Unterwegs für die Kultur

Für einen der Standorte meines Arbeitgebers bekam ich neulich einen Ständer für einen Kiosk-PC geschenkt. Das Teil ist saupraktisch, sieht gut aus und ist eine viel bessere Lösung, als die, die wir jetzt mit dem Kiosk-PC praktizieren. Irgendjemand muss das 11 kg schwere Teil nämlich jeden Morgen aus einem abschließbaren Raum holen, auf einen Tisch im Café wuchten, anschließen und einschalten, und kurz vor Feierabend das ganze Prozedere in umgekehrter Reihenfolge. Das ist bei den Kollegen eher unbeliebt, daher sagte ich zu, als ich gefragt wurde, ob wir das Teil gebrauchen können. Naiverweise ging ich davon aus, dass das ohne Probleme in den Kofferraum unseres Autos passen würde. Im Januar, als ich das letzte Mal im Büro war, musste ich allerdings feststellen, dass dem nicht so ist. Seitdem stand das Ding blöd in der Gegend herum und nur im Weg.

Wir hatten oft hin und her überlegt, wir wir das Teil am besten transportieren könnten, bis ich neulich über eine private Anzeige bei ebay stolperte, wo jemand seinen Anhänger zur Miete anbot. Der Preis war wirklich top und wir vereinbarten einen Termin. Gestern war es dann so weit. Um 6 Uhr morgens klingelte unser Wecker. Da ich die Nacht eh nur wenig und ausgesprochen schlecht geschlafen hatte, war ich schon vor dem Wecker wach. Ich stand also auf und trank meinen Kaffee. In der Zwischenzeit ging der Lebensabschnittsgefährte duschen. Anschließend frühstückten wir, bevor ich unter der Dusche verschwand. Um kurz vor Sieben waren wir tatsächlich so weit und machten uns auf den Weg. Wir mussten noch tanken und dann ans andere Ende der Stadt, den Anhänger abholen.

Das Wetter war super. Da wir am selben Tag noch zurück fahren wollten, war ich nicht böse darum. Wir nahmen den Hänger in Empfang. Leider funktionierte die Beleuchtung von dem Teil nicht einwandfrei, weswegen wir die ganze Fahrt über besondere Vorsicht walten ließen. Allerdings haben verschiedene Kontrollens ergeben, dass Dank der Sonneneintrahlung die Beleuchtung sowieso kaum bis gar nicht wahrnehmbar war. So ist es vermutlich gar nicht aufgefallen, dass sie defekt ist. Wir fuhren jedenfalls los. Erst mussten wir noch einmal in die Innenstadt, den Kiosk-Ständer einladen.

Klappernde Kleinteile mussten im Kofferraum reisen. Der Rechner selbst war auch mit an Bord und „saß“ angeschnallt auf der Rückbank (links im Bild).

Wir schlichen so vor uns hin. Gelegentlich überholte uns ein Lkw.

Zwar ist der Anhänger bis 100 km/h zugelassen, aber wenn hinten kein Aufkleber mit der 100 im roten Kreis draufpappt, darf man die nicht fahren. Da unser Tacho meist fünf bis sechs km/h zuviel anzeigt, gurkten wir mit 84 km/h auf der Autobahn herum.

In Nentershausen machten wir eine kurze Pause und ein Photo von unserem Gespann. Dann cruisten wir weiter. Spannend ist ja jedes Mal die Fahrt über die Leverkusener Rheinbrücke, die seit 2012 für Fahrzeuge über 3,5 t sowie mehr als 2,30 m Breite aufgrund von Rissen in der Tragwerkskonstruktion gesperrt ist.

Mir ist immer etwas mulmig zumute, wenn ich da durch fahre. Ansonsten verlief die Fahrt ruhig und reibungslos und wir kamen zur verabredeten Zeit in der Niederrhein-Bronx an. Und einen Rastplatz habe ich auch mal wieder geknipst.

Da wir ohne Warnblinker nicht einfach auf der Straße stehen bleiben wollten zum Ausladen, fuhren wir auf den Supermarkt-Parkplatz gegenüber in die hinterste Ecke, wo der Hänger niemanden stört. Mit der Sackkarre, die wir in weiser Voraussicht im Kofferraum dabei hatten, beförderten wir unsere Fracht in die Räumlichkeiten der Einrichtung. Dann holten wir den Kleinkram und begannen mit dem Aufbau.

Während der Lebensabschnittsgefährte werkelte und konfigurierte, quatschte ich mit Chef, schließlich hatten wir seit Januar keine Teamsitzung mehr, da gab es ein paar Dinge zu besprechen. Anschließend richteten wir noch den neuen Drucker ein und ich legte den Laptop einer Kollegin mit Windows-Updates lahm. Dann machten wir uns wieder aus dem Staub und traten die Rückreise an, natürlich nicht ohne uns beim Supermarkt noch mit Proviant zu versorgen.

Der Lebensabschnittsgefährte war auf der Hinfahrt gefahren, zurück fuhr ich nun. Unsere Ladung bestand jetzt nur noch aus zwei leeren Wasserkästen, die auf der Hinfahrt zusätzlich zu den Zurrgurten dafür sorgen sollten, dass die Ladung über der Achse liegen bleibt und nicht nach vorne rutscht. Natürlich wurden unsere beiden Begleiter ordnungsgemäß angeschnallt, von wegen Ladungssicherung und so.

Wir gurkten mit gemütlichen 90 km/h (lt. Tacho, also ca. 84 km/h tatsächlich) äußerst spritsparend wieder nach Darmstadt zurück. Zum ersten Mal seit wir dieses Auto haben, benutzte ich den Tempomat. Normalerweise mag ich das ja nicht ganz so gerne, aber da langsames Fahren nicht gerade zu meinen Stärken gehört, war es diesmal wohl besser so. Nach Darmstadt zurückgekehrt brachten wir erst den Anhänger wieder nach Hause. Anschließend lieferten wir unsere beiden „Beifahrer“ von der Rückbank wieder dort ab, wo wir sie ausgeliehen hatten, dann fuhren wir erneut zur Tankstelle.

Diese Tankstelle mitten in Darmstadt steht übrigens unter Denkmalschutz und hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Leider ist ihr Ende nah. Das Grundstück ist samt Gebäude verkauft und der Pachtvertrag wird wohl nicht verlängert, war in der Zeitung zu lesen. Ich finde das sehr schade um die schöne Tankstelle. Denn auch wenn man das Gebäude selbst ja nicht abreißen darf, ist es ohne Tankstellenbetrieb nicht dasselbe.

Wir tankten übrigens genauso viele Liter wie wir am Morgen getankt hatten. Und der Verbrauch war Dank auferzwungener Spar-Fahrweise auch deutlich niedriger als sonst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.