Friedhof der Namenlosen

Mit dem wohlig warmen Kakao mit Sahne im Bauch gehen wir weiter zum Südstrand. Auch hier liegen heute statt der vielen Touristen im Sommer nur Seehunde rum. Das Strandrestaurant, in dem ich seinerzeit mit Zezmän war, ist heute geschlossen. Der kleine Leuchtturm steht einsam am Strand. Unsere kleine Expedition dringt vor ins Landesinnere. Ich will ihn unbedingt noch sehen, den 

Friedhof der Namenlosen

Friedhof der Namenlosen

Hier haben jene ihre letzte Ruhestätte gefunden, deren Seelen auf See blieben und Körper an (Helgo)Land gespült wurden, wie die Soldaten der Seeschlacht zwischen einer alliierten preußisch-österreichischen Flotte und dänischen Kriegsschiffen von 1864 und die Insassen des abgestürzten Luftschiffs LZ-1. 

  

Grabstein

Grabstein mit nebenstehender Inschrift

Im weissen Sand
Den Nordseewogen umbranden
Wie kamt Ihr hier an diesen Strand
Aus welchen fernen Landen
Ihr hattet Euch dem Meer verkauft
Zur Heimat kehrt Ihr nimmer
Um Euch ist manches Haupt ergraut
Verschollen seid Ihr für immer
Und floss auch keine Träne hier
Ertönte kein Trauergesang
Stehn doch in stummen Schauern wir
Bedrückt ist das Herz und bang
Doch ruht Ihr
Vielleicht war herberes Los
Euch sonst noch auf Erden beschieden
Vom Meer umtost
In der Düne Schoss
Ruht heimatlos
Aber in Frieden 

Gräber

Gräber

Ich weiß nicht woran es liegt, dass ich bereits vor zwölf Jahren eine gewisse Affinität zu diesem Ort entwickelt habe. Vielleicht weil ich diese Namen- und Heimatlosigkeit, die diese Menschen erst durch den Tod erlangten, schon im Leben zu verspüren glaube. 

Wie dem auch sei, noch lebe ich und meine Begleiter ebenfalls, was wir überdeutlich in Form von Kälte und Hunger spüren. Wir machen uns auf den Weg zurück in unser Apartment.