Auf Stippvisite in Trondheim

Gegen halb Sechs kamen wir in Trondheim an. Es war ein wenig wie Heimkommen und fühlte sich gut an. Weniger gut fühlte sich das Wetter an: Es regnete. Das hielt uns nicht davon ab, ein wenig im Zentrum herumzulaufen, nachdem wir unsere Koffer im Schließfach verstaut hatten. Das Schließfach ließ sich übrigens nur mit Kreditkarte bezahlen. Ich glaube, das ist die teuerste Kofferaufbewahrung ever. Aber preisgünstig gibt es in Norwegen sowieso nicht, also was soll’s. ;)

Schliessfaecher

Wir machten noch ein wenig die Stadt unsicher. Bei unserem letzten Besuch wurde auf der alten Stadtbrücke “Gamle Bybrua“ gebaut, weswegen wir sie noch einmal besuchten.

Trondheim_05

Langsam machte sich Hunger bemerkbar, außerdem öffnete der Himmel seine Schleusen. Wir wollten wieder bei Egon essen, allerdings vercheckte der Lebensabschnittsgefährte den Weg dorthin. Als meine Hose endgültig vom Regen durchnässt war und ich die Nase voll hatte von der Trondheimer Fußgängerzone bei strömendem Regen am Sonntagabend, verlangte ich von meinem Super-Pfadfinder, noch einmal auf dem Handy nach dem Weg zu schauen. Denn meiner bescheidenen Erinnerung nach, war Egon eben nicht in der Fußgängerzone, wie der Herr Lebensabschnittsgefährte felsenfest behauptete. Und natürlich sollte ich Recht behalten. Wir waren bereits zu weit gelaufen und an der Querstraße, in der sich das Restaurant befindet, vorbeigelaufen. Angesichts des Wetters hätte ich ihm am liebsten den Hals umgedreht. Angesichts des Wetters hatte ich allerdings wenig Lust, die Hände aus den Jackentaschen zu nehmen. Also ließ ich ihn am Leben, kehrte um und übernahm die Führung. Kurz darauf standen wir triefend und tropfend im Eingangsbereich des Restaurants.

Das Essen war wie erwartet sehr gut. Und der Nachtisch war einfach göttlich! Wir nahmen zwei verschiedene Gerichte und teilten uns beide.

Nachtisch_bei_Egon

Wir ließen uns reichlich Zeit und blieben noch eine Weile sitzen, bevor wir uns langsam auf den Weg zurück zum Bahnhof machten. Unsere Klamotten waren zwischenzeitlich wieder getrocknet und der Regen hatte nachgelassen bzw. sogar ganz aufgehört. Die Regen-Capes, die am Ein- bzw. Ausgang auslagen, benötigten wir glücklicherweise nicht mehr.

Regencapes

Wir schlenderten relativ gemütlich zum einzigen Supermarkt, der Sonntagsabends in Trondheim geöffnet hat. Dort versorgten wir uns mit dem Nötigsten, um während der Zug- und Schifffahrt nicht zu verhungern sowie uns stets mit heißen Getränken versorgen zu können, was bei einer Reise in ein Polargebiet sicher nicht der schlechteste Plan ist. Auf dem Weg zum Bahnhof kamen wir an einem überdimensionalen Staubsauger vorbei, der als Info-Tafel für das Ausbaggern des Hafens dient.

Staubsauger

Genug Sightseeing, wir gingen weiter zum Bahnhof. Unser Nachtzug sollte um 22:05 Uhr aus Bodø in Trondheim ankommen und wir hatten die Hoffnung, dass wir dann bereits einsteigen konnten. Der Tag war lang und wir waren echt müde. Glücklicherweise war es zum Bahnhof nicht mehr weit.