Offroad-Fahrtraining in Laatzen

Seit fünf Jahren und rund 100.000 Kilometern cruisen wir jetzt schon mit Bert durch die Gegend. Wir finden, da wird es mal Zeit in Erfahrung zu bringen, was das Auto so kann. Ein Offroad-Fahrtraining des ADAC soll Aufschluss bringen.

Samstag, 12. September 2026: Fahrt nach Niedersachsen

Am Samstag war es so weit, wir machten uns auf den Weg Richtung Hannover. Morgens packen wir ein paar Klamotten und Lebensmittel zusammen, dann geht es los. Beim Rausgehen sag ich noch zum Herrn Lebensabschnittsgefährten: “Ich nehme mal deine Sonnenbrille mit.” Er meinte, er bräuchte die nicht. Wir waren gerade mal zehn Minuten unterwegs, als vom Fahrersitz die Bitte nach der Sonnenbrille kam.

In Dömitz tanken wir. Der Sprit ist wieder ganz schön teuer. Beim Bäcker holen wir uns belegte Brötchen und setzen uns am Parkplatz des Supermarktes auf die Heckklappe. Einer der Kunden hält kurz an und bewundert Bert.

Nachdem wir wieder losgefahren sind, ereignete sich wieder eines dieser Bert-Wunder. Die Motorkontrollleuchte, die neulich anging, als wir einkaufen waren, und auf einen Fehler mit dem Katalysator hinwies, war wieder aus.

Unser Ziel war eigentlich Lehrte bei Hannover. Dort auf dem Schützenplatz darf man mit dem Camper übernachten. Allerdings gastiert dort zurzeit ein Zirkus. Und auch, wenn wir zwischen den Clowns vermutlich gar nicht aufgefallen wäre, fahren wir weiter nach Ahlten. Dort auf dem Parkplatz neben der Feuerwehr darf man ebenfalls mit dem Wohnmobil stehen.

Eigentlich wäre es ja ruhig, würden nicht aus der Nachbarschaft laute Bässe zu uns rüber wummern. Irgendwann um Mitternacht herum schlafe ich dann doch endlich ein.

Sonntag, 13. September 2026: Fahrtraining beim ADAC

Der Blick aus dem Camper ist etwas nass und trüb, es hatte in der Nacht geregnet. Wir haben reichlich Zeit fürs Frühstück, bevor wir uns auf den Weg nach Laatzen machen müssen. Laut Navigation beträgt die Fahrzeit etwa 15 Minuten.

Bevor es losgeht, befestigt der Herr Lebensabschnittsgefährte die GoPro-Halterung vorne am Auto und ich knipse das Gebäude der Feuerwehr für meine Galerie.

Auf die Idee mit dem Offroad-Training kamen wir übrigens auf Umwegen. Über den Arbeitgeber bekommt der Herr Lebensabschnittsgefährte einen Zuschuss für ein Fahrsicherheits-Training. Daran wollte er teilnehmen. Nun ist Bert ja streng genommen kein Pkw, in den Papieren steht Lkw. Und mit dem Hardtop hinten drauf ist er mit 2,30 Metern auch recht hoch. Unsere Anfrage, ob man mit diesem Gefährt an dem Fahrsicherheits-Training für Pkw teilnehmen kann, wurde aber leider nicht beantwortet. Beim Surfen auf der Webseite vom ADAC stieß der Mann zufällig auf das Offroad-Training, an dem er eigentlich auch gerne teilnehmen wollte. So beschlossen wir, dieses zu buchen und wenn wir dann vor Ort sind, mal zu fragen, ob Bert für ein Pkw-Fahrsicherheits-Training taugt. Den Offroad-Fahrspaß müssen wir natürlich selbst zahlen, da ist der Arbeitgeber etwas unlustig.

Wir müssen mich noch als Beifahrer anmelden und uns dann zur Gruppe Grün gesellen. Am Tisch sitzen bereits unsere Mitstreiter. Im Wesentlichen besteht die Gruppe Grün aus Männern (surprise, surprise) sowie meiner Wenigkeit und ein Junge, der ganz sicher noch keinen Führerschein hat, als Beifahrer. Später kommt aber tatsächlich noch eine weitere Frau hinzu. Nach kurzer Zeit holt uns der Trainer ab und es geht erst einmal in den Theorie-Raum.

Die Theorie ist in erster Linie eine Vorstellungsrunde. Warum seid ihr hier? Welches Fahrzeug habt ihr? Was erwartet/versprecht ihr euch von dem Training heute? Sowas halt. Fragen, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, werden ebenfalls schon beantwortet. Und außerdem wird auf den Teamgeist eingeschworen. Offroad fahren ist Teamarbeit. Man hilft sich gegenseitig, zieht sich im Zweifel aus dem Dreck - im Wortsinn.

Dann geht’s endlich los zu den Fahrzeugen und ins Gelände. Ich habe gar nicht viel geknipst. Im Wesentlichen fahren wir Hügel mit Schotter, Rasenpflastersteinen, Matsch und Löchern rauf und runter. Es gibt einen Kamelbuckel, um den Rampenwinkel auszutesten, Buckelpiste, um sich mit der Verschränkung vertraut zu machen, eine Piste aus Baumstämmen, unterschiedlich steile Schotterhänge, die bergauf und bergab gefahren werden. Und ganz zum Schluss fährt ein Teil der Teilnehmer den Wasserfall.

Den Wasserfall können tatsächlich nur die “richtigen” Geländewagen fahren. Bei einem der Fahrzeuge der Gruppe funktioniert der Allrad-Antrieb nicht, ein Fahrzeug ist ein SUV mit Allrad, der eben auch nicht alles kann und zu wenig Bodenfreiheit hat, und ein Fahrzeug hat nur Vorderradantrieb. Letzterer kann den Wasserfall zwar runter fahren aber nicht wieder hinauf, das können nur zwei der teilnehmenden Fahrzeuge.

Für einen viel besseren Eindruck von all dem hier, was ich nur unzureichend beschreiben kann und was auf Photos gar nicht richtig rüberkommt, empfehle ich, unser Video zu gucken, das wir natürlich auch diesmal wieder erstellt haben.

Am Morgen haben wir alles im Camper sicher verstaut, damit im Gelände nichts rumfliegt oder runterfällt. Lediglich der Frosch blieb auf der Sitzbank sitzen. Und er hat sich keinen Zentimeter bewegt, lässt nur ein wenig bedröppelt den Kopf hängen. Vielleicht ist ihm ja übel geworden. ;)

Wir fahren bis Lüchow auf den Wohnmobilstellplatz am Schwimmbad. Bis zuhause ist es uns zu weit, wir sind müde. Der Tag war ziemlich aufregend. Aber auch extrem cool.

So ein Traning kann ich nur wärmstens empfehlen. Das gilt nicht nur für den Offroad-Bereich, sondern auch für die anderen Fahrsicherheits-Trainings. Wir wissen jetzt, dass Bert bei den Pkw mitmachen kann und werden auch ein solches noch absolvieren.

Montag, 14. September 2026: Die letzten Kilometer nach Hause

Der Platz in Lüchow ist absolut ruhig. Das ist zwar kein richtiger Stellplatz, sondern nur der Parkstreifen an einer ruhigen Nebenstraße, aber als Übernachtungsplatz vollkommen ausreichend. Gegen einen kleinen Eintritt kann man im Schwimmbad gegenüber sogar duschen.

Der Herr Lebensabschnittsgefährte muss heute arbeiten. Wir hatten keine Lust auf Travel-Office und haben im Vorfeld bereits beschlossen, die Laptops zuhause zu lassen und morgens nach Rostock zu fahren.

Nach der ersten Tasse Kaffee geht’s gleich los, den zweiten Kaffee muss ich vorne in der Fahrerkabine trinken. Und auch Frühstück gibt es vorne während der Fahrt.

Von Lüchow bis zur Elbe ist es nicht weit. Noch ein Stück Bundesstraße, dann sind wir endlich auf der Autobahn. Das Windrad, das am Samstag noch keine Flügel hatte, sieht jetzt fertig aus und der Kran liegt müde daneben.

Um 10 Uhr sind wir zuhause. Ein etwas merkwürdiges Gefühl, dass dann ein normaler Arbeitstag beginnt. Der Mann geht direkt ins Arbeitszimmer, ich räume den Camper aus.

Video

Ein Video zu diesem Beitrag ist ebenfalls in Bearbeitung und wird in den nächsten Tagen veröffentlicht und hier eingefügt.

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