Tag 21 - Der vermutlich teuerste Tag der Reise

Zum Frühstück gab es etwas ganz Besonderes: Pfanncrepês. Crepês-Teig in Pfannkuchenstärke ausgebacken mit Erdbeermarmelade oder Nugatti bestrichen.

Pfanncrepês

Die Aussicht war zwar immer noch ganz toll, das Wetter aber leider nicht mehr so wie am Vortag.

Wir fuhren nach Hammerfest. Zunächst mussten wir einkaufen. Der Kiwi (Lebensmittelladen) und der Europris (Gemischtwarenladen) teilen sich einen Eingang und da wir nicht drauf achteten, landeten wir erst einmal im Europris. Macht aber nichts, auch dort gab es ein paar Dinge, die wir gebrauchen konnten. Anschließend gingen wir dann noch in den Kiwi.

Am Ortseingang von Hammerfest steht ein Schild am Wegesrand mit dem Zeichen für Abwasserentsorgung von Wohnmobilen. Im Busdepot von Snelandia ist es kostenlos möglich, Grauwasser zu entsorgen. Einen Trinkwasserhahn haben wir nicht entdecken können, weswegen wir nochmal zum Wohnmobilstellplatz beim Hurtigrutenkai gefahren sind, um dort Trinkwasser aufzufüllen. Bei der CircleK im Ort haben wir dann noch den Reifendruck geprüft. Danach hatten wir die Nase gründlich voll von Menschen und urbanem Milieu und all dem Stress, den Stadtleben so mit sich bringt. Außerhalb der Stadt gab es auf einem Rastplatz unser Mittagessen.

Mittagessen

In Norwegen muss immer mit Abblendlicht gefahren werden. Das ist im Ranger etwas nerviger als im Qashqai, denn der Ranger gibt ununterbrochen Laut, wenn man die Fahrertüre öffnet, während das Abblendlicht noch eingeschaltet ist. Ein vollkommen sinnloses Signal, denn der Ranger schaltet das Licht sowieso aus, kurz nachdem man die Türe abgeschlossen hat. Bisweilen vergessen wir, das Licht einzuschalten, denn da dieses Signal so nervig ist, schaltet der Herr Lebensabschnittsgefährte das Licht manchmal aus.

Ein weiterer Grund für ihn, das Licht auszuschalten ist beim Umräumen auf einem Stellplatz, weil er meint, dass das Licht nachts jemanden stören könne, wenn wir nachts mal vorne dran müssen. Ich musste lachen, als er mir das erzählte. Zum einen müssen wir nachts nie an die Fahrerkabine, denn dort ist nichts drin, das wir nachts im Camper brauchen. Zum anderen wurde der Himmel nicht mehr dunkel, seit wir den Polarkreis überquert haben. Wen sollte da ein zusätzliches Licht stören?

Die Strecke kannten wir ja nun schon. Im Winter waren wir hier und auf der Hinfahrt Ende Juni sind wir hier auch entlang gefahren. Daher fuhren wir relativ zügig durch.

Und plötzlich hatte der Herr Lebensabschnittsgefährte ganz andere Probleme, als beeindruckende Panoramen oder ungewöhnliche Materialtransporte, denn seine Kamera zeigte nur noch eines:

Please turn the camera off and than on again.

Puh. Was tun? Am Morgen waren wir uns noch einig, dass unser Bedarf an Menschen und Stadtgewusel bis auf Weiteres gedeckt sei. Nun blieb uns nichts anderes übrig, als uns ins nächste Stadtgetümmel zu schmeißen und in Alta nach einem Photogeschäft zu suchen.

Auf nach Alta

Wir hofften, jemanden zu finden, der in der Lage ist, die Kamera zu reparieren, vielleicht nicht am selben Tag, wir würden in der Nähe bleiben und die Landschaft ungeknipst genießen. Gleichzeitig hatten wir uns auch schon darauf eingerichtet, ggf. eine neue Kamera zu kaufen.

Zunächst gingen wir in einen Elektronikmarkt. Dort gab es weder jemanden, der sich mit Kameras auskannte, noch für uns interessante Kameras. Offensichtlich gibt es dafür keinen Markt in der Finnmark. Aber immerhin nannte man uns ein Geschäft, das zumindest in der Vergangenheit Kameras verkaufte. Ob sie es noch tun würden, wusste der nette Eletronikmarktverkäufer nicht, aber einen Versuch sei es ja wert.

Das Photogeschäft war fußläufig erreichbar und die Verkäuferin dort extrem nett. Zur Reparatur hätte sie die Kamera einschicken müssen, deswegen gab sie uns den Tipp, sich in der Photo-Facebook-Gruppe in Alta zu melden und dort zu fragen, ob vielleicht einer Ahnung hätte und die Kamera reparieren könnte. Die Gruppe sei sehr aktiv und da wären auch Leute, die richtig Ahnung hätten.

Zu Kaufen gab es nur eine Kamera, die für uns in Frage kam. Und da wir zwar die Idee mit der Photo-Facebook-Gruppe ganz witzig fanden, uns aber eigentlich nicht lange mit dem Thema aufhalten wollten, beschlossen wir die Kamera zu kaufen und so hat der Herr Lebensabschnittsgefährte nun eine neue.

Neue Kamera

Zusätzlich zur Kamera gab es von der Mitarbeiterin noch den Tipp für einen Photo-Hotspot für 1a-Mitternachtssonnenbilder, den wir aber aufgrund von bewölktem Himmel nicht nutzen konnten.

Nun war unser Bedarf an Menschen und Städten aber endgültig gedeckt. Und auf langes Fahren hatten wir auch keine Lust mehr. Wir fanden einen Parkplatz am Kvalfjord, wo wir uns für die Nacht zurecht machten.

Zum Schluss wie immer die Statistik: 176 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.

176 km