Erste Eindrücke

Der Bus füllte sich langsam und die Sitzplätze, die ich für uns ergattert hatte, mussten wir leider wieder frei machen, ebenso wie die Sitzreihe vor uns frei gemacht werden musste. Denn in diesen Sitzen war ein Kindersitz eingebaut, in dem ein Kleinkind sicher und angeschnallt transportiert werden konnte. An sich eine gute Einrichtung, wenn auch etwas nervig für uns. Also setzten wir uns nach hinten, wo noch zwei Plätze hintereinander frei waren. Leider nicht am Fenster, so dass ich nicht viel sehen und noch weniger photographieren konnte.

Auf der etwa 20-minütigen Fahrt kam mir ziemlich schnell der Gedanke, dass man sich hier ziemlich schnell an Nadelbäumen auf Felsen am Wasser satt sehen könnte. Ich allerdings konnte mich nicht sattsehen! Ich bedauerte aber ein wenig, dass wir nicht mit dem Zug gefahren sind. Vielleicht wäre der nicht so voll gewesen. Und vielleicht hätte es dort nicht so viele Tunnels gegeben.

Als wir Trondheim erreichten, diskutierten der Lebensabschnittsgefährte und ich, wo wir denn aussteigen müssten. Der Lebensabschnittsgefährte wollte an der zweiten Haltestelle raus, während ich davon überzeugt war, bis zur dritten fahren zu müssen. Der Mann entschied und sein Wille geschah, wir stiegen an der zweiten Haltestelle aus.

Nachdem wir unseren Koffer, der im Laderaum des Busses untergebracht war, in Empfang genommen hatten und der Bus abgefahren waren, hielten wir Kriegsrat. Der Lebensabschnittsgefährte begehrte zu wissen, in welche Richtung wir denn nun laufen müssten. „Am besten dem Bus nach“, konstatierte ich.

Karte_Bus_Hotel

Ich startete die Navigation auf meinem Smartphone, aber schon bald funktionierte da nichts mehr, die Verbindung war zu schlecht und brach ab. Kurz darauf erhielt ich die SMS, dass mein Tagespass für diesen Tag bereits aufgebraucht war. Wie bitte?! Später stellte sich heraus, dass die Navigations-App wohl munter Kartenaktualisierungen heruntergeladen hatte, bis das Datenvolumen aufgebraucht war. Sehr ärgerlich!

Trotzdem liefen wir gut gelaunt mit unserem Gepäck durch die fremde Stadt, eigentlich ziemlich zielsicher, obwohl wir nicht wirklich Ahnung hatten, ob wir auf dem richtigen Weg waren. Die Navigations-App des Lebensabschnittsgefährten, die auf dem aktuellen Stand war, bestätigte, dass wir auf der richtigen Fährte waren. Und irgendwann kamen wir auch endlich an, im kuschelig warmen Hotel.

Hotel

Das Zimmer war eher schlicht: ein Doppelbett, ein Fernseher, ein Sessel, ein Schreibtisch und ein Bad mit Dusche. Es war sauber und das Bett bequem, das war die Hauptsache. Die Aussicht war allerdings nicht so grandios:

Aussicht

Wir blickten auf die trostlose Fassade des Nachbarhauses. Aber das war halb so schlimm, wir waren schließlich so kurz hier, dass wir nicht vorhatten, viel Zeit im Hotelzimmer zu verbringen. Ich packte einen Teil unserer Sachen aus, vornehmlich den Wasserkocher und den löslichen Kaffee, den ich mir aus Deutschland mitgebracht hatte, trank einen Kaffee und dann machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden.

Fussgaengerzone

Wir schlenderten die Fußgängerzone entlang, betrachteten die Auslagen der Geschäfte, amüsierten uns über lustig klingende Wörter in der fremden Sprache und wunderten uns, dass relativ wenig los war. So spät war es ja noch nicht, auch wenn es uns schon recht spät vorkam, da es schon so lange dunkel war.

schroeder

Irgendwann kamen wir an einen Supermarkt und gingen hinein. Supermärkte in fremden Länden sind immer sehr interessant und sagen viel über die Gewohnheiten der Bewohner aus. Und wir haben ja auch stets im Hinterkopf, dass wir gerne nach Norwegen auswandern würden. Da muss man sich im Vorfeld schlau machen, ob man überhaupt überlebensfähig wäre. ;)

Es gab wenig Fleisch und das, was es gab, sah wenig appetitanregend aus. Gehacktes aus Geflügel (rechts im Bild) gibt es bei uns gar nicht, oder? Und das dunkle Hackfleisch sieht auch nicht gerade lecker aus.

Hackfleisch

Die Candy-Bar war dafür umso besser!

Als nächstes schauten wir uns das Einkaufszentrum Tronheim Torg an.

Architektonisch ist dieses Einkaufszentrum wirklich spannend, witzig und originell. Zur Straße hin steht nach wie vor eine Reihe typisch norwegischer Holzhäuser, die mit einem Dach mit dem Hauptgebäude verbunden sind.

Und da wir schon beim Thema Shoppen sind: Man kann sich wunderbar einbilden, reich zu sein – bei einem Wechselkurs von 8:1. ;)

Es wurde Zeit fürs Abendessen und wir waren auch ein wenig müde, schließlich hatten wir einen anstrengenden Tag hinter uns. Zunächst gingen wir zurück zum Hotelzimmer, aßen zu Abend und ruhten uns aus, ließen die Eindrücke des Tages Revue passieren und waren einfach nur zufrieden und glücklich.

Später am Abend machten wir uns noch einmal auf den Weg, diesmal Richtung Hafen. Der Weg dorthin führte über die Bahngleise mit Blick auf den Bahnhof.

Wir umrundeten das Pirbadet, Norwegens größtes Hallenbad. Aber da wir kein Schwimmzeug dabei hatten, fiel diese Freizeitbeschäftigung aus.

In der Nähe des Hafens ist auch das Rockmuseum Rockheim, dessen Beleuchtung weithin zu sehen ist.

Wir drehten noch eine Runde über den Kai, von dessen Spitze aus man einen tollen Blick auf das nächtliche Trondheim hat.

Dann waren wir durchgefroren und müde. Wir gingen zum Hotel zurück, wo wir todmüde in die Betten fielen.