Ein Trip ins Büro und andere Scheiße

Um 05:00 Uhr klingelte der Wecker. Gerade noch reichtzeitig, dass ich mitbekam, wie der Kater im Wohnzimmer Haare auswürgte. Grmpf. Leider war ich zu langsam, um ihn noch schnell in den Flur zu tragen. Das machen wir immer, wenn wir mitbekommen, dass er kotzt. Im Flur sind Fliesen verlegt, in den Zimmern liegt Teppich. Sei’s drum, ich quälte mich aus dem Bett, um das Malheur zu beseitigen. Zu allem Übel hatte er nicht nur auf den Teppich gekotzt, sondern saß dabei noch auf dem Hocker, den er ebenfalls einsaute. Beim Anblick des kotzenden Katers wurde mir übel.

Ich weckte meinen Kaffeevollautomaten und ging in die Kammer, Zewa und Glasreiniger holen. Nachdem ich alles aufgewischt und sauber gemacht hatte, entdeckte ich den Kater mit merkwürdig angestrengtem Gesicht unter einem Stuhl der Esszimmergruppe sitzend. Moment, die Haltung kenne ich doch. Das Arschloch war gerade dabei, aus Protest auf den Teppich zu scheißen! Ich könnte ihm den Hals umdrehen, stattdessen störte ich ihn bei seinem Geschäft, schmiss ihm die Zewa-Rolle hinterher und machte dann auch das noch weg. Anschließend wusch ich mir die Hände und machte mir endlich meinen wohlverdienten Kaffee. Der Tag fing ja bombastisch an.

Es bringt erfahrungsgemäß nicht viel, lange wütend auf das dämliche Katzenvieh zu sein. Nach meinem Kaffee war ich dann auch wieder in der Lage, halbwegs normal mit dem Tier zu interagieren. Ich ging duschen und fütterte ihn anschließend. Dann machte ich mich fertig und auf den Weg zum Bahnhof.

Die letzten Male hatte man hier extreme Schwierigkeiten, pünktlich einen Zug bereit zu stellen. Diesmal fuhr er dafür eine Minute zu früh ab. Sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Der ICE ist morgens ziemlich leer, die Fahrt meist recht angenehm. Am liebsten wäre ich diesmal im Zug sitzen geblieben, denn der Lebensabschnittsfährte befindet sich zurzeit auf Dienstreise in München. Und genau dort fährt „mein“ ICE mit seiner merkwürdigen Streckenführung immer hin.

Die Fahrt verlief ruhig bis vor die Tore des Bahnhofs Köln Messe/Deutz. Da standen wir ein paar Minuten und kamen erstmal nicht weiter, da der vor uns fahrende ICE immer noch das Gleis blockierte, da er einen Notarzteinsatz an Bord hatte. Nach ein paar Minuten wurden wir umgeleitet auf das Gleis daneben. So hatte ich keine Problem, meinen Anschlusszug noch zu erreichen.

Der Weg vom Bahnhof der Niederrhein-Bronx zum Büro war wie immer recht unangenehm. Die Stadt verdreckt und verkommt immer mehr, überall lag Müll herum, ein paar Tauben pickten die essbaren Brocken aus einem Kotz-Haufen. Ich ekelte mich und beschleunigte meine Schritte.

Im Büro war nur der Chef schon anwesend. Er lud gerade das Firmenfahrzeug aus, mit dem er für den Betrieb einkaufen war. Ich hatte keine Lust zu helfen und bot mich daher freiwillig an, beim gegenüber gelegenen Discounter das Frühstück für uns zu holen. Als ich zurück war, waren auch die Kolleginnen da und wir konnten loslegen. Nach der Teamsitzung quatschte ich noch eine Weile mit Chef, dann machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Hause.

Auch diesmal fuhr ich mit dem ICE und musste in Köln Messe/Deutz und in Frankfurt umsteigen. In Köln hatte ich zwanzig Minuten Zeit, daher holte ich mir im Reisezentrum meine Erstattung für die verspätete Zugfahrt am Sonntag. Dann kaufte ich mir noch ein Wasser. Das war hier sogar halbwegs erschwinglich. Während ich sonst lieber Durst leide, statt 2 Euro für einen halben Liter Wasser auszugeben, kaufte ich hier eine 0,5-Liter-Flasche für 1 Euro. Kein Schnäppchen aber für Bahnhofspreise echt in Ordnung. Und ich hatte wirklich Durst, auf der Fahrt von Krefeld nach Köln hatte ich Unmengen von Erdnüssen gefuttert, was sich nun rächte.

Auch diesmal fuhr mein ICE weiter nach München und ich war geneigt, einfach sitzen zu bleiben. Aber die Vernunft siegte und ich stieg in Frankfurt aus. Mein Anschlusszug ging 13 Minuten später und stand schon im Gleis. Die ersten beiden Wagen waren unerträglich warm. Dort gab es keine Klimaanlage, wie dann auch per Durchsage mitgeteilt wurde. Wer es kühl möchte, solle in einen der hinteren Wagen gehen. Dort dürfte es allerdings ziemlich voll sein und man bekäme keinen Sitzplatz.

Wir fuhren pünktlich ab, kamen jedoch nicht weit. Schon kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof blieb der Zug stehen. Nach wenigen Minuten ging es weiter in Schleichfahrt. Mit insgesamt sechs Minuten Verspätung kamen wir in Darmstadt an.

Hier war es deutlich wärmer als in Krefeld. Wenigstens musste ich nicht allzu lange auf die Tram warten. Die Katze, die am Morgen schon schlechte Laune hatte, hat mir eine ziemlich deutliche Botschaft auf dem Esstisch hinterlassen. Der Tag endete so beschissen, wie er angefangen hatte …

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