Teil 1: Der weite Weg bis an den Ärmelkanal
Der Versuch, die abgebrochene Reise vom letzten Jahr endlich fortzusetzen. Wir fahren durch Deutschland, essen Pommes in den Niederlanden, übernachten in Belgien und kaufen in Frankreich erstmal Chips.
1. Etappe: Von Rostock bis Rolfshagen
Donnerstag, 30. April 2026
Der Herr Lebensabschnittsgefährte macht mittags schon Feierabend. Gestern Nachmittag haben wir Zeug in den Camper gepackt, heute Vormittag habe ich weitergemacht.
Außerdem holen wir die Kästen mit den Balkonpflanzen rein, die ich morgens noch sehr ordentlich gegossen habe. Die feuchte Erde decke ich mit Plastikfolie ab, damit das Gießwasser länger hält. Die Kartoffeln sind ebenfalls ordentlich gewässert und müssen so klarkommen.
- Paprika und Petersilie
- Tomaten
- Kartoffeln
Nach dem Mittagessen geht’s um 13:30 Uhr los. Wir nehmen den schnellsten Weg, den das Navi uns anbietet und fahren ausschließlich Autobahn. Für die Rastplatz-Galerie habe ich unterwegs zwei Bilder geknipst.
- Ellerbrook, A1
- Steinbach, A7
Langsam wird es schwierig, den Überblick zu behalten, wo ich schon war und wo noch nicht, insbesondere bei häufiger gefahrenen Strecken. Ich bräuchte eine App ähnlich wie mein Kennzeichensammler. Aber bisher habe ich nicht einmal eine brauchbare Datenbank mit allen Rastplätzen gefunden.
Auf der A2 ist ganz schön viel los. Oft stockt der Verkehr und dann kurz hinter Hannover kommt er völlig zum Erliegen. Es gibt eine Umleitung durch kleine Dörfer. Die Straßen sind oft so eng, dass man nicht aneinander vorbei fahren kann. Wir schleichen eine gefühlte Ewigkeit als Kolonne durch die Pampa.
Immerhin gibt es ein witziges Schild für meine Ortsnamen-Galerie. Ein provisorisches Schild, das den Beginn einer geschlossenen Ortschaft markiert, bis das eigentliche Schild produziert ist. Und es gibt Bauernhof-Deko in Form eines Herrnhuter Sterns und alter Tankstellenwerbung.
- Geschlossene Ortschaft
- Bauernhof-Deko
- Sonnenuntergang
Irgendwann sind wir zurück auf der Autobahn und fressen die letzten Kilometer für heute inklusive Sonnenuntergangsromantik.
In Buchholz fahren wir von der Autobahn runter nach Rolfshagen. Dort gibt es bei der DLRG einen Wohnmobilstellplatz, auf dem wir übernachten wollen. Um 20:30 Uhr kommen wir da an.
Sieben Stunden sind wir heute gefahren und haben keine 400 Kilometer geschafft.
Unser Stellplatz ist zwischen DLRG und Feuerwehr, wir sind safe.
2. Etappe: Durch NRW und Belgien nach Frankreich
Freitag, 1. Mai 2026
Wir beginnen den Urlaub nicht nur mit Kaffee am Morgen, sondern auch mit einem Wasserschaden. Der Abfluss unseres Spülbeckens, eine unfachmännische Frickelei aus dem Jahr 2021, mit viel Silikon “verbessert” in 2024, ist undicht.
- Kaffeetasse
- Undichter Abfluss
Unsere provisorische Lösung für diese Tour: Wir haben eine Schüssel, die ziemlich genau ins Spülbecken passt. Und wir haben einen Trichter dabei. Wasser wird künftig in die Schüssel laufen und mittels Trichter in den Abwasserkanister entleert. Das ist etwas umständlicher aber praktikabel. Auf unserer ersten Tour haben wir das schließlich auch so gemacht.
Zuhause machen wir dann in Ruhe alles neu. Der Abfluss ist aus dem Schiffs- und Campingbedarf, den bekommen wir nicht überall. Um nicht im Urlaub lange nach den Ersatzteilen suchen zu müssen, nehmen wir etwas mehr Umständlichkeit in Kauf.
- Stellplatz
- Feuerwehr
- DLRG
Die Freiwillige Feuerwehr Rolfshagen ist nun auch in meiner Feuerwehr-Galerie zu finden.
Wir machen uns zeitig auf den Weg. Das erste Stück fahren wir neben der Autobahn her bis zur Auffahrt.
- Talbrücke Arensburg
- Talbrücke Arensburg
Das Wetter ist ganz schön und auf den Autobahnen ist nicht viel los. So lässt es sich ganz angenehm reisen. Auf dem Parkplatz Löwenburg an der A2 gibt es frischen Kaffee und ein zweites Frühstück.
- Löwenburg, A2
- Kaffee kochen
- Eichenkamp A1
- Rheinbrücke Leverkusen
- Rüttelmarkierung
- Rur-Scholle, A4
Bis zur niederländischen Grenze verläuft die Fahrt ereignislos. Immerhin gibt’s drei weitere Rastplätze für die Galerie.
- Niederländische Grenze
- Pommes und Burger
- Albert Heijn
Hinter der niederländischen Grenze in Vaals machen wir Mittagspause. Es gibt Pommes und Burger und wir gehen bei Albert Heijn einkaufen. Eigentlich brauchen wir nur Zahnpasta, die haben wir nämlich vergessen. Wenn wir schon hier sind, nehmen wir auch noch Gouda, Streusel, Vlokken und Kekse mit. Alles extrem wichtige Grundnahrungsmittel.
- Belgische Grenze
- Aire du Rœulx-Thieu
Die belgische Grenze ist nicht weit, wir überqueren sie auf einer Landstraße zwischen Vaals und Gemmenich. Beim Autobahnkreuz Battice fahren wir auf die Autobahn Richtung Westen einmal quer durch Belgien - mit Rastplatz für die Galerie.
- Französische Grenze
- Grenzschild
- Mautstelle
Und dann sind wir endlich in Frankreich, im Land der mautpflichtigen Autobahnen. Aber da wir heute noch ein gutes Stück weiter kommen wollen, ist uns das egal.
Nicht egal ist allerdings, dass der Fensterheber an der Fahrerseite nicht mehr richtig funktioniert. Normalerweise hat der eine Automatik zum Rauf- und Runterfahren, damit man den Hebel nicht ewig festhalten muss. Und die geht nun nicht mehr. Angesichts der zahlreichen Mautstellen ist das etwas nervig. Aber so lange das der schlimmste Defekt am Auto bleibt, beschwere ich mich nicht weiter …
In Fins hinter der Kirche auf einem Parkplatz schlagen wir unser Nachtlager auf. Auf dem Parkplatz ist absolut nichts los. Am frühen Abend wird hier ein Tesla abgestellt und etwas später kommen zwei Jugendliche und inspizieren unser Auto. Als sie sehen, dass jemand drin ist, erschrecken sie sich und gehen lachend wieder weg.
Die Anreise in die Bretagne ist ganz schön weit. Von Rostock bis Brest sind es etwa 1.500 Kilometer. Aus Interesse schaue ich mal bei der Bahn, wie die Verbindungen auf der Strecke sind. Leider habe ich während des Urlaubs keine Screenshots gemacht, daher habe ich die jetzt beim Schreiben einigermaßen rekonstruiert.
Diese langen Fahrzeiten finden komplett ohne Liegewagen statt, soweit ich das feststellen konnte, und mit langen Aufenthalten in der Nacht an irgendwelchen Bahnhöfen. Für mich ist das definitiv keine Alternative zum Auto. Und dann hätten wir ja auch keinen eigenen Camper, der praktisch unser zweites Zuhause ist.
Während ich hypothetische Verbindungen recherchiere, beobachtet und knipst der Mann einen Eichelhäher. Leider nur durch die Heckscheibe und dementsprechen verwaschen. Das Öffnen der Heckklappe ist dem Vogel dann doch zu viel und er fliegt weg.
- Eichelhäher
Wir begeben uns früh zu Bett, der Mann guckt noch irgendeine Serie auf seinem Smartphone, ich höre einen Podcast. Langsam stellt sich Urlaubsfeeling ein.
3. Etappe: Bis hinter Le Havre
Samstag, 2. Mai 2026
Der morgendliche Blick aus dem Camper setzt den Baum am Rand des Parkplatzes in Szene. Dazu gibt es ein niederländisches Frühstück bestehend aus Witte Bollen med Hagelslag.
- Blick aus dem Camper
- Stellplatz
Wir machen uns zeitig auf den Weg, fahren erst ein Stück Landstraße und dann wieder auf die Autobahn. Es ist überhaupt nichts los.
- Landstraße
- Autobahn
Kurz vor Le Havre steuern wir einen Supermarkt an. Ein paar Dinge werden dringendst benötigt, zum Beispiel Chips.
- Chips-Regal
- Unsere Chips-Ausbeute
- Äpfel
Hach, diese Auswahl! Drei Beutel werden es diesmal. Und damit es nicht so aussieht, als würden wir nur ungesundes Zeug futtern, schaffen es auch ein paar Bio-Äpfel in den Einkaufswagen. Golden Delicious sind meiner Meinung nach die besten Äpfel, die es gibt. Und die schmecken hier nochmal viel besser als das unreife Zeug, das man bei uns bekommt.
- Le Havre
- Pont sur le Grand Canal du Havre
- Die nächste Brücke ist bereits in Sicht.
Auf das Dach der Fahrerkabine wird getrommelt. Wir haben die Spanngurte im Verdacht, die die Aluboxen auf dem Dachträger halten. Da wir so nicht weiterfahren wollen, halten wir auf dem Rastplatz zwischen den Brücken, der nun auch in meiner Galerie zu finden ist, auch wenn die Straße an der Stelle nicht den Status einer Autobahn hat.
- Aire de la Baie de Seine
Nachdem alles wieder festgezurrt ist, fahren wir weiter. Die Pont de Normandie ist mautpflichtig, 7,10 Euro müssen wir bezahlen. Die Pont de Normandie hat übrigens mit 856 Metern die größte Schrägseilbrücken-Spannweite in Europa.
- Brücken-Maut
- Pont du Normandie
- Blick auf die Seine
Wir haben keine Lust mehr, noch allzu weit zu fahren. Bis in die Bretagne werden wir es auch heute nicht schaffen, aber das ist uns eigentlich egal. Auch wenn wir hier schon waren, das ist schließlich eine recht schöne Gegend.
- Auf der A29
- Aire de Annebault
Wir steuern die Küste an und checken dort zwei Stellplätze, die aber beide schon voll sind. Richtung Caen in einem Ort namens Hérouvillette gibt es einen Stellplatz mit Blick auf den angrenzenden Park. Da stellen wir uns hin. Es ist ziemlich ruhig hier.
- Nebel über Carcassonne
Nach dem Abendessen spielen wir Nebel über Carcassonne. Das Spiel hat der Herr Lebensabschnittsgefährte gekauft, als ich im März im Krankenhaus lag, und es lässt uns seither nicht mehr los.
Mit dem Schlaf und der Ruhe ist es nachts so eine Sache. Gerade als ich ins Land der Träume abdriften will, trommelt es schon wieder wie wild auf das Autodach. Es regnet in Strömen. Glücklicherweise aber nicht allzu lange und ich kann endlich einschlafen.
Statistik
1286 km sind wir in den ersten drei Tagen gefahren, davon 366 Kilometer am ersten, 584 Kilometer am zweiten und 336 km am dritten Tag.
- 366 km am 30.04.2026
- 584 km am 01.05.2026
- 336 km am 01.05.2026
Karte
Auf der Karte sieht das so aus:
Video
Ein Video zu diesem Beitrag ist ebenfalls in Bearbeitung. Das wird aber erst zusammen mit dem nächsten Beitrag veröffentlicht, da wir während der Autobahnfahrten nicht so viel gefilmt haben.
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