Speicherstadt, Hafenrundfahrt und Miniatur Wunderland

Wir gingen unter der Hochbahn hindurch und quälten uns durch eine Baustelle, um zur Speicherstadt zu gelangen. Dieser Baustellenwahn ist unter anderem auf die Auflösung des Freihafens und den Umbau zum Stadtteil HafenCity (sowie dem allgemeinen bundesdeutschen Umbauwahn) zu verdanken. Diese supertollen, unbezahlbaren Hafen-Stadtteile sind ja neuerdings in. Auch wenn manches darin nie fertig wird, wie die berühmt-berüchtigte Elbphilharmonie. Dieses gigantische Groschengrab könnte das am häufigsten geknipste Bauwerk ever in der Hansestadt werden. Sollte sie irgendwann einmal fertig sein, wird sie ohne die Baukräne vermutlich keiner wiedererkennen. ;)

Die roten Backsteingebäude der Speicherstadt finde ich einfach nur schön, sowohl von der Land- als auch von der Wasserseite. Ein großer Teil davon wird immer noch zur Aufbewahrung von Waren genutzt, während einige andere Gebäude mittlerweile einer neuen Nutzung zugeführt wurden. So sind beispielsweise das Minitatur Wunderland und der Hamburg Dungeon, die an diesem Tag bei uns auf dem Plan standen, hier untergebracht.

Nicht alle von uns hatten Lust auf Modelleisenbahn, weswegen sich die Kolonie in zwei Gruppen teilte: vier Eisenbahner und dreimal Dungeon. Im Miniatur Wunderland suchte ich das stille Örtchen auf und war begeistert von der Kennzeichnung für die Türen für Männlein und Weiblein.

WC_im_Miniatur_Wunderland

Leider hatten wir keine Möglichkeit, für das Miniatur Wunderland zu reservieren, da unsere Planung – wie bereits erwähnt – zu kurzfristig war. So teilte man uns dort mit, dass die aktuelle Wartezeit ca. 75 Minuten betragen würde. Und man machte uns auf ein Angebot aufmerksam: Große Pötte & kleine Züge zum ermäßigten Eintritt.

Eintrittskarten_Miniaturwunderland

Angesichts der Tatsache, dass keiner von uns Stundenlang durch die Modelleisenbahnlandschaft wandern wollte und die Eintritte allgemein für die Attraktionen in Hamburg sehr hoch waren, nahmen wir das Angebot an. Und während sich die Dungeon-Truppe im Dungeon bespaßen und begruseln ließ, legten die Eisenbahner im Café Kehrwieder einen kleinen Boxenstopp ein.

Cafe_Kehrwieder

Frisch gestärkt wanderten wir erst noch ein wenig durch die Speicherstadt, plünderten einen Geldautomaten, um unsere Bargeldreserven aufzufüllen, und wandten uns dann zur anderen Seite des Kanals, um zu sehen, was es dort zu sehen gab.

Sehr hübsch war zwar die Hauptkirche St. Katharinen, aber leider war der Eingang unschön mit Brettern vernagelt. Durch einen Seiteneingang zu gehen, hatte ich wenig Lust, also verzichtete ich auf eine Besichtigung von innen.

Wir knipsten ein wenig herum und machten uns dann langsam wieder auf den Weg zurück zum Dungeon, um auf den zweiten Teil der Gruppe zu warten. Dies taten wir in der Kaffeebar Barrossa, genau gegenüber vom ersten Café. Dies ist übrigens dem anderen Café gegenüber eindeutig vorzuziehen, die Bedienung ist freundlicher und man sitzt gemütlicher. Allerdings wurde uns dort auch erst bewusst, in welcher Gefahr wir schwebten. ;)

Ueberflutungsgefahr

An dieser Stelle haben wir wieder eine Karte erstellt, die unseren gelaufenen Weg aufzeigt:

Rundgang Hamburg

Rundfahrten und -gänge schienen zum fest Repertoire des Hamburg-Aufenthalts zu gehören. Als nächstes stand eine Hafenrundfahrt bei Dämmerung an. Da wir aber noch ein wenig Wartezeit zu überbrücken hatten, gingen wir im Sonnenuntergang noch einmal zu den Landungsbrücken, das heißt, diesmal nutzten wir die Hochbahn korrekt, und erledigten dort die touristische Pflicht des Souvenierkaufs.

Anschließend ging es aufs Schiff zur Hafenrundfahrt. Die Photo-Ausbeute ist mangels Licht eher mager. Dennoch war es sehr interessant und als wir kurz rückwärts zwischen zwei riesigen Container-Schiffen, nämlich einem Schiff der Reederei COSCO und einem der Yang Ming Linie „einparkten“, war das ein wirklich sehr imposanter Eindruck. Meinem Lebensabschnittsgefährten ist ein ganz gutes Bild gelungen, das beide Schiffe zeigt.

P1250085

Und dazwischen standen wir kurz. Von dort aus sah das Schiff der Yang Ming Linie durch unser Schiffsfenster photographiert dann so aus:

Yang_Ming_Linie

Das Schiff war montags drauf dann auch prompt in den Schlagzeilen zu finden: Rußwolke löst Großalarm in Altona aus. Glücklicherweise war aber nichts passiert.

Nach diesem riesigen Wahnsinn widmeten wir uns der Miniaturwelt im Maßstab 1:87, wir gingen endlich zur Knipsorgie ins Miniatur Wunderland. Sehr spannend ist dort im Eingangsbereich die Herkunftsanzeige.

Herkunftsanzeige

Da wurde mir auch klar, warum ich beim Kauf der sieben Tickets nach der Herkunft gefragt wurde, und zwar nach dem Bundesland von jedem einzelnen von uns. Es dauerte eine Weile, bis ich 1 x Nordrhein-Westfalen, 1 x Niedersachsen, 1 x Sachsen, 2 x Baden-Württemberg und 2 x Hessen in meinem Kopf sortiert und der Mitarbeiter im Computer erfasst hatte.

Sockenpflicht_in_Rom

Wie auf Baustellen üblich, herrschen gewisse Regeln zur Sicherheit, die jeder Mitarbeiter einzuhalten hat. ;)

Allzu viel Führung und Erklärung habe ich allerdings nicht über mich ergehen lassen, da langsam schon alles zuviel wurde. Drei Mitglieder unserer kleinen Kolonie waren auch unter der Schweiz und hinter Amerika. Beides war den Augenzeugenberichten zufolge sehr spannend.

Tja, was soll ich ansonsten großartig schreiben? Große Modellbahnanlage; super; lohnt sich usw. Am besten lasse ich Bilder sprechen. ;)

Die Kamera-Akkus waren leer und meiner auch. Ich fiel abends totmüde ins Bett.