Auf Stippvisite in Bodø

Bodø wurde 1940 von der Deutschen Luftwaffe fast vollständig zerstört, weswegen die Stadt keine historischen Sehenswürdigkeiten hat. Uns hielt das allerdings nicht davon ab, ein wenig in der Stadt herumzulaufen.

Ueberblick_Bodo

Hierzu verschafften wir uns am Bahnhof erst einmal Orientierung. Das Wetter war grandios, kein Vergleich mit den Wolkenbrüchen gestern Abend in Trondheim. Frohen Mutes stapften wir los.

Bodo_01

Unser erstes Ziel sollte die Touristeninfo sein, die aber leider geschlossen hatte. Hier ist noch Winter und ohne große Not verirren sich nicht allzu viele Touristen nach Bodø. Vielleicht lag es auch an den bevorstehenden Ostertagen. Die anscheinend recht großzügige Freizeitregelung über die Ostertage in Nordnorwegen habe ich nicht so ganz geblickt. Anyway, zu ist zu. Wir gingen weiter.

Stadthaus_Bodo

Als nächstes steuerten wir ein Einkaufszentrum an, da der Herr Lebensabschnittsgefährte irgendwo zwischen Darmstadt und Bahnhof Trondheim seine Mütze verloren hat und nun mit leicht unterkühltem Haupt durch die nördliche Polarregion lief. Glücklicherweise haben wir neulich in einem Outdoor-Laden ein wärmendes Untergewand für den Oberkörper gekauft, das mit einer Kapuze versehen ist, so dass er sich nicht die Öhrchen abfrieren musste. Denn offensichtlich besitzen und tragen norwegische Männer zwar Mützen, kaufen können sie diese aber nirgendwo. Wir haben jedenfalls kein Modell mit passendem Preis-/Leistungsverhältnis gefunden. Der Herr Lebensabschnittsgefährte weigerte sich standhaft, Mützen mit Bommeln anzuprobieren.

Und da wir nun schon shoppenderweise unterwegs waren, kaufte ich mir gleich noch einen norwegischen Labello (meinen hatte ich zuhause vergessen) und ein Souvenir. Letzteres kaufe ich in jeder Stadt, in der ich unterwegs bin.

Bodo_02

Nach unserer Shoppingtour liefen wir noch ein wenig in der Stadt herum und fanden zufällig das Rathaus.

Rathaus

Im Sommer kann man auf den Turm hinauf. Aber jetzt im Winter lohnt es sich wohl nicht, den Turm zu öffnen. Wir gingen weiter und fanden die Domkirche von Bodø mit ihrem freistehenden Kirchturm.

Gotisch ist toll, neugotisch ist abgrundtief hässlich. Zumindest von außen, im Inneren ist die Kirche ganz hübsch.

Bevor wir die Kirche verließen und zum Einkaufszentrum zurück schlenderten, zündete ich noch eine Gedenkkerze an und schickte dem darkinchen ein Photo, denn ich zündete diese Kerze auch stellvertretend für sie an.

Kerze_in_Bodo

So langsam machte sich Hunger breit. Im Einkaufszentrum war uns zuvor bereits ein Lokal aufgefallen, das recht gemütlich aussah und dort wollten wir nun hin.

Das Restaurant heißt Bjørk Und bietet das, was die Norweger typischerweise Essen, wenn sie ausgehen.

Bjoerk

Auf der Speisekarte findet man Sandwiches, Pizza und Burger, was meinen Geschmacksnerven sehr entgegenkommt. Die Lokale, in die wir meistens gehen, werden überwiegend von Norwegern in der Mittagspause oder zum Abendessen frequentiert. Mittags isst der Norweger Sandwiches und Ähnliches. Erst am Abend gibt es warmes Essen, das in Norwegen „Middag“ heißt.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof kamen wir am Tempelritterorden vorbei.

Tempel_Ridder_Ordenen

Auf dem letzten Stück kurz vor dem Bahnhof, hatten wir etwas Mühe, auf unsere Knochen aufzupassen. Da keiner von uns Lust hatte, hier mit einer Fraktur in einem Krankenhaus zu verweilen, während der andere mit dem Schiff das Nordkap erobert, eierten wir ziemlich vorsichtig dort hinunter.

Eisberg

Langsam wurde es Zeit, an Bord zu gehen. Wir holten unser Gepäck aus den Schließfächern, ich blickte noch ein letztes Mal auf die Gleise Richtung Süden und dann gingen wir zum Hafen.

Gleise