Spaziergänge im Juni 2025

1. Juni 2025

Am ersten Tag des Monats sind wir zwar nicht am Morgen, dafür aber am Nachmittag mit den Fahrrädern unterwegs. Im Hafen trudeln langsam die ersten Marine-Schiffe ein, die sich hier zu einer NATO-Übung versammeln. Und auch wenn ich eine Welt, in der es solche Geräte nicht braucht, viel lieber leben würde, so fasziniert mich die Technik doch sehr - wie eigentlich so ziemlich jede Technik.

Gegenüber von der Feuerwehr bei der Werft steht ein Marine-Schiff, das noch nicht ganz fertig ist. Das wird hier wohl gerade gebaut. Und in Hohe Düne liegt nur die Magdeburg. Die hat hier ihren Heimathafen.

Wir radeln weiter nach Warnemünde und laufen ein wenig auf der Mittelmole am Wasser herum.

Zwei Kreuzfahrtschiffe liegen hier und das Polizeiboot. Wir gucken und knipsen ein bisschen die Schiffe.

Aber leider droht Ungemach in Form von Wetter, so dass wir beschließen, wieder nach Hause zu radeln.

2. Juni 2025

Im Park ist Trubel und Krach, da wird die Messe vom Wochenende abgebaut, da gehen wir nicht hin. Stattdessen spazieren wir an der Warnow entlang und durch Dorf Groß Klein zurück.

Eine Katze begegnet uns auf dem Weg. Sie kommt sogar freudig und miauend zu uns hingelaufen, um uns zu begrüßen. Die ist richtig hübsch.

Nachmittags fahren wir noch einmal zur Feuerwehr. Die USS Kearsarge, die im Hafen liegt, wollen wir uns mal ohne Gegenlicht angucken. Angekündigt war sie als Flugzeugträger, tatsächlich ist es ein Hubschrauberträger. Gesehen haben wir sie nicht, stattdessen den Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main. Ich glaube, ein richtiger Flugzeugträger würde gar nicht in den Hafen passen.

Ziemlich unbeeindruckt von der Materialschlacht auf dem Wasser gehen die Vögel ihren üblichen Tagesgeschäften nach. Der Graureiher unterbricht das Aufs-Wasser-starren und putzt sein Gefieder, Familie Schwan ist mit sich selbst beschäftigt.

“Ein Schiff läuft aus, wir geh’n nach Haus”, würde sich jetzt toll als Reim anbieten. Aber die Berlin läuft gerade ein. “Ein Schiff läuft ein, wir geh’n jetzt heim”, passt da schon eher.

Der Abendhimmel gibt sich noch recht hübsch beim Blick aus dem Fenster.

3. Juni 2025

Beim Blick vom Balkon gibt’s wie üblich nur das Museumsschiff bei etwas diesiegem Himmel.

Nachmittags radelt der Mann noch einmal zur Feuerwehr. Diesmal liegt ein Däne gegenüber und das im Bau befindliche Schiff ist weiter nach vorne gerückt. Das ist jetzt hier ein wenig kriegsschifflastig, aber keine Sorge, das ist jetzt auch wieder vorbei.

Beim Blick vom Balkon am Nachmittag wird mir Kranballett geboten. Die große Bühne für die demnächst beginnende Konzert-Saison wird aufgebaut. Die Freude meinerseits ist eher verhalten.

5. Juni 2025

Endlich wieder Park und Vögel, viele Vögel.

Die Runde durch den Park ist heute mal wieder ein klein wenig größer, wenn auch noch nicht die große Runde. Im Schilf sind stets die Teichrohrsänger auf Sendung. Deren Gesang erinnert mich ein wenig an Modem-Zeiten.

Ewig können wir nicht herumtrödeln, der Mann muss schließlich arbeiten. Hausrotschwanz und Reh begleiten uns quasi auf dem Weg nach Hause.

7. Juni 2025

Auf der Wiese gegenüber ist Campingstimmung und im Viertel laufen gewandete Leute herum. Am Wochenende ist Mittelalter-Spektakel. Auf Park habe ich keine Lust. Wir fahren zum Hofladen.

9. Juni 2025

Keine Lust rauszugehen.

12. Juni 2025

Senile Bettflucht, ich bin um fünf Uhr wach. Immerhin gibt es mal wieder einen rosa getönten Blick vom Balkon. Ich vermisse die Zeit der Sonnenaufgänge über dem Hafen und der Warnow.

13. Juni 2025

Ich raffe mich auf, wir gehen spazieren. Zunächst laufen wir im Park ans Wasser.

Dann geht es weiter durch den chinesischen Garten.

Und anschließend laufen wir sogar noch eine Runde um den Tümpel herum. Die ausgedehnten Spaziergänge sind ja eher selten geworden.

14. Juni 2025

Wir machen mal etwas Ungewöhnliches, wir radeln ans Meer. Bevor ich krank geworden bin, waren wir ständig mit dem Fahrrad unterwegs und ich vermisse das durchaus. Aber ich bin immer so schlapp und unmotiviert, ich gehe mir damit selbst auf die Nerven.

Am Strand entlang laufen wir ein Stück und dann durch den Küstenwald wieder zurück zu den Fahrrädern.

Von da oben hat man ebenfalls einen schönen Blick auf die See.

Nach dem Spaziergang gönnen wir uns ein Eis, denn es ist ziemlich warm. Wir setzen uns auf die Bank neben dem Fahrradständer und schlabbern das Eis, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Leider gibt es am Strand kein Kugeleis, sondern nur diesen fertigen Kram. Und den gibt’s dort eigentlich auch nicht für uns, sondern Italy only, wie der Packungsaufschrift zu entnehmen ist.

Macht aber nichts, das war angenehm kühl und erfrischend. Auf dem Rückweg stoppen wir noch kurz auf dem Markt in Lichtenhagen. Ich nehme ein paar Tomatenpflanzen mit, die auf meinem Balkon ein neues Zuhause bekommen. Außerdem kaufen wir Salat und Wassermelone.

Viel ist von dem Markt dort ja nicht mehr übrig. Aber für ein wenig Obst und Gemüse reicht es gerade noch.

18. Juni 2025

Es schneit. Pappelschnee. Der ist überall, wirklich ü-ber-all, auch in den Wohnungen.

Zwei Fähren laufen gerade aus, Piraten haben die historische Werft übernommen, die Boote fest vertäut am Anleger.

Immer wenn ich eine Bachstelze sehe, habe ich das Wort “Wippsteert” im Kopf. Das plattdeutsche Wort passt viel besser zu dem Vogel als der gesamtdeutsche Trivialname. Vermutlich hat meine Großmutter die Vögel früher so genannt, wirklich erinnern kann ich mich aber nicht. An einem Bach jedenfalls sehe ich diese Vögel eher selten. Und dieses Jahr sehe ich die gefühlt auch im Park seltener als sonst.

Bei Museumsschiff fliegt und paddelt, beobachtet und plantscht es.

30. Juni 2025

Die letzte Juni-Woche waren spontan mit den Fahrrädern in Dänemark, daher klafft hier eine Lücke in den Spaziergängen. Am letzten Tag des Monats hat man vor das eingerüstete Museumsschiff genau an meinen Photo-Punkt noch ein weiteres Gerüst gestellt. Irgendein Triathlon oder sowas fand hier wohl statt.