J. spült!

1. Tag
J. spült – freiwillig! Ich kenne J. seit 6 Jahren, sie hat in dieser Zeit nicht ein einziges Mal freiwillig gespült. Ich notiere ihr außergewöhnliches Verhalten im Kalender und in meinem Tagebuch. Außerdem lege ich eine j-spuelt.txt auf der Festplatte meines Notebooks an. Leider habe ich vergessen, sie dabei zu photographieren.

2. Tag
J. spült – schon wieder! Ich frage mich, ob ich J. wirklich seit 6 Jahren kenne. Nachdem ich mir diese Frage positiv beantwortet habe, frage ich mich, ob ich halluziniere oder sie die salzhaltige Luft nicht verträgt. Im Tagebuch notiere ich *unheimlichfind*, auf der Festplatte speichere ich eine j-spuelt-schonwieder.txt … ich war zu perplex um photographieren zu können.

3. Tag
J. spült – und übertreibt! Sie reißt die Teller an sich, spült sie und räumt wie wieder in den Schrank, noch bevor ich den letzten Bissen runtergeschluckt habe. Ich bezweifle J. zu kennen. Ich krame mein Tagebuch aus dem Versteck und notiere *angstbekomm*; das Laptop wird durch eine das-ist-nicht-j.txt bereichert. Photographieren kann ich mir sparen, da meine Hände zu sehr zittern, ich habe Angst…

4. Tag
J. spült – ich bin entnervt! Ich schleiche zur Küchentür und beobachte sie. Sie lächelt und trällert ein Lied vor sich hin. Ich bin mir sicher, dass das nicht J. sein kann. Nachdem ich die wer-ist-diese-frau.txt gespeichert habe, notiere ich in meinem Tagebuch, wie ich am nächsten Tag diese fremde Frau überwältige und ihre Leiche beseitige. Ich kann nicht photographieren: Die Camera liegt bei dem Laptop und dem Tagebuch in dem Versteck, zusammen mit dem schweren Kerzenständer.

5. Tag
Die Frau, die sich J. nennt, trägt nach dem Essen die Teller in die Küche. Leise hole ich den Kerzenständer aus dem Versteck und schleiche ihr hinterher. Noch einen Schritt und ich bin in Schlagweite. Plötzlich dreht die Frau sich um und ruft dabei laut: „Eigentlich kannst du auch mal spülen. Ich frag mich die ganze Zeit schon, warum ich das immer machen muss!“