Durchs Rhonetal und über drei Pässe
Wir sind durchs Rhonetal und dann erst den Furkapass, dann den Gottardpass und auch noch den San Bernardino gefahren. Und dann waren wir versehentlich auf der Autobahn.
Tag 10 - Rhonetal und Furkapass
Sonntag, 08.09.2024
Es war herrlich ruhig in der Nacht und ich bin endlich mal wieder einigermaßen ausgeschlafen. Wobei der schlechte Schlaf eher mit meinen Befindlichkeiten zu tun hat als mit mangelnder Ruhe. Nach dem üblichen Morgenritual laufen wir eine Runde um und über den Flugplatz, wie wir uns das gestern vorgenommen haben.
Wir laufen über die Straße am Heli-Port vorbei. Hubschrauber sind in den Bergen voll das Ding, man kommt überall schnell hin und kann überall landen und starten und so. Dann queren wir die Start- und Landebahn und laufen bis zum Ende des Flugplatzes. Bevor wir den Moosbach überqueren, geht ein schmaler Pfad am Bach entlang über das Flugplatzgelände. Das ist der offizieller Wanderweg.
- Spazierweg
- Start-/Landebahn
- Wanderweg
Gegenüber auf dem Hügel fahren Bahnen auf zwei Etagen, abhängig von der Richtung, in die sie unterwegs sind.
- Hügel mit Bahn
- Bahnstrecke
- Bahn
- Betreten verboten
- Verbot
- Verbot
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich vermute, dass man das Gelände nicht betreten darf. Also gar nicht.
Der Flugverkehr, den wir heute Morgen sehen, beschränkt sich übrigens auf ein paar Spatzen, eine Türkentaube und eine Bachstelze. Und die waren auch mehr auf dem Boden zu sehen als in der Luft.
- Türkentaube
- Bachstelze
- Landstraße
Über die schnurgerade Landstraße gehen wir zurück zum Parkplatz und machen uns dann auf den Weg. Zunächst geht es weiter Richtung Süden bis Martigny und dann fahren wir ostwärts.
- Straße 11 nach Süden
- Schutzbrücke
- Aussicht
- Aussicht
- Wasserfall
- Mont Blanc Express
Unser Weg führt uns durchs Rhonetal. Das wäre sicherlich total toll, wenn es nicht komplett zugebaut und so wahnsinnig viel los wäre. Für die Mittagspause suchen wir ein ruhiges Plätzchen. Wir fahren bei Riddes ein Stück einen Berg hinauf und stellen uns in eine Parkbucht. Anschließend bleiben wir auf der Südseite der Rhone und fahren auf einer kleinen Nebenstraße immer am Fluss entlang. Hier sind wir zwar deutlich langsamer, aber dafür meist allein und viel gemütlicher unterwegs.
- Nebenstraße
- Aussicht
- Allee
- Gebäude am Berg
- Nebel über der Rhone
- Nebel über der Rhone
- Aussicht
- Lax
- Geschinen
Ab Brig heißt die Straße 9 Furkastraße. Und damit benennt sie auch unser nächstes Ziel: den Furkapass.
- Furkastraße
- Furkastraße
- Furkastraße
- Steinschlag und Serpentinen
- Auf geht's
- Und weiter rauf
Oberhalb vom Hotel Belvédère legten wir einen Knipsstopp ein. In den 80er Jahren ging der Rhonegletscher übrigens noch direkt am Hotel vorbei und weiter runter, vor 150 Jahren bis nach Gletsch. Heute ist ein Teil des Gletschers abgedeckt, damit touristische Führungen in der Gletscherhöhle auch weiterhin stattfinden können. Selbst der Fußweg vom Hotelparkplatz zur Gletscherzunge ist kostenpflichtig.
- Grafitti
- Blick ins Tal bis Gletsch
- Hotel Belvédère
Leider ist das Wetter zu schlecht, vor allem zu windig, um die Drohne zu fliegen. Wir fahren daher weiter zum Parkplatz am Pass, wo wir die Nacht verbringen wollen.
Unsere Chips-Tüte macht einen auf dicke Hose hier oben in der dünnen Luft. Und auch die Cookies-Packung macht sich breit.
- Chips
- Cookies
- Blick aus dem Camper
Die Aussicht aus dem Camper macht sich hingegen ganz gut. Auch wenn das zerlegte Geländer direkt neben uns nicht gerade vertrauenserweckend ist. Generell wirkt alles hier an dieser Passstraße ziemlich verlassen und verwarlost. Man bekommt ein wenig den Eindruck, die Glanzzeit der schweizer Alpen sei vorbei, zumindest die des zweithöchsten komplett in der Schweiz gelegenen Passes, der darüber hinaus eine Hauptrolle in einem James-Bond-Film gespielt hat.
Nun denn, ich bin müde und gehe schlafen.
233 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren. Die Kartenansicht folgt am Ende des Beitrags.
- 233 km
Tag 11 - Drei Pässe: Furka, Gotthard und San Bernardino
Montag, 09.09.2024
Theoretisch hätte ich ja gut schlafen können. Auf der Passstraße ist nachts kaum etwas los und selbst wenn ein Auto kommt, fährt es maximal 30 km/h, denn hier oben ist es nachts finster wie im Bärenarsch. Straßenbeleuchtung gibt’s natürlich keine, ohne Infrastruktur ist auch der Parkplatz nicht beleuchtet und da es bewölkt ist, war von Mond und Sternen auch nichts zu erwarten.
Dunkelheit ist nicht so meins, die Welt ist besonders im Dunkeln ein gefährlicher Ort. So lag ich die halbe Nacht wach und habe mir die dollsten Dinge ausgemalt. Wenn einer gegen uns fährt und uns den Abhang runterkickt, zum Beispiel, wäre das nicht so fein. Oder wenn der Wind einen Steinschlag verursacht und ein Felsbrocken auf unser Auto plumpst. Auch ein Erdrutsch wäre nicht auszuschließen, schließlich regnete es den ganzen Tag und die ganze Nacht. Wenn dies, wenn das, wenn jenes passieren würde, so vieles ging mir durch den Kopf.
Es war kalt, es war windig, es hat geregnet, es war stockfinster. Und es war toll. Kein Mond, keine Sterne, kein Schnee, nichts was diese absolute Dunkel da draußen ein wenig aufhellen würde. Machten Wind und Regen eine Sekunde Pause war es zudem totenstill. Ich fühlte mich wie mitten im Nichts.
Die niedrigste Temperatur in der Nacht war ein oder zwei Grad. Außerdem hatte ich Magenschmerzen von den Tabletten, die mich nachts nicht schlafen lassen. Aber wie negativ dies alles nun klingen mag, ich fand’s echt toll, da oben zu schlafen. Und morgens war die Welt ja auch wieder da und völlig in Ordnung.
- Blick aus dem Camper
- Wolken
- Wolken
Aus dem Tal kamen immer wieder Wolken heraufgezogen, das war schon ein tolles Schauspiel. Im Video ist das auch in Bewegtbildern zu sehen.
- Verlassenes Gebäude
- Stellplatz
- Furkapass 2436 m
- Parkplatz von oben
- Steine
- Kleiner Vogel (?)
- Berge
- Verlassenes Gebäude
- Grenze Uri - Wallis
Zwischendurch kommt der Postbus vorbei, auch der Pass hier ist eine Bergpoststraße und der Postbus hat sich mit seinem Dreiklanghorn angekündigt.
Heute ist unser letzter Tag in der Schweiz. Gestern Abend haben wir uns noch eine Strecke zurecht gelegt, die wir noch fahren wollen. Gegen 10 Uhr fahren wir los.
- Sidelenbach
- Sidelenbach
- Bert
Schon bald legen wir den ersten Stopp ein am Sidelenbach, der im Nebel einfach toll aussieht. Der Mann knipst ein paar Bilder mit dem Smartphone und dann gehts auch schon weiter.
Mit den tiefhängenden Wolken wirkt es alles ein wenig verwunschen. Sehr hübsch.
Auch auf dem Weg nach unten ins Tal ist der Bezug zu James Bond sichtbar. Allerdings haben wir weder am Viewpoint noch am Haus gehalten. So sehr Fan ist keiner von uns.
- Hotel Galenstock
- James-Bond-Haus
- Passstraße
- Lawinengalerie
- General Alexandr W. Suworow Monument
- Gotthardpass 2.106 m
Direkt als nächstes fahren wir den Gotthardpass hinauf. Da war allerdings viel los und die Fahrt hinauf war nicht so spektakulär, daher gibt es wenig Bilder.
Besonders schön ist es dort oben nicht. Es ist laut durch den Verkehr, alles steht voller Strommasten und Windräder und das Wetter ist auch mistig. Nachdem ich das Pass-Schild geknipst und gefilmt habe entdecken wir eher zufällig die alte Passstraße, die Tremola. Kurzentschlossen fahren wir die.
- Tremola
- Lawinengalerie
- Kilometerstein
- Ding (?)
- Provisorium
- Kurve und Galerie
- Wasserfall
- Airolo
Nun geht es noch weiter nach Süden nach Bellinzona. In der Schweiz ist das ganz witzig mit den verschiedenen Sprachen. Wobei sich nicht nur die Sprache ändert, sondern auch Architektur und Stadtbild. Während gestern noch alles ziemlich französisch wirkte, sieht es nun recht italienisch aus. Immerhin kann ich im italienischen Teil die Orts- und Straßennamen aussprechen. Französisch ist ja nicht so mein Ding.
- Alter Güterwaggon
- Fiume Ticino
- Chips-Tüte
Auf einem Parkplatz am Fiume Ticino machen wir Mittagspause. Dabei fällt mir auf, das eines der Gläser mit dem eingekochten Essen nicht richtig dicht ist. Das stinkt zum Himmel! Das kann so unmöglich im Auto bleiben, einen Mülleimer gibt es auf dem Parkplatz nicht. Wir kippen den Inhalt des Glases in ein Gebüsch und spülen das Glas aus. So können wir es immerhin bis zum nächsten Mülleimer mitnehmen. Die Chips-Tüte hat wieder einen halbwegs normalen Umfang.
- Autobahnbrücke
- Giornico
- Radfahrer
- Pollegio
- Wasserfall Santa Petronilla
- 27 °C
Ich hätte ja schon Lust, mal wieder nach Italien zu fahren. Da war ich schon so lange nicht mehr. Aber leider reicht die Zeit dazu nicht.
27 °C zeigt das Auto schon wieder an. Die Temperaturschwankungen auf dieser Tour sind eine echte Herausforderung. Und egal wie wir uns anziehen, es ist falsch.
- Claro
- Alte Häuser
- Chiesa di San Martino
- Castello di Mesocco
- Castello di Mesocco
- Mesocco
Es geht nun wieder nach Norden und hinauf in die Berge. Dort wird es dann wieder ein wenig kühler sein. Der nächste Pass auf der Tour ist der San Bernardino.
- Passo San Bernadino
- Serpentinen
- GoPro
- Serpentinen und Ausblick
- Wahnsinns-Ausblick
- 10 °C
“Ein wenig kühler” war vielleicht etwas untertrieben. 10 °C sind schon ziemlich kühl, wenn man kurz zuvor noch durch italienisch-sonnige 27 °C gefahren ist.
- Oben angekommen
- San Bernadino 2.066 m
- Bänke am See
- Rote Bank
- Steinhaufen
- Abwärts
Eigentlich wäre jetzt gemütliches Heimwärtsfahren angesagt, aber unten im Tal passiert es dann: Wir sind falsch abgebogen, haben ein Schild missinterpretiert und sind ungeplant und ohne Vignette auf der Autobahn gelandet. So ein Mist! Eiligst kaufe ich unterwegs eine Vignette und hoffe, dass das noch rechtzeitig genug ist.
Nächstes Problem: Wir sind im San-Bernardino-Tunnel, was bedeutet, dass wir unter dem Pass bzw. Berg hindurch wieder nach Süden fahren. Auf der anderen Seite des Tunnels fahren wir von der Autobahn runter, halten kurz an und überlegen, wie wir jetzt vorgehen.
Eigentlich hatten wir überlegt, noch einmal auf dem teuren Campingplatz zu übernachten, auf dem wir unsere erste Nacht in der Schweiz verbracht haben. Jetzt stellt sich die Situation aber ein wenig anders dar. Da wir nun schon für die Autobahn bezahlt haben, können wir sie auch noch ein wenig nutzen. Wir haben nämlich keine Lust mehr und das Wetter ist immer noch mistig. Also fahren wir zurück durch den Tunnel und dann weiter auf der Autobahn Richtung Norden.
Wir fahren bis nach Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Das stand zwar eigentlich nicht auf dem Plan, aber jetzt haben wir eben ein Land mehr auf unserer Liste. Lange Zeit dachte ich, das Fürstentum wäre ein Teil der Schweiz, was vielleicht auch daran liegt, dass dort ebenfalls mit Schweizer Franken bezahlt wird. Aber da habe ich mich wohl geirrt.
- Rhein
- Grenze Fürstentum Liechtenstein
- Parkplatz
Der Parkplatz, auf dem wir übernachten, ist nicht besonders schön, aber zweckmäßig und außerdem kostenlos, sofern wir morgen bis spätestens sieben Uhr verschwunden sind. Ansonsten müssen wir für die Zeit danach bezahlen.
269 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren. Die Kartenansicht folgt am Ende des Beitrags. Irgendwann an diesem Tag haben wir die 66.666 Kilometer mit dem Auto geschafft, aber leider haben wir das vercheckt und nicht geknipst.
- 269 km
Tag 12 - Von Vaduz nach Seeheim-Jugenheim
Dienstag, 10.09.2024
Auf dem Parkplatz haben wir gar nicht so schlecht geschlafen. Es hat zwar die ganze Nacht geregnet, aber das gleichmäßige Prasseln auf dem Camperdach stört nicht weiter. Die Temperatur war dafür optimal, nicht zu warm und nicht zu kalt.
- Stellplatz
- Schweizer Grenze
Wir haben es tatsächlich geschafft, noch vor sieben Uhr abzufahren. Um Punkt 07:00 haben wir die Schweizer Grenze passiert.
Der Himmel weint, weil wir die Schweiz verlassen. Wir nehmen die Autobahn, bezahlt haben wir ja, und fahren westlich am Bodensee vorbei. Damit sich unsere hektisch gekaufte Vignette lohnt, fahren wir auch noch einen Umweg über Winterthur und Schaffhausen, wir haben nämlich eine Abfahrt verpasst. Ich - als Navigator - hatte nämlich erst einen Kaffee, wir mussten heute Morgen ja so hektisch aufbrechen. Auf dem ersten Parkplatz beseitigen wir diesen Mangel.
- Parkplatz Wildhus Nord
- Deutsche Grenze
- Bundesrepublik Deutschland
Mit Bert auf schweizer Autobahnen ist etwas nervig. Bei den Abfahrten wir die Geschwindigkeit für die Abfahrenden zunächst auf 60, dann auf 40 reduziert. Bert sieht die Schilder und piepst dann, weil er meint, wir seien zu schnell.
Wir brauchen eine neue Saugnapfhalterung fürs Smartphone. Die alte funktioniert nicht mehr. Die ist aber so alt wie die Beziehung zwischen dem Herrn Lebensabschnittsgefährten und mir, da kann die Gummierung durchaus etwas nachlassen.
- Namenloser Parkplatz
- Raststätte Schönbuch
Die Fahrt ist weitgehendst ereignislos, wir fahren auf der Autbahn nach Südhessen.
Die Rechenkünste von Bert lassen übrigens auch sehr zu wünschen übrig. Als wir zurück in Deutschland waren, war die Restreichweite 123 km. 27 Kilometer später meint er, die Restreichweite beträgt noch 37 km. Ich mag unser Fahrzeug wirklich gerne, aber wenn man sich auf Bert verlässt, ist man ziemlich verlassen.
- Renningen
- Döner
- Pide
Zum Mittag soll es Fast Food sein, ein Döner für den Mann und irgendetwas für mich. Ich war nämlich noch nie in einem Dönerladen und muss mal gucken, was ich da Leckeres finde. Ich checke Bewertungen, um den besten Döner für den Herrn Lebensabschnittsgefährten zu finden und entscheide mich dann für den Imbis Ützel-Brützel in Renningen, weil der Name so lustig klingt. Gute Bewertungen hat er aber auch und die können wir durchaus bestätigen. Ich habe auf Anraten des Mannes das Pide gegessen und es war extrem lecker!
An der L 560 zwischen Graben-Neudorf und Wiesental, ich glaube, wir hatten keine Lust mehr auf Autobahn, entdecke ich am Straßenrand einen Obst- und Gemüsestand, der auf seiner Tafel mit Schokoküssen wirbt. Ich will Schokoküsse!
Der Herr Lebensabschnittsgefährte biegt die nächste Straße rechts ab in der Hoffnung, dort irgendwo wenden zu können. Kurz darauf führt rechts ein betonierter Weg rein, der sich auf der Karte wie ein Parkplatz darstellt. Der Blick durch die Frontscheibe erzählt allerdings etwas anderes.
- Screenshot Karten-App
- Realität
- Obst- und Gemüsestand
Aber wozu hat man schließlich ein Offroad-Fahrzeug. Wir wenden und fahren wieder zurück. Am Gemüsestand nehmen wir noch ein wenig Gemüse für die nächsten Tage mit, außerdem Unmengen von Schokoküssen, mit denen der Mann seine Arbeitskollegen beglücken will.
- Zufahrt zum Hotel
- Sehenswürdigkeit
- Parkplatz
Wir kommen relativ früh bei dem Hotel an, bei dem das Meeting mit den Kollegen stattfindet. Wir nutzen die Zeit und schauen uns das Schloss noch an.
- Blick aufs Schloss
- Hof mit Hofkatze
- Waldweg
Nach dem Spaziergang müssen wir unser Auto nochmal umstellen, denn wir standen auf dem Wanderparkplatz und nicht auf dem Hotelparkplatz.
Mittlerweile bin ich ziemlich fertig. Schon am Tag zuvor haben mir fürchterlich die Ohren weh getan von dem ständigen Bergauf- und Bergabfahren. Meine Nebenhöhlen sind ziemlich zugeschwollen. Mir reicht’s für heute, ich hülle mich in eine Wolldecke und bin fertig mit dem Tag.
468 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren. Die Kartenansicht folgt am Ende des Beitrags.
- 468 km