Tod dem Broiler-Friseur!

Soul und ich müssen zum Friseur, dringend! Ich hasse Frieseurbesuche, lasse mich aber dennoch breit schlagen, weil eine zu lang geratene Kurzhaarfrisur unvorteilhaft und lästig ist und ich mittlerweile frappierende Ähnlichkeit mit einem Vileda-Wischmop habe.

Zuerst bin ich dran. Waschen lassen will ich sie nicht. Ich habe vorhin geduscht, sauber sind sie also, zudem hasse ich das Waschen beim Friseur noch mehr als das Schneiden. Billiger ist es außerdem. Ordnungsgemäß werde ich gefragt, was denn gemacht werden soll. „Nachschneiden“, sonst nichts. „Wieviel?“ Ich antworte zwei bis drei Zentimeter, sie nimmt eine Strähne, setzt die Schere an, fragt: „So?“, es macht: „Schnipp!“, und sie schneidet im selben Moment ab. Oh Gott! Was hat die getan?! Die hat nicht zwei Zentimeter abgeschnitten sondern stehen gelassen! Auweia. Alle Proteste sind jetzt zu spät, meine gesamte Haarpracht muss dieser unglückseligen Strähne angepasst werden. Ich bin fassungs- und sprachlos!

Irgendwann ist sie mit schneiden und ich mit den Nerven fertig. Sie erwartet ernsthaft einen Kommentar zu meinem Spiegelbild, den ich mir aber beim besten Willen nicht abringen kann. Ich sehe aus wie die Kreuzung zwischen der Karrikatur einer absolut klischeehaften Hardcore-Lesbe und dem frischgeschnittenen Wimbledon-Rasen mit zwei oder drei reinrassigen Skinheads im Stammbaum. Restlos entnervt bezahle ich die Misshandlung und dann nichts wie raus hier, bevor ich zum Mörder werde.

Später meint Soul, dass es vielleicht vorteilhafter wäre, die blonden Fusseln schwarz zu färben, damit ich nicht ganz so kahl obenrum aussehe, schwarz macht voluminös, weswegen er mir abends in der Küche dann die stinkende Pampe ins Haar geschmiert und kunstvoll mit Alufolie verpackt hat.

Jetzt sehe ich aus wie ein Monchichi.