Spaziergänge im Januar 2026

Im Januar waren wir nicht so oft im Park. Die ersten zehn Tage waren wir im Urlaub. Als wir zurück waren, war es lausig kalt, teilweise glatt und dank Inversionswetterlage war die Luft oft so schlecht, dass ich es draußen kaum ausgehalten habe, weil meine Atemwege nach der langen Krankheit extrem empfindlich reagieren.

Sonntag, 11. Januar 2026

Am ersten Tag nach dem Urlaub habe ich oft keine Lust, in den Park zu gehen. So auch diesmal. Es gibt noch so viel zu tun, auszupacken und wegzuräumen, da muss ein Blick vom Balkon reichen.

Montag, 12. Januar 2026

Es bleibt kalt und es wird vor Glätte gewarnt. Nach den milden Temperaturen auf Korsika ist meine Lust, in die Kälte rauszugehen, begrenzt.

Dienstag, 13. Januar 2026

Dienstags gehen wir meistens einkaufen, da geht’s eh nicht in den Park.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Ein wenig früher wird es ja schon heller, aber beim ersten Kaffee ist es immer noch stockfinster.

Heute gehen wir endlich gucken, ob der Park noch da ist. Und oh Wunder, es ist noch alles an seinem Platz. Und es ist stellenweise ganz schön glatt, weswegen ich darauf verzichte, die Stufen beim Schiff runter zu gehen. Der Rest ist Laufen im Pinguin-Style.

Freitag, 16. Januar 2026

Einmal Kälte reicht, heute gibt’s wieder nur den Blick vom Balkon.

Am Samstag fahren wir in den Hofladen und zur Metro. Ich kriege nicht gut Luft, mir geht es nur mäßig und ich bin matschig im Kopf, weswegen ich unterwegs gar keine Photos gemacht habe.

Montag, 19. Januar 2026

Trotz Kälte und schlechter Luft müssen wir ab und zu mal raus. Montag gehen wir wieder in den Park.

Diesmal hat der Mann auch die Kamera mit, obwohl ihm die Finger fast abfrieren. Man ist es ja nicht mehr gewohnt, dass es hier so lange kalt ist.

Dienstag, 20. Januar 2026

Zurzeit sind wieder Polarlichter über Deutschland zu sehen. Sogar von unserem Schlafzimmerfenster aus, wenn auch nur sehr schwach.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Heute reicht es nur für Eisblumen und Kraniche. Erstaunlicherweise sind die nämlich immer noch da und immer noch recht zahlreich.

Nachmittags muss der Mann sich aufs Rad schwingen. Er bringt Bert in die Werkstatt, der bekommt neue Pantoffeln. Zurück radelt der Mann und kommt eisklumpenartig zuhause wieder an, wo ich ihm mit heißer Schokolade Leben einhauche.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Mir fällt die Decke auf den Kopf, wir gehen trotz Kälte und trotz schlechter Luft in den Park. Ich setze eine Maske auf und nehme mein Feinstaubmessgerät mit. Das misst auch noch andere Werte, aber nach Knopfdruck sieht man von oben nach unten PM 1.0, PM 2.5 und PM 10.

Im Kraftwerk wird übrigens Steinkohle zur Stromerzeugung verbrannt. Und irgendwo da drüben im Hafen ist auch das Müllheizkraftwerk. Es stinkt immer nach Müll, wenn der Wind aus dieser Richtung kommt.

Zur Abwechslung gibt es hier auch mal einen Sonnenuntergang. Um den zu knipsen, muss ich ja nicht lange aufbleiben, es ist 16:18 Uhr.

Freitag, 23. Januar 2026

Die dreckige Luft tüncht den Morgenhimmel in schmutzigorange Farbtöne.

Am Nachmittag fahren wir zu IKEA, mehr Luftreiniger kaufen. Bisher haben wir nur einen, den ich den ganzen Tag rumtrage, immer in den Raum, in dem ich mich gerade aufhalte. Das nervt. Also kaufen wir noch zwei weitere.

Montag, 26. Januar 2026

Die Tage sind ruhig. So lange ich nicht gut atmen kann, unternehmen wir auch nicht viel.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Ich war seit 25 Tagen nicht mehr am Meer und das prangere ich an. Wir fahren an die Ostsee. In den Dünen und am Strand liegt ein wenig Schnee. Der Wind ist eisig und der Parkplatz ist leer. Bert steht da ganz alleine. Das erlebt man auch nur selten, selbst zu Beginn der Pandemie war mehr los.

Donnerstag, 29. Januar 2026

Luftverschmutzung kombiniert mit Lichtverschmutzung gibt auch nette Farben am frühen Himmel.

Wir gehen Eis gucken im Park. Allzu viel Zeit nehmen wir uns dafür aber nicht, es ist arschkalt.

Kraniche nutzen die Thermik und schrauben sich hoch in die Luft. Die Möwen tun es ihnen gleich - zwar weniger formvollendet, dafür aber in größerer Zahl.

Freitag, 30. Januar 2026

So langsam pendelt es sich wieder ein. Die Luft ist nicht mehr so schlecht, ich kann wieder draußen rumlaufen ohne zu japsen. Und an die Kälte gewöhnt man sich ein bisschen. Der Ostwind ist aber immer noch eisig, die Warnow friert an den Rändern zu und die Spaziergänge sind nur kurz.

Samstag, 31. Januar 2026

Wir fahren in den Hofladen und in den Saftladen. Auf der Autobahn kommen uns die Nannys für das heutige Fußballspiel entgegen. Und dann müssen da noch irgendwelche Leute in Orange irgendwas für Leute in schnellen Blechkisten machen. Kein schöner Job.

Anschließend müssen wir noch ein wenig fahren, unser Auto mag die Kälte nicht so. Der Motor muss mal wieder richtig warm laufen.