Norwegen, wir kommen!

Buchung

YES! Reisefieber brach unverzüglich aus, schließlich dauerte es nur noch zwei Wochen. In den folgenden Tagen kauften wir noch ein paar warme Klamotten, buchten ein Auto, kauften eine Straßenkarte und eine Dashcam und wälzten unsere fünf (in Worten: fünf!) Reiseführer, die sich hier mittlerweile angesammelt hatten, checkten Einreise- und Zollbestimmungen sowie erlaubtes und unerlaubtes Gepäck bei Flugreisen.

Außerdem bestellten wir für den Lebensabschnittsgefährten ein zusätzliches Objektiv für seine Kamera. Lieferung sollte am 20. oder 21. Januar erfolgen. Am 20. Januar fuhr das Paket anscheinend auch an unserer Haustüre vorbei, wurde aber zurück ins Paketzentrum gebracht, da es defekt war. Tja und dort hing es ab dem 21. Januar fest.

DHL-Verlauf

Ich telephonierte mit dem Händler und erklärte ihm, dass wir das Objektiv mit auf Reisen nehmen wollten. Er vertröstete mich darauf, dass ich Mittwoch noch einmal anrufen sollte, falls das Objektiv bis dahin nicht eingetroffen sei, er würde dann ein neues abschicken. Da uns dies zu heikel war, kauften wir kurz entschlossen drei Tage vor Abflug das Objektiv bei Saturn und machten von unserem Widerrufsrecht Gebrauch.

Ein weiteres Problem stellte die Beschaffung von Norwegischen Kronen dar. Man ist ja ein wenig aus der Übung beim Thema Fremdwährungen. Das gilt auch für die Banken, die gar keine Devisen mehr vorhalten. Es dauert einige Tage, bis sie diese herangeschafft haben, man muss vorbestellen. Allerdings soll es wesentlich preisgünstiger sein, mit der Kreditkarte im Ausland Geld am Automaten abzuheben, daher beschließen wir, es so zu handhaben. Wir fliegen also ausschließlich mit Euro in der Tasche nach Oslo.

Gleichzeitig begann ich endlich mal damit, mich ein wenig in meinen schon im Jahr zuvor gekauften Sprachkurs Norwegisch mit System einzulesen und vor allem zu hören, damit die Sprache nicht ganz so ungewohnt klingt und ich wenigstens „Guten Tag“ und „Danke“ auf Norwegisch sagen kann. Zu mehr reicht es in der kurzen Zeit dann aber auch nicht und ich muss mich auf die Informationen, dass alle Norweger Englisch sprechen würde, verlassen.

Außerdem brauchte ich noch etwas zum Anziehen. Das gilt für Frauen nicht nur im Sommerurlaub, auch für winterliche Landschaften benötigen wir angemessene Urlaubskleidung, die zu mindestens 50 % neu sein muss. In diesem Fall war sie ziemlich unsexy und bestand neben einem dicken Pullover in einer gefütterten Thermo-Jeans. Da es letzteres für Frauen im Deutschen Einzelhandel anscheinend nicht gibt, bleibt nur die Kinder- bzw. bei 180 cm Höhe und rund 70 kg Breite wohl eher die Herrenabteilung.

Und dann ging es erst richtig los: Eine Flugreise! Was darf man denn überhaupt mitnehmen und wie schwer darf der Koffer sein? Was darf ins Handgepäck, was muss ins Handgepäck? Und bloß keine Kartoffeln mitnehmen, die dürfen unter keinen Umständen nach Norwegen eingeführt werden! Nicht, dass wir das vorgehabt hätten, aber das sind so Hinweise, über die man stolpert, wenn man sich mit den Reisevorbereitungen beschäftigt und zuviel Zeit hat.

Zu guter Letzt mussten wir noch entscheiden, was wir in der kurzen Zeit unternehmen und anschauen wollten. Wir mussten herausfinden, was im Winter überhaupt geöffnet hat und was davon sich für uns lohnte. Dann war noch die Frage zu klären, wieviel man bei kaltem Wetter überhaupt schaffen und aushalten würde. Wir beschlossen, einen Mietwagen zu buchen, um uns auch noch ein wenig außerhalb von Trondheim umzusehen. Wir überlegten uns die Route, die wir fahren wollten, und machten generell einen groben Plan, wann wir was unternehmen wollten.

Endlich waren zwei quälende Wochen vorbei, Freitagmorgen, Zeit zum Flughafen zu fahren …