’s-Gravenzande

Nach unserer beschwerlichen Bahnreise radelten wir zunächst ins Zentrum von Hoek van Holland. Bei der Touristeninformation erkundigte ich mich wegen einer Europoort-Rundfahrt. Das ist immerhin schonmal ein Teil des Rotterdamer Hafens und den wollten wir am nächsten Tag erkunden. Anschließend besorgten wir uns noch Abendessen im Supermarkt, dann fuhren wir zum Campingplatz.

Loch

Aber da wollte ich nicht entlang fahren. Mitten auf dem Weg war ein Loch in der Fahrbahn!

Loch_nah

Wir kehrten um und fuhren über den Parkplatz, von dem wir kamen, zurück. Der Weg wäre vermutlich eh falsch gewesen und nach ein wenig hin und her und rätseln hatten wir den richtigen Weg gefunden.

Der Campingplatz Jagtveld ist in ’s-Gravenzande, dem Nachbarort von Hoek van Holland. Den hatte ich ausgewählt, weil er nicht nur die besseren Bewertungen im Internet hatte, sondern auch auf Photos ansprechender aussah. Und glücklicherweise hatten sie an dem Wochenende auch noch einen Platz für uns frei.

Campingplatz

Der Platz entsprach unseren Erwartungen, die Leute sind freundlich, alles ist sehr sauber und gepflegt. Die Sanitär-Anlagen sind neu. Der Platz ist unbedingt empfehlenswert. Einziger Kritikpunkt: Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist ziemlich weit weg und am Platz selbst gibt es nichts. Wenn man dies jedoch vorher weiß, kann man sich entsprechend einrichten und alles ist gut.

Zelt

Wir bauten unser Zelt auf. Ich liebe dieses Teil. Auch wenn es bisweilen wenig komfortabel ist, auf allen Vieren in die Dackelgarage zu kriechen und sich auf der schmalen Leichtgewicht-Iso-Luftmatratze im Schlafsack der Bewegungsmöglichkeiten beraubt gemütlich hinzulegen, mag ich unser Zelt und generell das Camping an sich. Für Touren mit dem Auto habe ich ja noch das große Zelt, eine komfortablere Luftmatratze, Sitzmöbel und noch einiges mehr, das sich auf dem Fahrrad schlecht transportieren lässt.

Enten_im_Anmarsch

Wie dem auch sei, wir aßen erst einmal etwas, was eine Gruppe Enten auf den Plan rief, die zunächst unsere Nachbarn gegenüber besuchten. Nein, wie niedlich!

Enten

Bei den Nachbarn bekamen sie etwas zu essen. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ihnen ein kleines Stück von meinem Brot zuzuwerfen. Die ganze Truppe kam im Watschel-Trab angelaufen. Dann warf die Nachbarin wieder ein Stück Brot und die rannten im Watschel-Trab wieder zurück. Das sah urkomisch aus. Wir spielten noch ein bisschen Enten-Tennis, dann hatte die Nachbarin keine Lust oder kein Brot mehr.

Enten_zutraulich

Es fiel mir schwer, mich von denen loszureißen, aber das Meer wartete ja noch auf mich! Wir radelten zum Strand.

Strandzufahrt

Über eine Stunde liefen wir am Strand herum, barfuß natürlich, mit den Füßen im Wasser. Ich könnte stunden- achwas, tagelang so weiterlaufen, für mich ist das die schönste und einzig sinnvolle Art spazieren zu gehen. Ansonsten finde ich diese Tätigkeit ja eher nutzlos und doof. Und weil das Meer so toll ist, gibt es hier jetzt Meer, Meer und noch mehr Meer – die volle Dröhnung!

Meer_01

Meer_02

Meer_03

Meer_04

Was wir in Norwegen eigentlich nur wegen der Länge der Schatten in der tiefstehenden Mittagssonne machten, hat sich mittlerweile zu einem Ritual entwickelt: Schatten-Selfies.

Schatten-Selfie

Irgendwann kreuzten Reiter unseren Weg. Ich beneidete die beiden. Zu gerne würde ich ja auch mal mit unserem Pferd am Strand entlang reiten. Allerdings sind sowohl der Sauerbraten als auch ich wohl mittlerweile zu alt für so’n Scheiß. ;)

Reiter_am_Strand

Zum Schluss noch einmal ein bisschen Meer und noch mehr Meer.

Hufspuren

Meer_05

Die Sonne stand mittlerweile ziemlich tief.

Meer_07

Aber leider waren wir für den Sonnenuntergang viel zu müde, der musste ohne uns stattfinden. Wir fuhren zurück zum Campingplatz. Im Zelt gab es Abendessen, dann testeten wir die Duschen und fielen todmüde auf die Luftmatratzen. Ich glaube, ich war schon eingeschlafen, bevor die Sonne endgültig untergegangen war …