Driving home for Christmas

Dieses Jahr war Stress-Weihnachten angesagt: Wir mussten zum darkinchen fahren und anschließend noch meine Schwiegereltern besuchen. Am 21. kamen wir aus Göteborg zurück, am 23. ging es auch schon wieder weiter.

Im Zuge dieses Vorweihnachtsstresses war irgendwie völlig untergegangen, den Tannenbaum zu schmücken. Zwar hatten wir einen Adventskranz und der Baum war auch aufgebaut, aber mehr als eine Lichterkette hing nicht an den Zweigen. Immerhin hatte ich es noch geschafft, die LED-Sterne an die Fenster im Esszimmer zu hängen. Am festlichsten war der Schwanz des Katers geschmückt (siehe Titelbild). Wer meinen Hang zu Kitsch an Weihnachten kennt, kann sich vorstellen, dass mir dieser Umstand so gar nicht gefiel.

Der Lebensabschnittsgefährte holte am Morgen des 23. Dezember das Auto von der Autovermietung. Wie schon so oft hatten wir auch diesmal wieder ein Upgrade bekommen, einen Mercedes E220. Daran könnte ich mich gewöhnen.

Die Hinfahrt verlief zunächst völlig unspannend. Mir war langweilig.

Zwischendurch kam ein wenig Nebel auf.

Zu Mittag aßen wir in Bad Camberg Ost. Das Personal machte einen etwas rustikalen Eindruck, optisch irgendwo im Klischee zwischen Ex-Knacki und Trucker. Die verloren keine unnötigen Worte, was ich aber nicht so tragisch fand, Hauptsache die brutzelten uns den Leberkäs mit den Bratkartoffeln und dem Spiegelei. Ordentlich fettig das Ganze, die Gallenblase meldete Burnout-Syndrom. Lecker war’s trotzdem.

Anschließend gab’s noch einen Kaffee zum Mitnehmen für mich. Der Rest der Fahrt verlief dann völlig unspannend. Kurz vor dem Ziel kam dann noch die Sonne raus.

Der Nachmittag des 23. Dezember verlief ziemlich ruhig. Der Lebensabschnittsgefährte und der Freund vom darkinchen fuhren Rennen mit der Anki Overdrive, die wir zur Beschäftigung mitgebracht hatten, während das darkinchen und ich noch ein paar Plätzchen backten.

Die abendliche Futterration kam vom Italiener und anschließend spielten wir zu viert Mario Party auf der Wii, bevor wir ziemlich früh und ziemlich müde in die Betten fielen.

Am nächsten Morgen startete nach dem Frühstück die große Koch-Session. Wir hatten zwei Bräter, die aber leider nicht gemeinsam in den Ofen passten. So musste erst der Schweinebraten in die Röhre und anschließend das Wildschwein. Dazu gab es Rotkohl und Knödel, wie sich das für ein anständiges Weihnachtsessen gehört. Die zwei hatten sich richtig ins Zeug gelegt und eingekauft, als wollten sie eine Fußballmannschaft versorgen.

Zu Besuch kam außerdem auch der Vater des Freundes. Leider hatten wir die Stühle vergessen, die hier bei uns ungenutzt rumstehen und wir den beiden eigentlich mitbringen wollten. So musste der arme Mann sich für den Weihnachtsbesuch auch noch einen eigenen Stuhl mitbringen.

Sämtliche Versuche, den Hamster zu photographieren, wurden übrigens von dem Untier sabotiert.

Nachmittags startete das große Fressen. Das Essen war wirklich super lecker und viel zu viel. Vollgefressen rollten wir anschließend zum Tannenbaum und packten die Geschenke aus. Unsere Nerd-Sammlung hat zwei neue Mitglieder.

Weiterhin waren die Weihnachtsgeschenke geprägt von Spielen und Autoteilen. Der Lebensabschnittsgefährte und ich hatten „Wir schenken uns nichts“ beschlossen und – Was soll ich sagen? Ich bekam nichts. Er auch nicht. Unfassbar! Aber so ganz leer gingen wir nicht aus: Am 22. Dezember haben wir uns unseren nächsten Norwegen-Trip geschenkt. ;)

Am Morgen des 25. Dezember gab es ein ziemlich ausgiebiges Frühstück. Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt, die Schwiegerfamilie erwartete uns.

Als Rheinländer kann man nicht anders. Es wird einem immer etwas wehmütig ums Herz, wenn man den Rhein überquert. Das gilt für beide Richtungen, wobei es natürlich viel schlimmer ist, wenn man auf die Schäl Sick fährt.

Das Navi kündigte einen Stau mit gesperrtem mittleren Fahrstreifen an. Der Stau kam auch, allerdings ohne gesperrten Mittelstreifen.

Und unsere Leidensgenossen hatten es sogar geschafft, eine Rettungsgasse zu bilden.

Der Rest der Fahrt war wieder relativ langweilig und ich spielte in den Einstellungen des Autos herum.

Sehr cool, die Lichtfarbe lässt sich ändern. Ich glaube, das wurde speziell für verspielte Beifahrer entwickelt. ;)

Ich wurde in den Sitz gepresst, als der Herr Lebensabschnittsgefährte den Sport+-Modus testete. Das Auto schaltete vier Gänge runter und dann ging’s ab! Übrigens verfügt der Wagen über 9 (i. W.: Neun) reguläre Gänge. Ich wusste gar nicht, dass es Autos mit so vielen Gängen außerhalb einer Rennstrecke gibt.

Für die oft ja doch eher konservativen Daimler-Fahrer gibt es auch noch eine Uhr mit Ziffernblatt im Retro-Look. Irgendwie wirkte sie in der Mittelkonsole, die ich leider vergessen habe, komplett zu knipsen, etwas deplatziert.

Bei der Schwiegerfamilie gab es – wie sollte es anders sein – ein opulentes Weihnachtsmahl. Dieses Jahr gab es Ente mit Kartoffel-Gratin und einem Rosenkohl-Auflauf. Ente hatte ich zuvor noch nie gegessen, war aber sehr lecker. Und über den Rosenkohl habe ich mich auch sehr gefreut. Da der Lebensabschnittsgefährte keine Kohlsorten (außer Rotkohl) mag, gibt es den hier nie.

Anschließend wurde beschert. Schwiegermama hat die Reisekasse mal wieder aufgefüllt. Sie findet unsere Reiselust toll, auch wenn sie längst den Überblick verloren hat. Von Norwegen schwärmt sie auch immer, war irgendwann mal in Tromsø, was auch wirklich toll ist. Gerne würden wir sie ja auch mal mitnehmen, aber unsere Trips sind vermutlich etwas zu stressig für sie.

Gegen 20 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Wie nicht anders zu erwarten, war am 1. Weihnachtsabend kaum etwas los auf den Straßen. Zuhause angekommen nutzten wir das mit Abstand coolste Feature des Autos: der Park-Pilot. Einmal aktiviert, scannt er rechts und links den Straßenrand und meldet passende Parklücken auf dem Display und mittels Piepton. Wenn man sich für eine Parklücke entschieden hat, nimmt man (beim Automatik-Fahrzeug) die Füße von den Pedalen und die Hände vom Lenkrad und dann drückt man den entsprechenden Knopf zum Einparken. Wie von Geisterhand gelenkt parkt das Auto perfekt ein. Irre!

Das Katerchen freute sich eher mäßig, uns wiederzusehen, da er in letzter Zeit sein Missfallen über unsere Abwesenheit sozusagen haufenweise auf dem Teppich ausdrückt …

Beim Anmieten des Fahrzeugs hatten wir nicht bedacht, dass Montag, der 26. Dezember 2016, ein Feiertag ist. So musste der arme Herr Lebensabschnittsgefährte an diesem ungemütlich nasskalten Feiertagsmorgen den Leihwagen zurückbringen, bevor wir dann den Rest des Tages endlich für uns hatten.

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