Grüngürtelradweg Teil 1

Jedes Jahr zu Pfingsten bietet der RMV ein spezielles Ticket an: Ein am Samstag gekauftes Tagesticket hat an allen drei Tagen Gültigkeit. Das wollten wir auch in diesem Jahr wieder nutzen und überlegten, welche RMV-Region wir erobern wollten. Da die Wettervorhersage eher durchwachsen war, entschieden wir uns, in der Nähe zu bleiben und gleichzeitig einen Ort aufzusuchen, der bei schlechtem Wetter auch die Möglichkeit überdachter Aktivitäten bot. Ich bin ja bekennender Schönwetter-Radler, auf Regen im Gesicht habe ich wenig Bock. So fiel unsere Wahl mal wieder auf Frankfurt. Hier gibt es eine Menge gut ausgebauter Radwege, einer davon ist der Grüngürtel-Radweg, der einmal um die Stadt herum führt und dabei fast ausschließlich durch Grünanlagen und Parks.

Wir begannen unsere Tour am S-Bahnhof Louisa, der an der Strecke zwischen Darmstadt und Frankfurt liegt. Die Luft war unglaublich feucht, warm und klebrig. Eigentlich war es ziemlich eklig, insbesondere im Wald. Mir war es völlig schleierhaft, wie man bei dem Wetter auch noch joggen kann. Gesund ist jedenfalls anders.

Aber auf dem Fahrrad ging es, der Fahrtwind kühlte ein wenig ab. Meine größte Sorge galt der blutsaugenden Zunft, da ich mein Autan vergessen hatte und die Viecher mich nur zu gerne auffressen. Also bloß nicht stehen bleiben!

Etwa am Jacobsweiher waren wir dann auf dem offiziellen und auch ausgeschilderten Grüngürtel-Radweg, zunächst in die falsche Richtung unterwegs, aber der Irrtum fiel uns schnell auf.

Ein weiterer, winziger Umweg war nötig, weil die im Wald Heimischen den Weg für sich beanspruchten und dies mit einem eindrucksvollen Schild kundtaten. ;)

Über die Bundesstraße nach Darmstadt führte eine Brücke, eine prima Lösung für Fußgänger, Radfahrer und auch Autofahrer, die sich so nicht in die Quere kommen. Sehr schön finde ich hier auch die Kennzeichnung des weit verzweigten Reitwegenetzes, das bei jeder Wegkreuzung mit einem schwarzen Hufeisen auf weißem Grund markiert ist. Die Hufeisen-Zeichnungen fallen sehr unterschiedlich und manchmal etwas eigenwillig aus. Die wurden definitiv von Hand gemalt.

Unser erstes Etappen-Ziel, das wir ansteuerten, war der Goetheturm. Der Lebensabschnittsgefährte hat schon öfter geäußert, dass er hier gerne mal hinfahren wollte. Allerdings war ich bisher von der Idee nur so mäßig begeistert, da meine Höhenangst mir eh nicht erlauben wollte, dort raufzugehen. So auch an diesem Tag, der Herr Lebensabschnittsgefährte ging alleine dort hinauf, während ich unten ein wenig rumknipste.

Hier ein paar seiner Bilder, die etwas unter der diesigen Luft leiden. Wir müssen da wohl noch mal bei klarem Himmel hin.

Der Wald, durch den wir bisher radelten, ist am südlichen Stadtrand gelegen, nun ging es weiter zum Main-Ufer. Hier war unsere nächste Station das ICH-Denkmal.

Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, mir ein Denkdark*mal zu setzen. ;)

Und weil die Gelegenheit gerade günstig war, habe ich den Herrn Lebensabschnittsgefährten dazu überredet, es mir gleich zu tun. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und er brauchte etwas, bis er auftaute. ;)

Danach gab es noch einen letzten Blick auf die Frankfurter Skyline, bevor wir eine ganze Weile am Main entlang radelten.

Zunächst ging es am südlichen Mainufer nach Offenbach. Hier war es ein wenig unschön, da der Radweg zurzeit aufgrund von Bauarbeiten gesperrt ist.

Aus diesem Grund mussten wir ein Stück entlang des vielbefahrenen Nordrings radeln. Immerhin gibt es einen in beide Richtungen als Radweg freigegebenen Gehweg. Und als Highlight hat man auch noch einen Blick aufs Universum.


Wir machten einen Abstecher auf die Hafeninsel. An sich war die Wohnlage ja ganz hübsch und als Großstadtdomizil auch nicht unattraktiv, aber vermutlich für Nicht-Banker (vulgo: Durchschnittsmenschen) eher unerschwinglich.

Über die Carl-Ulrich-Brücke querten wir den Main, nicht ohne zuvor dem hübsch geschmückten Mainfischer die Ehre zu erweisen.

Anschließend ging es auf der Frankfurter Seite weiter am Main entlang, nachdem wir den richtigen Weg gefunden hatten. Zunächst durch einen schmalen Baumstreifen am Ufer entlang, in Fechenheim dann neben den Bahngleisen auf der Promenade.

Ein Wolf im Schafspelz? Wie auch immer, unser Weg führte Richtung Bergen-Enkheim. Der offizielle Radweg führte um den Berg herum. Allerdings war mir langsam aber sicher zu warm und meine Kräfte schwanden dahin. Es wäre ja mal Zeit für ein Mittagessen gewesen. Der Müsli-Riegel, den ich zwischendurch verzehrte, hielt auch nicht ewig. Daher wollten wir abkürzen und durch den Ortsteil fahren.

Ob die Abkürzung die schlaueste Idee war, weiß ich aber auch nicht. Wir mussten unsere Fahrräder durch die pralle Sonne einen ziemlich steilen Berg hinauf schieben und dabei ca. 70 Höhenmeter überwinden. Blöderweise hatte ich die weiße Mütze vergessen, die mein Haupt vor der Sonne schützen sollte. Ich war knallrot im Gesicht, mir drohte der Kopf zu platzen. Auf halber Strecke mussten wir eine kurze Pause im eher sparsam vorhandenen Schatten machen. Dieser war passenderweise am Eingang zum Friedhof. Ich überlegte kurz, schob dann aber doch tapfer mein Fahrrad weiter den Berg hinauf.

Oben angekommen suchten wir den dort gelegenen REWE auf, da unsere Wasservorräte zuneige gingen. Ich kaufte eine Flasche Wasser und Eis, das wir sofort vor Ort vertilgten und das echt gut tat.

Danach ging es zwischen Feldern hindurch über mehr oder weniger gut angelegte Radwege mit buntem Ambiente drumrum.

Anschließend mussten wir ein Autobahnkreuz queren, was mit Hilfe zweier Unterführungen zu bewältigen war. An dieser Stelle erreichten wir auch unsere Höchstgeschwindigkeit, die mein Tacho mit wahnsinnigen 42,34 km/h anzeigte!

Am Horizont zogen Regen- und Gewitterwolken auf. Als wir etwa die Hälfte der Strecke des Grüngürtel-Radwegs hinter uns hatten und wieder einem Weg an Bäumen entlang bzw. zwischen Bäumen hindurch folgen sollten, war mir der aufkommende Wind in Kombination mit den schwarzen Wolken nicht mehr geheuer. Ich wollte lieber durch den Ort hindurch an der Straße entlang fahren. Ich hatte wenig Lust, von einem Blitz auf meinem Fahrrad gegrillt zu werden.

Da wir außerdem für heute genug hatten, beschlossen wir, nach Hause zurück zu fahren und unsere Fahrradtour an einem der nächsten Tage fortzusetzen.

Während wir auf die S-Bahn warteten, konnte wir am Horizont die Regenwand herrannahen sehen.

Die Fahrt mit der S-Bahn nach Hause zurück sollte inklusive Umsteigen etwa 1,5 Stunden dauern. Für den Umstieg war die Station Frankfurt West von der RMV-Webseite vorgeschlagen. Das war eine ganz tolle Idee, denn an dieser Station befanden sich die S-Bahn-Gleise auf mehreren Ebene und es gab keine Aufzüge. Hier hieß es Fahrräder schleppen bzw. verbotenerweise die Rolltreppe zu benutzen. Übrigens gab es auch keine Toilette, weswegen wir unsere Fahrt mit einer anderen S-Bahn bis Frankfurt Süd fortsetzten, wo wir uns dieses Problems entledigen konnten.

Im Darmstadt fuhren wir noch schnell beim Supermarkt vorbei, weil wir noch zwei oder drei Dinge besorgen mussten fürs Wochenende. Anschließend warfen wir uns nach einer Dusche zuhause auf die Couch und planten die Fortsetzung unserer Radtour, während es draußen wie aus Eimern schüttete.

Hier die Tour im 3,5-Minuten-Zeitraffer:

to be continued …

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