Radtour zur Darmbachquelle

Gestern Abend konnte ich nicht einschlafen, trotzdem ich fix und fertig war. Bis etwa ein Uhr nachts wälzte ich mich im Bett hin und her. Dafür war ich heute Morgen schon vor sechs Uhr wieder wach – mehr oder weniger. Nach dem ersten Kaffee war ich dann auch halbwegs ansprechbar und wir frühstückten. Beim Frühstück beschlossen wir, tatsächlich noch einmal eine kleine Tour zu fahren. Kleiner als die von gestern deswegen, weil es zum einen auf der geplanten Strecke ein anderes Höhenprofil gibt und zum anderen mir die Fahrt von gestern noch in den Knochen steckte.

In Darmstadts Südosten beginnt bekanntlich der Odenwald, an dessen Kante wir gestern entlang geradelt sind. Heute sollte es mitten durch gehen, ins wenige Kilometer entfernte Traisa und von dort aus an der Darmbachquelle vorbei zurück. Der Darmbach ist das kaum wahrnehmbare Gewässer, das – teilweise unterirdisch – quer durch Darmstadt fließt.

Nach zwei Minuten und 28 Sekunden drohte ich erstmals schlapp zu machen. Von unserer Haustür weg ging es direkt in der prallen Sonne bergauf. Ich sprang vom Rad und schob erstmal eine Weile, bis die Gelenke geölt und die Muskeln aufgewärmt waren. Ich überlegte tatsächlich, direkt wieder nach Hause zu fahren, aber die Schlappe wollte ich mir dann doch nicht geben. Nach 2,5 km begann mein Knie zu schmerzen und ich schob wieder ein Stück. Diese Bergauf-Strecken hier in unserem Wald bringen mich noch um. Dafür fehlen mir Kondition und Kraft, ich will ans Meer! Dort ist das Höhenprofil meiner Konstitution angemessen, aber auch nur mit Rückenwind. Ich strampelte tapfer weiter, Hügel auf, Hügel ab, bis wir vor uns Traisa sahen und links abbiegen mussten. Für einen Sonntagmorgen war übrigens die Hölle los im Wald.

Jogger, Spaziergänger, Hunde, Radfahrer, hier war alles vertreten. Da waren wir eigentlich ganz froh, dass der Weg zur Bachquelle ein wenig abseits der Hauptwege war. Auf dem Weg war nämlich nichts mehr los. Und da Darmstadt niedriger liegt als Traisa, ging es auf dem Rückweg zudem kontinuierlich leicht bergab. Das machte die ganze Sache deutlich angenehmer.

Rechts vom Weg in einer Kuhle lag sie ganz unscheinbar, die Quelle, und wäre mir vermutlich auch gar nicht aufgefallen, wenn nicht direkt daneben ein Teich wäre. Der Teich heißt übrigens Oberjägermeisterteich, was mit ein Grund war, warum wir uns diesen ansehen wollten. Wer hat schon einen Jägermeisterteich in der Nähe. Wir machten bei der Quelle eine kleine Rast zum Knipsen und gucken.

Dabei hatte ich vergessen, die GoPro auszuschalten, die jede Sekunde ein Photo gemacht hat. Das Ergebnis will ich euch natürlich nicht vorenthalten, hier das Timelapse-Video:

Wir fuhren wieder weiter, schauten uns den Oberjägermeisterteich nochmal von der Seite an.

Wofür die Leiter in den Teich führte, haben wir allerdings nicht herausgefunden.

Dann begrüßten wir noch einen Waldbewohner, dem die Kamera des Herrn Lebensabschnittsgefährten allerdings nicht ganz geheuer war, bevor wir uns endlich wieder auf den Weg machten.

Weit kamen wir allerdings auch diesmal nicht, denn der Darmbach war ein ganz hübsches Photomotiv, wie er sich durch den Waldboden und durch einen trocken gelegten Fischteich schlängelte.

Nachdem wir an den Fischteichen vorbei waren, war es auch vorbei mit der ruhigen Nebenstrecke. Hier war wieder einiges los. Vor allem befanden wir uns jetzt auch noch auf dem direkten Weg zum Vivarium, dem Darmstädter Zoo. Zwar überlegten wir kurz, einen Abstecher hinein zu machen, verzichteten aber lieber, denn am ersten sonnigen Frühlingswochenende dürfte da ziemlich viel los sein. An solchen Tagen gehen wir nur morgens direkt nach der Öffnung ins Vivarium und sind schon wieder weg, wenn die Familien kommen.

Vor dem Vivarium fließt der Darmbach ebenfalls vorbei. Dieser Abschnitt ist auch bereits „renaturiert“.

Weiter haben wir den Bachlauf nicht verfolgt. Wir fuhren über den Campus Lichtwiese nach Hause zurück. Allerdings nicht, ohne diesen beiden Herrschaften die Ehre zu erweisen:

Das war’s dann für diese Tour. Ab hier noch ein wenig Asphalt bergab und dann waren wir wieder zuhause, hungrig und müde. Das Statistik-Photo haben wir leider vergessen, heute gibt es nur den Track.

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