Color Magic

Im Terminal war die Hölle los! Alles war voller lauter, schnatternder, Bier trinkender Norweger. Es war etwa 12:30 Uhr und die tranken hier ihr Bier, ganz normale Leute wie du und ich.

Als eine Lautsprecher-Durchsage ertönte, dachte ich, es wäre endlich so weit. Aber die Stimme quasselte und quasselte und quasselte und hörte gar nicht mehr auf. Dann ertönte Musik in ohrenbetäubender Lautstärke und hinten in einer Ecke wurde getanzt.

Danach ging die Warterei weiter, bis endlich das Boarding begann. Die Norweger sind schon ein seltsames Völkchen.

Das Schiff unterschied sich nur in ein paar Details von seinem Schwesterschiff. Wir waren dieses Mal auf Deck 8 in Kabine 302 untergebracht. Das schlimmste daran: Hier war alles spiegelverkehrt! Das machte zu Beginn die Orientierung in der an sich ja recht kleinen Kabine ungemein schwierig.


Wir legten erstmal die Füße hoch.

Als das Schiff ablegte, gingen wir aufs Sonnendeck, um dort das Wenden im Hafen mitzuerleben. Wenn so ein riesiger Kahn sich um die eigene Achse dreht, ist das schon ziemlich spektakulär, aber natürlich blöd zu knipsen, wenn man an Bord ist.

Sonnenuntergänge im Süd-Norwegischen Winter sind toll, vor allem, weil sie fast den ganzen Tag dauern. Dieses Bild entstand um 14:08 Uhr. ;)

Später gingen wir in der Burger- und Sportsbar essen. Allerdings überzeugte der norwegische Fischburger weder meine Geschmacksnerven noch meine Gallenblase.


Anschließend machten wir noch einen Rundgang durchs Schiff, kauften, schrieben und verschickten die einzige Postkarte. Dann bummelten wir in die Kabine zurück, legten die Füße hoch, spielten und lasen.

Der Seegang war wesentlich stärker als auf der Hinfahrt, man konnte ihn sogar in der Kabine spüren. Irgendwann stand ich nochmal auf und zog mich an. Auf dem Sonnendeck war der Wind mittlerweile so stark, dass man es an der Seeseite gar nicht aushielt. Ich ging runter auf Deck 7, dort war der Wind weniger stark, und beobachtete die Gischt eine Weile. Als ich ausreichend durchgepustet war, ging ich zurück in die Kabine und kuschelte mich ins gemütliche Bett.

Wir schauten einen Film, dann schliefen wir ein.

Um 06:45 Uhr wurde ich wach. Draußen war es zwar noch stockdunkel, aber schon wenige Minuten später sah man den ersten Lichtschimmer am Horizont. Ich ging duschen und trieb den Lebensabschnittsgefährten zur Eile an. Ich wollte den Sonnenaufgang sehen! Als wir beide fertig waren, war es 07:30 Uhr. Wir holten einen Kaffee auf Deck 7 und begaben uns aufs Sonnendeck.

Die morgendliche Brise war frisch, aber das tat der Schönheit des Anblicks keinen Abbruch. Bis halb Neun harrten wir aus und knipsten und genossen die Ruhe und die Einsamkeit.

Dann gingen wir in die Kabine, wo die Morgensonne uns bereits erwartete. Wir machten uns heiße Schokolade und frühstückten.


Erkenntnis des Tages dabei: Nuss-Nougat-Creme aus der Tube weckt unschöne Assoziationen. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und gingen wieder nach draußen aufs Heli-Deck, um die Einfahrt in den Kieler Hafen mitzuerleben.

Auf Höhe der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek wendete das Schiff. Hier war der Anblick ebenfalls grandios. An dieser Stelle ist der Hafen nicht so irrsinnig breit, vom Ufer aus ist das sicher sehr spektakulär zu beobachten. Als wir gedreht hatten, fuhren wir Heck voraus auf den Anleger zu.

Wir standen ganz hinten auf dem Schiff, also jetzt ganz vorne. Der Wind war eisig, aber das Gefühl war toll!

Nach dem Anlegen holten wir in der Kabine unser Gepäck und Dank der Möglichkeit, auf Deck 7 rauszugehen, konnten wir uns am Trolley-Geschwader vorbeimogeln und das Schiff zügig verlassen.