Frühstück in Neumarkt und Abendbrot in Pilsen

Für den Samstag war ein ausgedehntes Frühstück bei einer Freundin des Lebensabschnittsgefährten geplant. Dafür mussten wir nach Neumarkt in der Oberpfalz, etwa 30 Autominuten von Nürnberg entfernt. Unser Frühstück im Mobilheim fiel daher eher spartanisch aus. Wir begnügten uns mit einer Scheibe Brot, der Herr Lebensabschnittsgefährte fällt immer so schnell vom Fleisch, dann packten wir unsere Sachen zusammen, gaben die Schlüssel des Campingplatzes ab und machten uns auf den Weg.

Landstraße

Zwar wäre es auch möglich gewesen, über die Autobahn nach Neumarkt zu fahren, aber wir entschieden uns für den Weg über Land.

Abzweig

Der Weg war beschaulicher, außerdem hatten wir noch ziemlich viel Zeit.

Königs-Bus

Wir waren eine halbe Stunde zu früh vor Ort, verabredet waren wir für 10 Uhr. Um die Gastgeberin nicht zu stressen, vertrieben wir uns die Zeit mit der Besichtigung der Burgruine Wolfstein.

Weg nach Wolfenstein

Zunächst dachten wir, dass wir den Weg hier herauf umsonst gemacht hätten, aber dann fanden wir doch noch den Eingang.

Eingang

Burgruinen sind immer spannend, finde ich. Und auch diese war toll. Hinzu kam das sagenhafte Wetter!

Der Blick von hier oben aufs Tal war ebenfalls sagenhaft!

Wir fuhren zur angegebenen Adresse. Mehrmals mussten wir abwechselnd rechts und links abbiegen, um dorthin zu gelangen. Ich hatte völlig die Orientierung verloren, fand dafür aber die Hausnummer als das Navi verkündete, wir hätten unser Ziel erreicht.

Der Ablauf, wenn ich Sozialleben haben muss, ist eigentlich immer gleich. Vorher finde ich das ganz furchtbar, der Termin stresst mich ohne Ende und diese Störung im Betriebsablauf nervt mich ungemein. Meine Laune ist daher eher unterirdisch, wenn ich Leute treffen muss. Sobald ich den Leuten gegenüber stehe, überspiele ich das natürlich, denn mein Gegenüber kann ja in der Regel nichts dafür. Im Verlauf des Treffens beruhige ich mich meist. Und dann dauern die Treffen auch gerne länger. So auch an diesem Samstag. Als wir uns auf den Weg nach Tschechien machten, war es bereits nach 16 Uhr.

Zwar hatten wir eigentlich vor, zumindest teilweise über Land zu fahren, aber das verkniffen wir wir uns nun, da es schon so spät war.

In Tschechien auf der Autobahn angekommen, stellten wir den Limiter unseres Wagens auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Gehört und gelesen hatten wir öfter, dass die tschechische Polizei keinen Spaß versteht. Hier nach der Grenze schien das allerdings niemanden zu interessieren, etliche Fahrzeuge heizten an uns vorbei. Übrigens fuhren hier auffallend viele Schweizer herum.

Pilsen

Um kurz vor Sieben kamen wir in Pilsen an und bezogen unser Zimmer. Das Zimmer war einfach aber zweckmäßig eingerichtet und groß. Auch war alles sauber und wir waren zufrieden.

Während des extrem ausgedehnten Frühstücks hatten wir unsere Lebensmittel im Auto vergessen und das Auto stand die ganze Zeit in der Sonne. Käse, Salami, Milch, Orangensaft und Butter - Alles wanderte nun in die Mülltonne und wir machten uns noch einmal auf den Weg zum nächstgelegenen Supermarkt, ein Lidl, wo wir uns mit dem Nötigsten versorgten. Für den nächsten Morgen hatten wir uns um 8 Uhr zum Frühstück angemeldet.

Abendbrot

Als wir in die Pension zurückkamen, nahmen wir noch ein Bier aus der Kneipe unten mit aufs Zimmer. Zu der Pension gehört ein Lokal, ziemlich urig mit Pils vom Fass. Ein wenig hatte ich Sorge, dass es vielleicht zu laut werden könnte, aber die Sorge war völlig unbegründet, denn an diesem Wochenende hatte das Lokal zu. Darüber waren wir nicht sonderlich böse. Bei unserer Ankunft fand dort noch eine Familienfeier statt, aber die ging gerade zuende.

Wir hatten für diesen Tag genug und keine Lust mehr, noch einmal loszugehen. Wir legten uns aufs Bett zum Lesen bzw. auf dem Handy rumdaddeln, nebenbei lief der einzige Fernsehsender, der auch ohne Tschechisch-Kenntnisse interessant war: mnauTV. Da liefen nonstop Tiervideos, Zusammenstellungen von YouTube-Videos.

mnauTV

Um kurz nach Neun stand ich auf, um einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Als ich mich umdrehte, und zu meiner Betthälfte zurück wollte passierte es: Das Bett stellte sich mir bzw. meinem linken Fuß in den Weg. Selbiger kollidierte mit hoher Geschwindigkeit mit dem Bettpfosten. Ein Knacksen, als würde man einen dünnen Ast durchbrechen, ein dumpfer Schmerz in meinem linken Fuß, genauer im “Ringzeh”. Autsch!

Ich lag auf dem Bett, musste abwechselnd heulen, weil das so apokalyptisch wehtat, und lachen, entweder über die witzigen Tiervideos oder über meine Blödheit. Der Zeh wurde augenblicklich dick und verfärbte sich allmählich. Das und der brennende Schmerz machten mir klar: Der ist hin! Da sich daran nun nichts mehr ändern ließ, legte ich mich ins Bett. Nur die Bettdecke auf dem kaputten Zeh verursachte schon Schmerzen. Also musste dieser ohne Decke schlafen. Das war halb so dramatisch, irgendwann schlief ich trotzdem ein.