Tag der Bundeswehr in Laage

Zum Tag der Bundeswehr war bei der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Laage Tag der offenen Tür. Wir nutzten die Gelegenheit, uns die Flieger, die hier oft so laut über das Haus fliegen, aus der Nähe anzugucken.

Ich habe einen Faible für technisches Zeug. Ob das alte Sachen sind oder der neueste Scheiß, ist dabei relativ egal. Und ich habe ein eher entspanntes Verhältnis zur Bundeswehr. Eine ideale Welt, in der wir keine Armee bräuchten, wäre mir zwar auch lieber, aber so lange wir die nicht haben, bin ich froh, wenn es Leute gibt, die im Zweifelsfall ihren Kopf für mich hinhalten. Insbesondere so lange so viele schwerbewaffnete Irre diesen Planeten regieren.

Laut NDR erwartet die Bundeswehr in Laage heute bis zu 80.000 Besucher. Uff. Unser Plan sieht vor, dass wir morgens direkt nach Laage fahren, uns die Flugzeuge angucken und möglichst schnell wieder verschwinden, bevor es allzu voll wird. Es wird sich herausstellen, dass der Plan etwas naiv war.

Über die A19 fahren wir Richtung Laage. Eigentlich stehen wir mehr als dass wir fahren. Zeit genug jedenfalls, die braune Tafel am Autobahnrand zu knipsen.

Langweilig wird es im Stau nicht, die Eurofighter fliegen mehrfach mit ihrem brüllenden Lärm über uns hinweg.

Irgendwann geht es endlich runter von der Autobahn über Land- und Kreisstraßen. Wir haben sogar eine Polizeieskorte. (Natürlich nicht wirklich, die fahren nur zufällig in diese Richtung.) Und sogar eine Bushaltestelle für meine Bushaltestellen-Galerie kann ich knipsen.

Zunächst geht es ganz flott weiter, zwischen durch stehen wir aber wieder. Der letzte Teil der Strecke ist abenteuerlich, der “Parkplatz” ist nämlich ein Stoppelfeld. Mit einem tiefergelegten Auto wäre man hier definitv falsch. Bert ist in seinem Element. Die Autos werden übrigens nach Größe sortiert. Wir müssen in einen Parkbereich mit Wohnmobilen, Kleinbussen und anderen Pickups.

Nach 2,5 Stunden Anreise sind wir um 11 Uhr endlich auf dem Gelände. Am Eingang werde ich (und alle anderen Frauen) mit einem Metalldetektor gescannt, der Herr Lebensabschnittsgefährte (und alle anderen Männer) wird abgetastet und es wird Gehörschutz an die Besucher verteilt. Später erfahren wir, dass wir gerade den Bundeskanzler verpasst haben. Dem hätte ich ja schon gerne die eine oder andere Frage gestellt.

Gleich zu Beginn steht ein Patriot-Flugabwehrraketensystem mit einem Transporter für Patriot-Raketen mit eigenem Kran, an dem sich Zivilisten unter Anleitung versuchen dürfen. Normalerweise werden damit Raketen bewegt, heute aber nur Wassereimer. Am Raketenträger selbst befinden sich hinten zwei Fahrradreifen. Ich frage einen Soldaten, wofür die denn sind und er erklärt mir, dass die für den Lichtwellenleiter sind, damit niemand die schwere Trommel schleppen muss. Unser Gespräch muss immer wieder pausieren, wenn der Tornado vorbeibrüllt.

Die Luftwaffe feiert dieses Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. In der Halle gibt es eine Ausstellung mit Zeitleiste und draußen stehen ältere Exponate aus der Luftwaffen-Geschiche.

Gleichzeitig brüllen die Eurofighter am Himmel um die Wette. Mit Gehörschutz ist das ganz gut zu ertragen. Aber ich sehe einige Kinder ohne Gehörschutz, was ich sehr verantwortungslos finde. Andere wiederum haben auch für die Kinder eigenen Gehörschutz (Mickey Mouse) dabei.

Auf dem Taxiway stehen neben vielen anderen Fluggeräten auch Transportflugzeuge. Die kann man teilweise von innen besichtigen. Allerdings sind da überall lange Schlangen und darauf haben wir keine Lust. Wir gucken uns die nur von außen an.

Die Flugvorführungen sind vorerst vorbei, es geht in die Mittagspause. Die Menschen, die zuvor auf der Wiese vor der Start- und Landebahn standen, strömen nun alle zu den Fressbuden und den Exponaten. Wir gehen auf die Wiese. Zum einen ist es dort tatsächlich kühler, denn der betonierte (?) Boden heizt sich ganz schön auf in der Sonne und wärmt zusätzlich von unten. Auf der Wiese ist es spürbar kühler.

Am Ende der Wiese steht ein Eurofighter in Sonderforlierung Steinhoff-Eagle. Zeit für ein Schaffenselfie für meine entsprechende Galerie.

Langsam wird es warm und es ist mittlerweile recht voll. Aber wir wollen uns die Fluggeräte, die hier ausgestellt sind, schon noch angucken. Bis zu den Bodentruppen gehen wir allerdings nicht mehr.

Der CH-47, auch fliegende Banane oder Bananen-Hubschrauber genannt, sieht von hinten aus, als hätte er zwei Augen und ein riesiges Maul, mit dem er die Besucher fressen will. Es ist aber davon auszugehen, dass das nicht sein Auftrag im Ernstfall ist.

Spannend finde ich den kleinen Buggy, der zwischen den Hubschraubern stand. Der kleine hat auch einen Kran montiert. Da ich kein Schild mit Erklärung finde, frage ich die Soldatin, die dabei steht, wofür das Fahrzeug ist. Damit kann man Hubschrauber im Gelände warten. Ein witziges Detail ist dem Herrn Lebensabschnittsgefährten aufgefallen: Vorne auf dem Buggy ist das Logo der Autobots aus Transformers aufgeklebt.

Als nächstes kann man sich die Kampfjets aus der Nähe betrachten. Zwei Eurofighter mit unterschiedlicher Bewaffnung und ein Tornado stehen da. Da darf man leider nicht einsteigen.

Ich habe genug. Es ist voll und warm. Der Herr Lebensabschnittsgefährte möchte noch beim THW vorbeischauen. Der Weg dorthin führt die Eurofighter-Meile entlang, auf der sieben Eurofighter ausgestellt sind. Insgesamt sind davon 35 in Laage stationiert.

Auf das THW habe ich keine Lust mehr. Mir ist warm. Ich setze mich in den Schatten des Hangars und der Mann geht alleine zu den Blauen. Das THW übernimmt wichtige Aufgaben in unserem Land. An Tagen wie heute gehört dazu auch das Enten angeln und Getränke kühlen.

Ich mag mich nicht mehr ins Getümmel schmeißen, wir gehen hinten um die Hangars herum. Ich bin nicht die einzige, der warm ist. Überall, wo ein wenig Schatten ist, und das ist auf einem Flughafengelände nicht häufig der Fall, sitzen Leute im Schatten. So auch an der Mauer, die da im Weg rumsteht.

Vor dem Verlassen des Geländes kommen wir wieder bei dem ersten bzw. jetzt letzten aller Stände, die Besucher mit Essen und Trinken versorgen, vorbei: ein Obststand. Wir waren zu Beginn unseres Besuchs schon ziemlich belustigt, dass ein Obststand das erste ist, was wir zu sehen bekommen (geknipst hat ihn leider keiner von uns). Jetzt am Ende wollen wir tatsächlich noch Obst kaufen. wir nehmen 2 kg Erdbeeren mit, nachdem wir die probieren durften. Die schmecken wirklich gut, nur leider habe ich mir nicht gemerkt, wie der Obstbauer heißt.

Auf dem Rückweg fahren wir wieder typische Kreisstraßen in Mecklenburg-Vorpommern: Waldweg, Schotterpiste und Kopfsteinpflaster. Auf dem Waldweg, unmittelbar nachdem ich die Bahnstrecke geknipst habe, tut es plötzlich einen Schlag auf meiner Seite. Zum ersten Mal haben wir es geschafft, mit Hilfe des Gestrüpps am Wegesrand unseren Außenspiegel einzuklappen. Glücklicherweise ist nichts kaputt gegangen.

Die Bushaltestelle kommt ebenfalls in die Galerie. Gegen 13:30 Uhr sind wir wieder zuhause. Es gibt erst einmal Mittagessen. Bei den Fressständen auf dem Fliegerhorst waren die Schlangen so lang, dass wir keine Lust hatten uns dort anzustellen. Da kochen wir lieber zuhause. Zum Nachtisch gibt es natürlich Erdbeeren und einen Bisquitboden für einen Erdbeerkuchen backen wir auch noch.