noch das Nachtlicht an. Das blieb auch bis Frankfurt Flughafen so. Lesen war kaum möglich in der Schummerbeleuchtung. Wach bleiben war ebenfalls schwierig. In Frankfurt wurde nicht nur das Licht eingeschaltet, auch stiegen noch einige Fahrgäste zu. Langsam füllte sich der Zug.

Kalt und zugig war es in dem ICE. Ich hatte zwei Pullover an, um mich herum saßen Leute in ihren Winterjacken. Nur ein Typ fiel ein wenig aus der Rolle und saß im kurzärmeligen Hemd am Fenster. Früher zu Stallzeiten hätte mir das auch passieren können, da war ich abgehärtet. Jetzt bin ich nur noch Frostbeule, was sich auch bei unseren Fahrradtouren immer bemerkbar macht. Da brauche ich meist zwei bis drei Tage, bis ich mich daran gewöhnt habe, immer draußen zu sein. Und da wir in der Regel nur Kurztrips starten, lohnt sich die Akklimatisation nicht wirklich.

Hinter Limburg versank die Welt wie so oft im Nebel. Und diesen bei 300 km/h aus dem Zugefenster zu photographieren, überforderte den Autofokus restlos. Manchmal frage ich mich, ob die hier oben überhaupt wissen, dass da unten im Tal auch Menschen leben. Sehen kann man es ja nicht. Egal, wann ich hier durch fahre und ob mit dem Zug oder mit dem Auto, hier ist es immer neblig.

Ich hatte bei der Buchung des Tickets nicht aufgepasst, welche Verbindung die Bahn mir rausgesucht hatte. Überlicherweise stieg ich ja in Köln Messe/Deutz um. Diesmal fuhr ich allerdings über Duisburg. Umsteigen in Asitown hatten wir ja schon lange nicht mehr. Ich hatte drei Minuten Zeit, von Gleis 13 zu Gleis 1 zu traben, um einen Anschlusszug früher als geplant zu erwischen. Der Frühsport war damit für diesen Morgen auch erledigt.

In Krefeld hat die Sonne sonst nicht viel zu lachen. Daher strahlt sie, wenn sie mich sieht.

Unsere Besprechung war halbwegs pünktlich zuende. Ich fuhr anschließend mit dem Zug in die Niederrheinische Zuckerrübensteppe zum darkinchen. Unterwegs musste man fürchten zu ertrinken, da wohl die Toilette im Zug undicht war. Es hatte etwas Meditatives, den Wassermassen analog zum Anfahren und Bremsen beim Hin- und Herschwappen zuzusehen.

Das darkinchen holte mich mit dem Auto vom Bahnhof ab. Den Nachmittag verbrachten wir im Wesentlichen mit quatschen, essen und spielen. Bei letzterem zeigte sich mal wieder das typische dark*sche Glück: Kniffel im Schuss, ungültig da Türmchen. Ganz toll!

In der Nacht hatte ich kaum geschlafen. Der Hamster drehte ohne Unterlass bis 3 Uhr morgens im quietschenden und wimmernden Laufrad seine Runden. Gegen 3 Uhr stampfte das genervte darkinchen zum Käfig und nahm dem Tier sein Fitnessgerät ab. Ich stand auf und ging zur Toilette. Dann döste ich gerade vor mich hin, kurz vor dem Einschlafen, als die Katze laut buddelnd zur Toilette ging. Um 5 Uhr stand der Freund des darkinchens auf und verließt kurz darauf das Haus. Um 6 Uhr rangierte die Müllabfuhr vor dem Haus herum. Ich sehnte mich nach meiner ruhigen Großstadt zurück.

Nach dem Frühstück arbeitete ich ein wenig, dann fuhren wir einkaufen. Ganz oben auf der Prioritätenliste stand der Haribo-Store in Neuss. Ich brauchte noch einen Kalender für 2018 und traditionell ist der bei mir schon seit Jahren mit Gummibärchen bedruckt. Und wenn man schonmal da ist, kann man ja auch ein paar Kilo Kilokalorien mitnehmen. Dann schauten wir noch nach Schuhen und Klamotten, besorgten ein paar Überlebensmittel und fuhren nach Hause zurück.

Wir packten die Sachen, denn am Nachmittag, wenn der Freund von der Arbeit zurück war, wollten wir wieder nach Darmstadt fahren. Da sich die beiden Haustiere hier zum Fressen gern haben und eine sichere räumliche Trennung derzeit nicht möglich ist, beschlossen wir, vorsichtshalber eines davon mitzunehmen. Da sich ein Hamster im Gegensatz zu einer Katze ohne Blutverlust verpacken lässt, hatte das Mini-Fellknäuel die Arschkarte gezogen. Wir packten sie in die Transportbox, die neben mir auf der Rückbank deponiert und – Safety first! – angeschnallt wurde. Den Kofferraum stopften wir voll mit Kram und Zeug, was man halt in zwei Tagen möglicherweise gebrauchen könnte, dann fuhren wir los.

Es war relativ voll auf den Autobahnen und da, wo sonst immer Nebel herrscht, fiel Schnee. Eine Weile ging es hinter einem Streufahrzeug her. Als der Schnee dichter wurde, fuhr dieses allerdings von der Autobahn ab und wir waren auf uns allein gestellt.

Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann sind es zähfließender Verkehr oder sogar Stau rund ums Mönchhof-Dreieck. Aber glücklicherweise dauert es hier fast nie allzu lange, bis es wieder weiter geht. Um halb Acht waren wir endlich zuhause, machten Abendessen und versorgten das Hamstertier, das in unserem „kleinen Zimmer“, unser viertes Zimmer, das in erster Linie als Kleider- und Abstellzimmer dient, wohnen sollte. Dort war das Tier sicher vor der Katze und hatte seine Ruhe. Und mein Haribo-Kalender musste natürlich auch sofort aufgehangen werden.

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