Auf der Düne

 Das Wetter ist für allgemeingültige Verhältnisse schlecht: es ist bewölkt und regnet etwas. „Heute fahren wir auf die Düne!“, verkünde ich begeistert, stoße allerdings auf wenig Gegenliebe. J. murrt rum, meint sie weiß noch nicht ob sie mitkommen will, hätte keine Lust, das Wetter wäre so schlecht blablabla. Derartigen Widerspruch lasse ich nicht zu. Ich habe einstimmig beschlossen, dass wir fahren, also fahren wir auch. Bis wir alle geduscht und angezogen sind, ist es 14:00 h. J. und Schatzi gehen nochmal mit dem Hund raus, da er heute allein daheim bleiben muss. Auf der Düne ist das Mitführen von Hunden verboten. Lediglich als Flugzeug-Passagiere bekommen sie eine Ausnahmegenehmigung.

Die Düne

Die Düne

Bei meinem letzten Helgoland-Urlaub fuhr eines der Börte-Boote zur Düne. Jetzt ist es ein … hm … keine Ahnung, wie man das nennt, jedenfalls ein richtiges kleines Schiff mit Dach und so. Man friert also nicht und wird nicht nass. Schatzi kann es kaum erwarten die Seehunde zu sehen, von denen ich ihr erzählte, die auf der Düne oft am Strand rumliegen und neugierig die Touristen beobachten. Ich hoffte inständig, dass die Tiere so freundlich sein würden und sich auch heute wenigstens kurz zeigen und damit meine Nerven schonen würden.

Dank des Wetters waren wir nahezu allein. Wir beginnen unsere Runde am Nordstrand, nur eine Muschelsammlerin und der Bagger, der Sand hin und her schaufelte, vertreiben das Feeling auf einer einsamen Insel gestrandet zu sein. Wir sammeln ebenfalls Muscheln, die ich teilweise zu Dekorationszwecken in mein Aquarium legen werde. Ich hoffe, meine Fische werden mir den Stilbruch verzeihen, wenn sie Seewasser-Muscheln in einem Süßwasser-Becken vorfinden.

Seehund

Seehund

Nach einer Weile fühlen wir uns beobachtet. Ein Blick aufs Wasser bestätige dieses Gefühl. Aus großen, freundlichen, dunklen Knopfaugen beobachtet uns neugierig ein Seehund. Er schwankt offensichtlich zwischen Neugier und Misstrauen, immer wieder verschwindet er unter Wasser um gleich darauf wieder aufzutauchen und zu sehen, was wir machen. Wir gehen ein paar Meter vom Wasser weg und schon taucht der Kopf des Seehunds wieder an der Wasseroberfläche auf, beäugt uns, schaut nach rechts und links und wieder zu uns. Nachdem er ausreichend die Lage gecheckt hat, kommt er vorsichtig aus dem Wasser. Zwischen Seehund und Mensch sollte laut Hinweisschild am Anleger ein Mindestabstand von 30 bis 35 Metern eingehalten werden. Seehunde können nicht lesen und dieses Exemplar schert sich einen Dreck um Meterangaben. Während er uns weiter skeptisch beobachtet, kommt er gänzlich aus dem Wasser und blinzelt uns freundlich zu. Na ja jedenfalls sieht es so aus. Er ist vielleicht noch fünf Meter entfernt, als ein zweiter, wesentlich kleinerer auftaucht. Wir beobachten die beiden eine Weile, bis wir Richtung Nordmole weitergehen. Der kleine Seehund begleitet uns im Wasser, bis er den Bagger entdeckt, der wohl mehr Abwechslung bietet, als die ewig gleich albernen Touristen.

Die Seehunde vor der Mole

Die Seehunde vor der Mole

An der Nordmole liegt eine größere Gruppe Seehunde rum. Ich klettere verbotenerweise auf die Mole um sie zu photographieren. Allerdings gehe ich nicht allzu nah heran um sie nicht zu verscheuchen. Und da Urlaub für mich nicht bedeutet 10 kg Photoausrüstung rumzuschleppen, gibt es halt nicht mehr zu sehen, als durch ein Standard-Objektiv 35 – 70 mm knipsbar ist.