Mainhattan-Weekend Part Two

Der zweite Tag unseres Mainhattan-Weekends war der eigentliche Anlass für das 3-Tage-Ticket des RMV: Ich hatte über ein Gewinnspiel bei Facebook eine Fahrt für vier Personen mit dem #muhboot auf dem Main gewonnen! Als erstes wurde das darkinchen ins sonnige Südhessen beordert, denn diese muss bei Milka unbedingt dabei sein. Die Vierte im Bunde war die Mutter des Lebensabschnittsgefährten.

Eigentlich war es am Pfingstsonntag viel zu heiß, um in der prallen Sonne auf dem Fluss herum zu schippern, aber was soll’s, die Gelegenheit war einmalig, also nahmen wir das in Kauf. Gut gelaunt fuhren wir mit dem Zug nach Frankfurt. Dort angekommen hatten wir Bärenhunger, konnten uns aber nicht entscheiden, was wir essen wollten. Es war eigentlich viel zu heiß zum Essen, alles war voller Menschen und außerdem vertrage ich ja eh nicht alles, was es nicht gerade einfacher machte. So machten wir hungrig und etwas weniger gut gelaunt auf den Weg zum Holbeinsteg, wo die Tour losgehen sollte, mit der Hoffnung, unterwegs über eine Lokalität zu stolpern, die etwas Essbares anbot, mit dem wir alle einverstanden waren. Die Gefahr, in Frankfurt zu verhungern, scheint allerdings groß zu sein. Jedenfalls fanden wir nichts Akzeptables bis zu unserer Ankunft am Boot, was in Kombination mit der mörderischen Hitze die Stimmung ein wenig drückte.

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Diese wurde aber kurz aufgehellt, als wir am gegenüberliegenden Ufer das #muhboot entdeckten! Zugleich machte sich die Hoffnung, dem Hungertod mit Schokolade zu entfliehen, breit. Wie sich später herausstellen sollte, wurden wir natürlich nicht enttäuscht. Ein Milka-Trip ohne Schokolade – Das wäre ja noch schöner!

Wir überquerten den Main und suchten uns in der nähe des Anliegers ein schattiges Plätzchen, um auszuruhen und endlich aus der Sonne zu kommen. Außerdem mussten wir ja auch noch auf Mama Lebensgefährte warten. Die Stimmung besserte sich langsam wieder. Und um 14 Uhr gingen wir erwartungsvoll an Bord und sahen uns um.

Unter Deck befindet sich die Alpenlounge. Dort kann man sich hinsetzen, Kinder können malen und auch das WC befindet sich da unten, ganz stilecht hinter einer lila Holztür mit Herzchen.

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Überhaupt ist die ganze Aufmachung von dem Kahn echt witzig und gut gelungen. Wie wir vom Stewart erfahren, hat unser Boot schon einige Jahre auf dem Buckel, soll Baujahr 1930 sein, was ich ihm sofort glaube. Es gibt sogar ein Sonnendeck, welches allerdings während der Fahrt geschlossen ist, weil der Kapitän nichts sehen kann, wenn da Leute rumsitzen und rumliegen. Aber da wir noch eine halbe Stunde Zeit haben, bis wir ablegen, kann das darkinchen die Gelegenheit noch ein wenig nutzen.

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Um 14:30 Uhr geht es dann endlich los. Wir fahren erst Richtung Osten bis kurz hinter die Deutschherrnbrücke, wo der Osthafen beginnt. Die Lebensabschnittsgefährtenmutter kennt sich gut aus in Frankfurt und erzählt uns viel Interessantes über die Gebäude, die wir am Ufer sehen können. Leider hat die Sonne mein Gehirn zu sehr verbrutzelt, als dass ich mir davon irgendetwas hätte merken können. So lasse ich jetzt einfach mal ein paar Bilder sprechen.

Das neue EZB-Gebäude wirkt meiner Meinung nach an der Stelle reichlich deplatziert und ist auch wesentlich kleiner als ich dachte. In den Neubau integriert ist die denkmalgeschützte Großmarkthalle. Aus dem schönen alten Gebäude hätte man sicherlich auch etwas Interessanteres als einen Bankenturm machen können. Vom Fluss aus kann man noch zwei alte Kräne sehen, mit denen früher Schiffe gelöscht wurden.

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Wir sind am Osthafen und damit am Wendepunkt. Mit einem U-Turn machen wir uns auf den Weg zurück. An dieser Stelle kann ich ja mal ein paar Schiffe und Reisende vorstellen, denen man auf dem Main an einem sonnigen, heißen Pfingstsonntag begegnet. Da wäre erst einmal das Grillboot von Main-BBQ.de. Das sieht echt urig aus, ist aber, wie man der Webseite entnehmen kann, leider nicht gerade günstig.

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Witzig fand ich auch die ganzen Stehpaddler, neueste Trendsportart auf deutschen Binnengewässern. Zunächst sahen wir nur zwei, die an unserem lila Boot vorbei paddelten, später entdeckten wir ein „Nest“.

Gefiederte Freunde durften natürlich auch nicht fehlen. Zwar waren es „nur“ Ducks of Horror, wie ich die Nilgänse aufgrund ihrer aggressiven Art zu nenne pflege, aber immerhin mit Familie. Leider verdrängen die Nilgänse wohl an vielen Orten, insbesondere an Flüssen und kleinen Teichen innerhalb von Städten, die heimischen Stockenten. In Frankfurt habe ich keine Stockente gesehen. Hier in Darmstadt leben sie allerdings (noch) friedlich im Herrngarten zusammen: Stockenten, Nilgänse und Teichhühner.

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Auf dem Rückweg gab es Verpflegung an Bord: Mineralwasser, Apfelsaft und natürlich Milka-Schokolade und Milka Crispello Crispy. An heißen Sommertagen aus dem Kühlschrank nur zu empfehlen! Normalerweise mag ich Schokolade aus dem Kühlschrank nicht so gerne. Aber dies sind Waffeldinger mit Schokocreme gefüllt und die schmecken gekühlt toll! Außerdem gab es noch ein wenig Gebäck.

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Außerdem bekamen wir Milka-Fähnchen in die Hand gedrückt, damit wir den entgegenkommenden Schiffen zuwinken konnten, was wir natürlich pflichtgetreu auch taten. Eines der Schiffe ließ sein Horn erklingen. Leider konnten wir nicht antworten. Die Mannschaft erzählte uns, dass Lila eigentlich muhen kann, aber leider die Technik unterwegs ihren Geist aufgegeben hat und sich nicht so ohne Weiteres reparieren lässt. Sehr schade, das wäre noch die Krönung gewesen.

Die Landschaft, die an einem vorüberzieht, kennt man ja nun schon. Und von dieser Seite sieht sie ja auch nicht viel anders aus. So beschäftigt man sich dann auch mal damit, was die Mitreisenden denn so machen. Die meisten waren mit Photographieren beschäftigt. Unser Stewart bastelte bunte Figuren aus Luftballons für die Kinder an Bord. Und der achtbeinige blinde Passagier hat sich den Punkt für die beste Aussicht gesucht.

Langsam wird es auch Zeit, einmal den Star auf unserem Schiff vorzustellen: Lila, die Milka-Kuh, die 5 Meter hoch mitten auf dem Boot steht und ein absoluter Blickfang ist. Und erst ihre Augen und langen Wimpern … ;-)

Das andere Main-Ufer ist etwas weniger spektakulär als die typische Frankfurter Skyline. Da gibt es sogar reichlich Grünzeug, die neugotische, gut verpackte Dreikönigskirche und auch noch weitere Mitreisende, die zu Luft den Main entlang reisen.

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Wir fahren am Holbeinsteg und dem alten Bootshaus vorbei und machen noch einen kurzen Ausflug bis an den Westhafen heran.

In der Ferne sieht man die Main-Neckar-Brücke. So weit fahren wir allerdings nicht mehr, wir machen hier wieder einen U-Turn.

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Gegenüber vom Westhafen ist der sogenannte Allianz-Kai. Und zwischen Westhafen und Holbeinsteg ragen das Union-Investment-Hochhaus (70er-Jahre) und das InterContinental (60er-Jahre) aus der Uferböschung heraus. Beiden sieht man den typischen Baustil ihrer Zeit an, was sogar jemand wie ich erkennt.

So langsam schiebt sich die moderne Frankfurter Innenstadt wieder ins Bild und wir sind fast da. Mitten im letzten Skyline-Photo sieht man den Turm, auf den der Lebensabschnittsgefährte und ich schon seit längerer Zeit wollen: der Main-Tower. Es gibt eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform und wir beschließen, dort am nächsten Tag hinzugehen.

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Zum Abschluss bekommen wir jeder noch eine Tüte mit Schokolade geschenkt. Und wer wollte, konnte bereits vor Beginn der Reise ein Erinnerungsphoto von sich und Lila, der Milka-Kuh anfertigen lassen. Der Ausflug war wirklich lustig und mir und auch meinen Begleitern hat’s viel Spaß gemacht. Das alte Boot finde ich viel schöner und gemütlicher als die modernen, größeren Rundfahrtschifft, die sonst auf dem Main ihre Runden drehen.

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Wir waren alle müde, hungrig und von der Hitze und den vielen Eindrücken ziemlich erschöpft. Wir hatten noch nicht einmal Lust, ein Eis zu essen oder irgendwo etwas zu trinken, wir wollten nur noch nach Hause. Leider führte der Weg dorthin mit den ältesten Waggons, die die Deutsche Bahn noch im Fuhrpark hat, die ganz alten ohne Klimaanlage, in denen man noch die Fenster öffnen kann. Letzteres hilft nur leider wenig, wenn es draußen über 30°C heiß ist und der Zug im Bahnhof steht. Aber wir überleben auch das irgendwie und fielen zuhause wie die Tiere übers Essen her. ;-)

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