Von Flåm nach Oslo

Wir hatten gut und ausreichend geschlafen, als wir gegen 06:45 Uhr wach wurden. Wie immer brauchte ich erst einen Kaffee, dann gingen wir duschen und anschließend frühstücken. Im Haus war es noch ruhig, wir hatten die Gemeinschaftsräume für uns alleine. Beim Frühstück ließen wir uns Zeit und hauten ordentlich rein. Unser Brot und das Nugatti mussten schließlich aufgebraucht werden bis zum Rückflug. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und zogen unsere Betten ab, was in vielen Wandererhäusern und Hostels nicht unüblich ist. Der Gast bezieht sein Bettzeug selbst und zieht die Bettwäsche auch selbst wieder ab - oder bezahlt für den Service.

Als wir mit allem fertig waren, liefen wir zurück zur Touristeninformation unten am Fjord. Auf dem Weg dorthin sahen wir doch tatsächlich Schweine in einem Auslauf, die da nach herzenslust suhlen durften. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Schweine unter freiem Himmel gesehen habe.

Schweine

Nach der grandiosen Tour nach Gudvangen am Vortag war für diesen Morgen eine Tour zum Aussichtspunkt Stegastein gebucht. Von dort aus soll man einen fantastischen Blick über den Aurlandsfjord haben. Und da wir keine Bergsteiger sind, fuhren wir mit dem Bus dort hinauf.

Busfahrt

Der Fahrer unseres Busses fuhr wie der Teufel, hielt sich nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen und in der einen oder anderen Haarnadelkurve wurde mir schon ein wenig anders. Aber wir kamen heil oben an.

Aussichtspunkt

Die Norweger haben hier einen Steg an den Berg gebaut.

Steg

Am Ende des Steges schwebt man quasi auf 640 moh. Außerdem ist da eine Glasscheibe, von der aus man gerade herunter auf Auerlandsvangen gucken kann.

Blick nach unten

Die Aussicht war grandios! Ebenso grandios war der Farbunterschied, den das norwegische Licht, von dem ich nicht genug kriegen kann, in die Landschaft gezaubert hat.

Blick über den Auerlandsfjord

Und ständig wechselte das Licht.

Blick Richtung Flåm

Wir konnten kaum genug bekommen. Und absolut vorteilhaft war auch, dass wir fast alleine hier waren. Außer uns hatten nur noch drei Leute die Tour gebucht und auch sonst hatte sich an diesem Morgen niemand hierher verirrt.

Blick Richtung Flåm

An diesem Aussichtspunkt steht übrigens auch eine preisgekrönte Toilette, die zur schönsten Toilette der Welt gekürt wurde. Leider war sie geschlossen.

Die schönste Toilette der Welt

Wir saßen schon vor den anderen wieder im Bus und kamen mit dem Fahrer ein wenig ins Gespräch. Wobei das fast schon übertrieben ist. Der Mann gab zwar Antwort auf jede Frage und war auch nicht unhöflich, aber doch irgendwie etwas wortkarg. Er redete nicht mehr als unbedingt nötig war. Ich fragte ihn, ob er in Flåm leben würde, was er verneinte, er wohnt in einem der Nachbarorte. Dann erzählte er noch, dass er kein Norweger sei. Ich fragte, woher er käme und er meinte, er sei Isländer. Das erklärte sowohl seinen Fahrstil als auch seine wortkarge Art. Wir sagten ihm, dass wir letztes Jahr vier Wochen dort waren. Das erste, was ihm dazu einfiel: Da war ja das Wetter so schlecht. Yep.

Als die Zeit der Abfahrt gekommen war, wäre er um ein Haar ohne die letzte Passagierin gefahren. Wir waren ja nur zu fünft auf der Tour und die junge Asiatin fehlte noch. Die stand ganz verträumt an der Mauer und starrte ins Tal, auf die Berge und den Fjord. Wenn wir den Fahrer nicht darauf hingewiesen hätten, dass einer fehlt, wäre er glatt ohne sie gefahren.

Auf der Fahrt zurück ins Tal hielten wir an einem weiteren Aussichtspunkt für einen kurzen Photostopp, was wir natürlich ebenfalls nutzten.

Und dann mussten wir auch noch tanken. Ich hatte auf der Hinfahrt schon gesehen, dass das Auto Reserve anzeigte, nun erfolgte auch noch ein akustisches Signal.

Zurück in Flåm gingen wir noch einmal in das Toget Kafé auf eine heiße Schokolade und um die Zeit zu überbrücken, bis unser Zug da war. Denn es hieß Abschied nehmen von Flåm.

Flåmsbana

Wir fuhren die Strecke mit der Flåmsbana wieder hinauf. In der Nacht hatte es in höheren Lagen ein wenig geschneit, weswegen die Berge aussahen wie mit einer Puderzuckerschicht überzogen.

Flåmsbana

In Myrdal hatten wir ebenfalls ein wenig Zeit. Wir gingen ins Café, um eine Kleinigkeit zu essen und weil es dort oben nicht sonderlich spannend ist, denn außer dem Bahnhof ist da nichts. Es führt auch keine Straße nach Myrdal, neben der Bahnstation sind lediglich ein paar Ferienhütten und das war’s.

Bergenbana

Unsere Bahn kam pünktlich und wir suchten die reservierten Plätze. Dann begannen wir damit, die Aussicht zu genießen.

Einige Wanderer sah man am Wegesrand. Und witzig ist, dass jeder dem Zug zuwinkt. Auf einem der obigen Bilder ist das auch zu erkennen, da sind unten links zwei Spaziergänger mit Hund, die winken.

Wir fuhren ziemlich lange am Wasser entlang und auch hier waren die Lichtstimmungen einfach grandios.

Bergenbana

Viel zu schnell verließen wir das Gebirge und fuhren wieder talwärts.

Schon bald ging die Sonne unter und lange vor der Ankunft hatten wir keine Lust mehr aufs Zugfahren. Mittlerweile gab es ja auch nicht mehr so viel zu sehen. Bis Oslo dauerte es allerdings noch eine Weile, die wir geduldig ausharren mussten.

Oslo

Unser Hotel hatten wir uns in der Nähe vom Bahnhof gesucht. Die Aufmachung war ganz witzig und im Zimmer hatten wir alles, was wir brauchten.

Hotel

Ursprünglich hatten wir vor, an diesem Abend noch zum Egon am Bahnhof zu gehen und dort zu essen. Aber ich hatte keine Lust mehr, irgendwohin zu gehen, und ich hatte auch keine Lust mehr, etwas zu essen. Davon ausgenommen waren natürlich unsere Brötchen, die wir zusammen mit den letzten beiden Scheiben Käse und dem restlichen Nugatti zum Abendbrot vertilgten. Dazu machten wir uns heiße Schokolade. Das Wasser kam so heiß aus der Leitung, damit konnte man auch gut das Pulverzeug auflösen. Dann packten wir die Taschen so, dass alles ins Handgepäck passte. Anschließend gingen wir noch einmal nach oben auf die Terrasse in der 8. Etage. Von hier aus hatten man einen prima Blick auf das Opernhaus.

Opernhaus Oslo

Dann gingen wir ins Bett. Es dauerte auch nicht allzu lange, bis ich eingeschlafen war.

Die Lebensabschnittsgefährtengalerie des Tages:

Aurlandsfjord

Opernhaus Oslo

Author

dark*

Immer gerne auf Tour, am liebsten im Norden

26. Oktober 2019