Erste Runde durch Lillehammer

Mittlerweile war es zwar schon dunkel, aber das hielt uns nicht davon ab, noch eine Runde durch Lillehammer zu laufen. Wenn man im Winter in Norwegen Urlaub macht, darf man diesbezüglich nicht allzu empfindlich sein.

Unser Hotel lag direkt an der Storgata, der Haupteinkaufsstraße von Lillehammer. Diese gingen wir zunächst entlang.



Nachdem wir die Brücke über den vereisten Bach überquert hatten, begann die Fußgängerzone. Diese ist auch öfter in der Fernsehserie Lilyhammer zu sehen, die ja unter anderem dazu beigetragen hat, dass wir hier überhaupt gelandet sind.

Direkt zu Beginn der Fußgängerzone roch es nach verbrannter Wohnung, ein Geruch, den ich bekanntlich nie vergessen werde. Hier waren gleich mehrere Häuser ziemlich ausgebrannt, eines sogar eingestürzt. An einem Nachbarhaus war das gefrorene Löschwasser. Ich war ziemlich geschockt.

Ich brauchte eine Weile, bis ich weitergehen konnte. Ich weiß bis heute nicht, woran das liegt, aber ich MUSS mir sowas angucken, ich kann nicht einfach an einem Brand oder einem ausgebrannten Haus vorbeigehen, ich MUSS das sehen. Irgendwann riss ich mich los und wir gingen weiter.

Viele Norweger schmücken ihre Häuser und/oder die Bäume und Sträucher in den Vorgärten. In der Fußgängerzone in Lillehammer gibt es einen Hausbesitzer, der ein wenig übertreibt. Ich find’s allerdings echt hübsch!

Wir haben die Flamingo Bar aus der Serie gesucht, erst an der falschen Stelle, sind durch verschiedene Hinterhöfe gelaufen. Dabei kamen wir immerhin am Vinmonopolet vorbei. In Norwegen darf hochprozentiger Alkohol nicht in Supermärkten verkauft werden. Das Monopol auf den Verkauf hat der Staat.

Irgenwann starteten wir dann doch die Navigation und ließen uns zur Flamingo-Bar lotsen. Online konnte ich noch herausfinden, dass dort nun ein Nachtclub namens Brenneriet 1847 ist.

Gegenüber steckt übrigens ein Elch den Kopf in die Wand. ;)

Das Witzige ist übrigens, dass die Flamingo-Bar in der Straße ist, die bei den abgebrannten Häusern in die Fußgängerzone mündet. Wir hätten am Anfang unserer Runde nur richtig hinsehen und dort abbiegen müssen. ;)

Wir hatten überlegt, noch runter zum See zu gehen. Die Wege waren teilweise sehr rutschig und verschlungen, gingen hin und her. Wir kamen wieder an dem zugefrorenen Bach vorbei, als wir einer Unterführung unter den Bahngleisen folgten.

Einen direkten Weg zum See runter gab es nicht. Nach einer Weile dauerte uns das Herumlaufen zu lange und wir hatten genug und zum Hotel zurück wollten.. Als wir auf einer Brücke die Bahnschienen überquerten, sahen wir die Beleuchtung des Olympiaparks.

Wow! Ich wäre ja gerne noch dort hinauf gegangen, aber ich war viel zu kaputt, um das noch zu schaffen. Wir bogen in die Storgata ab und ich nutzte noch schnell die Gelegenheit, um das Hotel von außen zu photographieren.

Im Hotelzimmer legten wir nur schnell unsere Zwiebelpelle ab und gingen in den Speisesaal. Wir waren beide ziemlich hungrig.

Zum Abendessen gab es Coq au vin. Das habe ich zuvor noch nie gegessen, aber es war sehr lecker. Beim Buffet, das ich schnell knipste, als gerade mal keiner da war, wurde reichlich aufgetischt: Es gab auch Suppe, Brot, diverse Salate und zum Nachtisch Obstsalat mit Sahne. Wir gingen vollgefressen ins Zimmer zurück, ich schrieb an meinem Blogbeitrag, der Lebensabschnittsgefährte trank sein Bier, das wir auf unserer Runde im Supermarkt geholt hatten.

Wir legten uns schlafen. Eigentlich versuchte ich eher einzuschlafen, aber irgendein Geräusch, eine Mischung aus tropfendem Wasserhahn und klopfen hielt mich ziemlich lange wach. Ganz abenteuerlich waren allerdings die Geräusche, die die Klospülung unserer Nachbarn machte, wenn sie Wasser zog. Die ächzte und stöhnte sie vor sich hin, das kann ich gar nicht beschreiben. Und es dauerte verflucht lange, bis die fertig war mit Wasser ziehen.

Irgendwann schlief ich dann doch endlich ein …