Göteborg – Hamburg – Darmstadt

Nach einer Erholungspause für unsere Füße zogen wir uns wieder an und gingen an Deck. Das Ablegen und Wenden wollten wir nicht verpassen. Und ich hatte ja noch etwas nachzuholen: Ich wollte noch sehen, wie das Schiff unter der Älvsborgsbron durch fährt. Aber zunächst mal das Ablegen, das war spannend genug, denn ablegen und wenden war quasi ein Vorgang, denn das Schiff wickelte sich mit dem Heck um den Anleger.

Das bot die Gelegenheit, Göteborg bei Nacht zu knipsen und die Panorama-Funktion des Smartphones mal auszuprobieren.


Blöderweise waren die Schornsteine im Weg. Mittlerweile hatten wir den Anleger umrundet und es konnte vorwärts gehen.

Die Brücke war ja bekanntlich nicht weit weg. Das sah schon auf die Distanz sehr knapp aus.

Ich wollte das eigentlich filmen, aber an diesem Punkt hier:

war der Akku meines Smartphones leer. Das ist der Screenshot vom letzten Bild meines Videos. Ganz großes Kino! Zum Glück hatte der Lebensabschnittsgefährte dieselbe Idee und hat mir sein Video zur Verfügung gestellt.

Wir drehten noch eine Runde durchs Schiff, kauften Souvenirs im Schiffs-Shop, dann gingen wir in die Kabine, wo es Knabberzeug und Bier für den Lebensabschnittsgefährten sowie Tee und Schokolade für mich gab, bevor wir ins Bett gingen.

In dieser Nacht hatte ich wesentlich besser geschlafen als in der Nacht davor und zumindest die zeitliche Orientierung war mir gegeben. Als wir um kurz nach 6 Uhr wach wurden und uns nach Kaffee und Frühstück fertig gemacht hatten, präsentierte sich die Kieler Förde neblig trüb.

Wir gingen wieder in die Caféteria und blickten aufs trübe Kiel, während wir mit einer Tasse Kaffee darauf warteten, dass das Schiff im Hafen anlegt. Dies verzögerte sich allerdings um 10 Minuten, da es – wie wir vom Kapitän per Durchsage erfuhren – im Hafen einen Stau gab.

Endlich angekommen, erwartete uns am Terminal etwas, das bei der Abreise noch nicht dort zu sehen war: Die Polizei kontrollierte die ankommenden Reisenden. Vermutlich ist dies auf die Ereignisse auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zurückzuführen.

Wir hielten uns in Kiel nicht lange auf. Wir gingen direkt zum Bahnhof und stiegen in den erstbesten Zug nach Hamburg, wo wir ein paar Stunden Aufenthalt geplant hatten. In Neumünster mussten wir umsteigen und landeten in einem hoffnungslos überfüllten Zug. Zunächst ging es nicht weiter, eine Durchsage teilte mit, dass der Lokführer auf seine Ablösung wartete. Kurz darauf fuhr der Zug dann doch los, allerdings nur bis Elmshorn. Dort musste der Lokführer erneut auf die Ablösung warten und kündigte 20 Minuten Verspätung an. Auf dem gegenüberliegenden Gleis, so erfuhren wir gleichzeitig, würde drei Minuten später ein Zug nach Altona fahren, den wir dann nahmen. Von dort aus fuhren wir mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof, was praktischerweise sogar mit unseren Bahntickets möglich war.

Am Hauptbahnhof endlich angekommen sperrten wir unsere Koffer in ein Schließfach und starteten unsere geplante kleine Sightseeingtour. Zunächst liefen wir die Mönkebergstraße bis zum Rathaus entlang.

Wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt dort, der von Polizisten bewacht und mit Betonklötzen davor geschützt wurde, mit einem Fahrzeug angegriffen zu werden.

Anschließend setzten wir unseren Weg zum Jungfernstieg fort. Der Lebensabschnittsgefährte war noch nie an der Alster, das galt es nachzuholen. Zunächst erwartete uns allerdings ein weiterer Weihnachtsmarkt: Weißerzauber.

Die Polizeipräsenz bei dieser Veranstaltung war enorm, alle paar Meter traf man auf kleine Gruppen von Polizisten, unglaublich viele Polizeifahrzeuge standen überall herum. Ich war unschlüssig, ob mir das nun ein Gefühl von Sicherheit geben sollte, generell bin ich ja ein Freund von Polizeipräsenz, oder ob mich diese hohe Anzahl eher erschrecken sollte. Waren hier so viele, weil sie irgendwas wussten, das ich nicht wusste? Übrigens waren alle Polizisten, die uns begegneten, mit Maschinenpistolen bewaffnet. Auch das ist ja eher ungewöhnlich.

Wettermäßig zeigte sich Hamburg von seiner besten Seite. Bei feinstem Winterwetter wanderten wir an der Alster entlang zurück Richtung Innenstadt.

Früher standen hier übrigens mal richtige Ganzjahresbäume und nicht nur abgeholzte Tannen zur Weihnachtszeit.

Langsam bekamen wir Hunger. Eigentlich wollten wir der Empfehlung einer Bekannten folgen und bei Jim Block essen. Aber da war es so überfüllt, dass wir nach einer Alternative suchten und diese auch ein paar Ecken weiter fanden:

BetterBurgerCompany. Innen ist nicht viel Platz, man sitzt auch relativ eng.

Aber das Essen war gut und reichlich. Dazu gab es Eistee satt.

Was ich hier übrigens nicht erwartet hatte: Senf aus Norwegen.

Anschließend hatten wir noch etwas Zeit totzuschlagen aber keinen dazu passenden Plan. So liefen wir nochmal zur Binnenalster und bestaunten dieses von der anderen Seite.

Und da wir schonmal hier waren, warfen wir auch noch einen Blick auf die Außenalster.

Wir gingen noch einmal zur Mönkebergstraße und dort ins Levantehaus, einem von außen eher unscheinbaren, aber innen sehr schönen, kleinen Einkaufszentrum ohne die üblichen Ketten und Labels.

Wir machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof und holten unsere Koffer aus den Schließfächern. Bei der Gelegenheit warf ich einen Blick auf mein Smartphone. Ich hatte per E-Mail von der Bahn die Mitteilung bekommen, dass es Neuigkeiten bei der gebuchten Verbindung gebe: Ein Oberleitungsschaden legte den Betrieb lahm. Unser Zug sollte etwa 20 Minuten Verspätung haben. Ein Ausweichen auf einen anderen Zug war nicht möglich bzw. sinnlos, da alle Züge umgeleitet wurden. Na toll! Damit wurde es knapp mit unserem Anschlusszug in Frankfurt.

Machen konnten wir dagegen ohnehin nichts, also ergaben wir uns unserem Schicksal, holten uns noch heiße Schokolade und was Leckeres beim Bäcker und stiegen in unseren Zug, der pünktlich um 15:24 Uhr Hamburg verließ. Wir zuckelten recht gemütlich bis nach Hannover. Erst danach konnte der Lokführer richtig Gas geben und wir rasten ICE-mäßig weiter nach Frankfurt.

Dort kamen wir mit etwa 18 Minuten Verspätung an. Unsere Umsteige-Zeit betrug 20 Minuten. Frankfurt ist ein Kopfbahnhof. Wir saßen ursprünglich ganz hinten, haben uns aber rechtzeitig auf den Weg gemacht, um direkt aus dem ersten Wagen aussteigen zu können. Dann Beine in die Hand und los geht’s, zum anderen Gleis rennen. Wir haben es tatsächlich geschafft und sind mit unserem planmäßigen IC von Frankfurt nach Darmstadt nach Hause gefahren. Dem gleichen IC, der in Hamburg auf dem Gleis gegenüber auch etwa 15 Minuten nach uns losfuhr. Keine Ahnung, warum wir nicht einfach den genommen haben … ;)

Der Schritte waren genug gewechselt, lasset endlich Sofas folgen … Unser diesjähriger Weihnachtsmarktmarathon war damit beendet. ;)