· Short-Trips · Bürobesuche

Mitarbeiterversammlung, Zuckerrübensteppe und Niederrhein-Bronx

Die jährliche Mitarbeiterversammlung stand mal wieder an. Im Sommer haben wir uns ja aufgrund meines langen Island-Aufenthaltes noch erfolgreich davor gedrückt, aber jetzt hat Chef doch eingesehen, dass das noch in diesem Jahr sein muss. Termin war letzten Montag. Da ich auch noch ein paar Tage beim darkinchen verweilen wollte, entschied ich, mit dem Auto zu fahren. Montagmorgen um kurz vor halb Sieben machte ich mich auf den Weg.

Trotz der frühen Uhrzeit war schon einiges los auf Deutschlands Straßen. Bis zum Mönchshof Dreieck fuhr ich kaum schneller als 90 km/h irgendwo zwischen den Lkw, danach wurde es dann etwas weniger. Meine erste Rast machte ich wie üblich in Nentershausen, eine zweite zwecks Auffüllen des Koffein-Pegels erfolgte in Siegburg, wo das Wetter auch deutlich besser war als in Hessen. Als ich in Darmstadt losfuhr, regnet es nämlich.

Blauer Himmel in Siegburg

In Köln bekam ich dann mit dem Navigationsgerät Streit. Das Navi bestand darauf, dass ich über die B55A fahre, die Stadt Köln bestand darauf, dass diese aufgrund von Bauarbeiten für den Autoverkehr gesperrt ist. Dazwischen saß ich auf meinem Fahrersitz und wusste nicht so recht, was ich tun sollte. Ich fuhr einfach weiter in der Hoffnung, dass das Navi die Route neu berechnen würde. Aber das tat es zu meinem Leidwesen nicht und schickte mich stattdessen immer wieder zur gesperrten B55A zurück. Und leider merkte ich das immer viel zu spät, da ich mich dort nunmal nicht auskenne. Nach der dritten Runde fuhr ich rechts ran und rief den Lebensabschnittsgefährten an, um zu erfahren, wie man denn bitteschön dem Navi beibringen kann, dass man eine bestimmte Straße aus welchem Grund auch immer nicht fahren kann/will. Gemeinsam schauten wir in Ruhe auf die Karte, stellten fest, dass ich ein Stück parallel zur A 3 und dann wieder auf die Autobahn Richtung Norden fahren kann. Wenn ich erstmal auf der richtigen Autobahn bin, kenne ich den Weg ja. Mittlerweile war es fast 10 Uhr. Ich schrieb noch meiner Kollegin eine Nachricht, dass ich es nicht pünktlich schaffen würde, und fuhr wieder los. Weit kam ich nicht, da war schon der erste Stau.

Stau bei der Auffahrt auf die Autobahn

Der war aber recht schnell vorbei und ich fuhr durch bis Krefeld.

Krefeld

Mittlerweile war es halb 11, wie man auf der Uhr erkennen kann. Die Mitarbeiterversammlung hatte um 10 Uhr begonnen. Etwa 15 Minuten später war ich im Büro. Dort musste ich noch schnell ein Netzwerkkabel austauschen, dann gesellte ich mich zu den Kollegen. Die waren eh noch mit dem Thema Datenschutz beschäftigt, da platzte ich rein. Nachdem der Erklärbär, wir hatten einen externen Berater befragt, fertig war, handelten wir die normalen Themen der Mitarbeiterversammlung ab. Kurz vor drei Uhr verabschiedete ich mich wieder und machte mich auf den Weg in die niederrheinische Zuckerrübensteppe.

Navi nach Erkelenz

Dort wurde ich bereits erwartet. Damit meine ich allerdings nicht den Mini-Bagger, der auf dem Nachbargrundstück in Gesellschaft von zwei rauchenden Männern stand, sondern Kind, Katz und Kindeskind.

Der kleine Herr des Hauses

Außerdem gab es erstmal Kaffee und anschließend etwas zu essen. Später spielten das darkinchen und ich noch eine Runde Karten.

Karten

Ziemlich früh gingen wir an diesem Abend zu Bett. Junge Eltern sind sowieso meistens müde und ich war ja nun auch schon ziemlich lange wach.

Der große Hausherr steht morgens um 5 Uhr auf, um zur Arbeit zu gehen. Das nimmt der kleine Hausherr zum Anlass, seine erste Mahlzeit einzufordern. In diesem Haushalt herrscht somit zu nachtschlafender Zeit ziemliche Unruhe. Da ich nun schonmal wach war, wartete ich, bis die alle wieder verschwunden waren, dann quälte ich mich aus dem Bett, machte mir einen Kaffee und setzte mich an den Tisch zum Arbeiten. Dadurch hatte ich den Rest des Tages frei und das darkinchen und ich konnten uns dem widmen, was wir am besten können: shoppen. Und da wir das mal wieder angemessen zelebrieren wollten, fuhren wir in die Niederlande nach Roermond.

Niederlande

Die Objekte unserer Begierde waren Weihnachtsdeko, Käse, Vlokken, Witte Bollen und eigentlich auch Vla, aber den haben wir dann doch nicht mitgenommen. Am Niederrhein hatte ich keine Gelegenheit mehr, Vla zu essen, da wir noch eingeladen waren zu Kaffee und Kuchen. Und um ihn mit nach Hause zu nehmen, waren die Umstände zu ungünstig. Ich war ja noch bis Donnerstag vor Ort. Am Donnerstag war zunächst ein Vormittag im Büro geplant, dann eine Fahrt nach Frankfurt, wo ich noch die Schwiegereltern besuchen wollte. Ich hatte bedenken, ob der frische Vla das überleben würde. Und der haltbare war nicht wirklich eine Alternative. Einerseits schmeckt der nicht viel besser als das, was einem in deutschen Supermärkten als Vla zugemutet wird, andererseits habe ich den auch sowieso nicht gefunden im Laden.

Weihnachtsdeko

Wir stöberten ausgiebig in der Weihnachtsdeko und wurden auch fündig. Ohne ein paar Kleinigkeiten jedes Jahr geht es ja irgendwie nicht. Anschließend gingen wir in die Zoohandlung, in der wir vor fast drei Jahren Frau Hamster gekauft hatten. Die Gute war immerhin 2 Jahre und 9 Monate geworden, was für einen Zwerghamster schon ein biblisches Alter ist. Mit Hilfe einer Verkäuferin wurden wir fündig. Ohne Hilfe fand man die Hamster eher weniger, die hatten sich nämlich ziemlich gut versteckt in ihren Käfigen, wie Hamster das halt tagsüber so tun. Es standen zwei zur Auswahl und das darkinchen entschied sich für einen der beiden. Auf der Rückfahrt musste sie noch schnell im Drogeriemarkt etwas besorgen. Während ich im Auto wartete und dem Hamster wärmte, knipste ich ihn durch eines der Luftlöcher in seinem Reise-Karton.

Noch namenloser Hamster

Der war ziemlich niedlich und stank wie ein großer. Dem Geruch nach zu urteilen hatten wir ein männliches Exemplar gekauft. Aber auch wenn er in seinem vollgepinkelten Transportkarton etwas streng roch, war er doch recht putzig. Zuhause angekommen machte das darkinchen das Hamster-Zuhause zurecht und der kleine Kerl durfte erstmal seine neue Wohnung erkunden und sich zurückziehen, um sich von den Umzugsstrapazen zu erholen.

Der Abend war wieder dem Spielen gewidmet, zwischendurch Kind bespaßen und Mann abfüttern (und umgekehrt) und dann gingen wir auch wieder recht früh zu Bett.

Am nächsten Morgen fand dasselbe Spiel statt. Die Familie war zur unchristlichen Uhrzeit wach und ich somit auch. Ich stand wieder auf, setzte mich an den Laptop und bloggte ein wenig, langsam wach werdend. Als das darkinchen mit seinem Spross runterkam, checkte ich noch kurz meine E-Mails von der Arbeit, erledigte das allernotwendigste und dann gehörte der Rest des Tages uns. Wir wollten Frau Sauerbraten besuchen und anschließend waren wir mit der Familie von J., meiner besten weil einzigen Freundin, verabredet. Unser erster Weg führte uns also nach Dead Man's Town, wo Frau Sauerbraten immer noch wohnte. Die Pferde standen noch draußen, waren aber sichtlich nervös. Im Winter kommen sie recht früh rein, um die Wiesen nicht kaputt zu machen. Ungeduldig warteten sie darauf, dass sie endlich rein durften und etwas zu essen bekamen. Das darkinchen schnappte sich den Apfel, den wir mitgenommen hatten, und machte sich auf den Weg zum Pferd. Ich blieb bei Auto und Kind.

Pferde

Auch das Federvieh begab sich in die Stallungen. Die hatten vermutlich ebenfalls Hunger, außerdem war ihnen der Stallhund, der das darkinchen auf die Weide begleitete, nicht ganz geheuer. Zu Recht, wie sich herausstellte, der Hund hatte nämlich nichts besseres zu tun als sich mit einem Pony anzulegen

Federvieh

Pferd und Federvieh waren nicht die einzigen, die hungrig waren, uns ging es ebenso. Wir steuerten den nächstgelegenen McDonald's an und aßen noch schnell einen Burger, fütterten das Kind und fuhren dann weiter in die Niederrhein-Bronx. Der Weg zu Familie J. war recht einfach, schließlich wohnen die in einer Straße, in der ich früher auch gewohnt habe. Witzigerweise just zu der Zeit, als ich J. kennengelernt und regelmäßig als Babysitter in Anspruch genommen habe. Drei Jahre alt war das darkinchen, die kennt J. somit fast ihr ganzes Leben. Das bindet doch ziemlich zusammen, da bleibt ein gewisses Familiengefühl nicht aus. Und da die ganze Familie ziemlich unkompliziert ist, ist es auch immer wieder schön, dorthin zu fahren. Außerdem können die echt geile Kuchen backen! Es gab Nussecken, präziser geschnitten als es jede Maschine könnte, und Obststreuselkuchen, der ausgesprochen lecker war. Ich glaube, es war Kirsch und Himbeer gemischt. Und es gab von allem reichlich. Ich aß zwei Stücke Streuselkuchen und zwei Nussecken, dann drohte ich zu platzen.

Kind und Hund

J. hatte einen ihrer zahlreichen Hunde dabei. Ein Mordsvieh mit riesigem Kopf, superweichem Fell, strengem Geruch und einem tollen Gemüt. Der war total begeistert vom Baby. Wer auch immer den Kleinen auf dem Arm hatte, hatte gleichzeitig den Hund bei Fuß. Sobald das Kind einen Mucks von sich gab, hat der Hund den Kopf schief gelegt. Total putzig. Leider war der Nachmittag viel zu schnell vorbei und wir mussten uns auf den Heimweg machen. Schließlich hatten wir eine knappe Stunde zu fahren. Zuhause waren wir nicht mehr lange wach.

Am nächsten Morgen hatte ich mich an den Rhythmus in dem Haus gewöhnt und döste wieder ein, nachdem die ihr Morgenritual fertig hatten. Allerdings ließ man mich auch diesmal nicht allzu lange schlafen, denn wie bereits eingangs erwähnt, wurde auf dem Nachbargrundstück ja der Vorgarten neu gemacht. Aus dem ehemals ungepflegten Grün, um das sich keiner der Mieter kümmern wollte, wurde eine gepflasterte Auffahrt gemacht zum Abstellen der Autos. An diesem Morgen musste der Rüttler seinen Dienst versehen.

Baustelle

Man beachte die tolle Vorgartendeko, die im Vordergrund zu erkennen ist. Meine Tochter hat tatsächlich einen Zementmischer vor dem Küchenfenster stehen. Das ist der mit Abstand abgefahrendste Gartenzwergersatz ever. Der Rüttler aber war eindeutig zu laut. Ich machte mich ziemlich schnell fertig und auf den Weg ins Büro. Dem darkinchen riet ich zu einer ausgedehnten Shopping-Tour, was sie wohl auch tun würde. Ich fuhr zurück in die Niederrhein-Bronx, erst noch tanken, dann ins Büro. Dort ist das Treppenhaus derzeit mit den Werken der Offenen Kinder- und Jugendarbeit dekoriert.

Deko im Treppenhaus

Dieser Arbeitstag war ganz angenehm, denn ich saß mit meiner Kollegin zusammen im Büro und wir erledigten die letzten Korrekturen am Programmheft, aßen die Brownies, die ich mitgebracht hatte und machten um 13 Uhr Feierabend.

Mein Heimweg war ein wenig lang und langweilig, zumindest aus Blogger-Sicht. Auf der Autobahn war nur mäßig viel los und es ging für deutsche Verhältnisse recht gesittet zu. Nun führte mein Weg ja nicht direkt nach Hause, sondern zu den Schwiegereltern nach Frankfurt. Dort war ich mit dem Lebensabschnittsgefährten verabredet. Da ich eigentlich noch viel zu früh war, hatte ich mir überlegt, einen Abstecher zu IKEA zu machen. Aber blöderweise war der nicht ausgeschildert, als ich von der Autobahn runter fuhr (oder ich habe das Schild übersehen) und so fuhr ich direkt zu den Schwiegereltern. Da gab es erstmal Kaffee und etwas zu essen. Als der Lebensabschnittsgefährte endlich kam, gab es noch einmal etwas zu essen. Wir quatschten noch ein wenig und dann machten wir uns auf den Heimweg.

Zwei anstrengende Wochen lagen hinter mir, ich hatte genug und musste mich erstmal vom strapaziösen Leben erholen. Dieses ist ja weniger anstrengend, wenn ich nur zuhause im Home-Office am Schreibtisch sitze ...