Teil 2: : Cap Fréhel und auf den Spuren von Asterix

Wir sind an der Nordküste der Bretagne unterwegs, schauen uns Leuchttürme, Felsen und ein Fort an. Wir wandern auf den Spuren von Asterix und durch Supermärkte und übernachten auf ruhigen Stellplätzen.

Tag 4: Die letzten Kilometer in die Bretagne

Sonntag, 3. Mai 2026

Morgens aber noch nicht, morgens stehen wir noch in der Normandie herum.

Der Blick aus dem Camper ist heute eher unspektakulär. Ich mag’s ja lieber, wenn ich weit gucken kann. Aber der Platz war okay - bis auf den trommelnden Regen und die Nachbarn, die bis tief in die Nacht Musik gehört haben.

Spaziergang durch Hérouvillette

Hérouvillette heißt der Ort, in dem wir hier sind. Ich gehe morgens alleine eine kleine Runde spazieren.

Die letzten Kilometer Autobahn

Ich bin mit meiner Runde fertig, wir fahren los. Noch im Ort werden wir an einer Stoppstraße von einem Einheimischen überholt, weil wir es gewagt haben, am Stoppschild anzuhalten.

Bert meldet Durst. Aktuelle Restreichweite 40 km. Auf der Raststätte kostet der Diesel 2,61 € pro Liter. Hui, ganz schön teuer. Wir tanken nicht und fahren stattdessen 11 km weiter bis zur nächsten Tankstelle und hoffen, dass es dort etwas günstiger ist. Und ich hoffe, dass es gut geht, denn die Restreichweite ist oft völlig falsch. Meist wenn er 80 km meldet, kommt man so 40 bis 50 km weit. Wir fahren daher ziemlich langsam und schaffen es dank der sparsamen Fahrweise des Herrn Lebensabschnittsgefährten mit einer Restreichweite von 33 km. Der Diesel kostet hier 2,19 € pro Liter.

Während die Spritpumpe läuft, bekommt man Werbung angezeigt, die laut und nervig vor sich hin dudelt. Und mein Blick fällt auf den Luft-Automaten. Die Luft kostet sage und schreibe 1,50 €. Für Luft!

Plévon

Wir fahren bis Plévon. Dort gibt es einen Parkplatz, der auch als Wohnmobilstellplatz gekennzeichnet ist. Als wir ankommen, gibt es erst einmal etwas zu essen. Nicht nur für uns, auch bei Familie Buchfink ist Essenszeit.

Am frühen Abend unternehmen wir einen Spaziergang durch den Ort Plévon. Der ist vermutlich kein touristisches Highlight, aber wir haben Lust noch ein wenig zu laufen und manchmal entdeckt man ja auch ganz nette Details.

Der Regenbogen begleitet uns zurück nach Hause - also zu unserem Camper. Da gibt es auch schon bald Abendessen.

Jedes Mal, wenn ich die Kühlbox öffne, zucke ich leicht zusammen, weil das Grüne Ding aus dem Supermarkt so raumgreifend ist.

Auf der anderen Straßenseite geht die Sonne unter.

Tag 5: Ein Cap, ein Fort und noch ein Cap

Montag, 4. Mai 2026

Der erste Blick aus dem Camper in der Bretagne zeigt sich ausgesprochen Hübsch.

Allerdings bleibt der Himmel nicht so hübsch, als wir losfahren, ist es bewölkt.

Cap Fréhel

Wir fahren zum Cap Fréhel. Da gibt es einen Leuchtturm zu bestaunen und außerdem Wanderwege rund um das Cap. Auf den Leuchtturm kann man auch rauf.

Leider können wir heute aber nicht auf den Leuchtturm rauf. Wir rätseln eine Weile wegen der Öffnungszeiten herum. Aber eigentlich sind die Details egal, jetzt können wir jedenfalls nicht rauf. Und bis 14 Uhr warten dauert zu lange, es ist erst halb Elf und außerdem Montag.

Direkt daneben steht der Phare Vauban. Der war der erste Leuchtturm hier am Cap, gebaut im 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde der zweite Turm gebaut, den die Wehrmacht bei ihrem Rückzug gesprengt hat. An seiner Stelle tritt der dritte, heute noch in Betrieb befindliche Leuchtturm.

Wir laufen den Wanderweg zur Spitze des Caps entlang. Dort steht ein Turm, der auf der Karte als Corne de Brume bezeichnet wird, das ist französisch für Nebelhorn. In diesem Turm ist oder war eine Sirene, die bei schlechter Sicht die Leute auf See vor den Felsen warnt.

Abseits der Wege soll sich die Natur erholen können. Kleine Zäune sollen die Leute davon abhalten, kreuz und quer im Grün rumzulaufen. Jede Menge Blumen und Vögel tummeln sich in dieser Fläche.

An der Ostküste des Caps tummeln sich unzählige Seevögel auf den Felsen, Trottellummen und Möwen, es soll sogar Tordalke geben. Das zieht natürlich auch Photographen an und die Enge provoziert Streit unter Möwen.

Von hier aus hat man auch einen guten Blick die Küste entlang, auf der hinteren Landzunge kann man sogar unser nächstes Ziel erspähen, das Fort la Latte.

Gerne würde ich dorthin auch wandern aber vermutlich macht mein Körper das nicht mit. Ganz sicher würde er nicht den Weg hin und zurück schaffen. Also müssen wir ein Stück mit dem Auto fahren.

Fort la Latte

Der Grund und Boden, auf dem das Fort steht, ist privat. Daher kostet es Eintritt, das Fort zu besichtigen. Das wussten wir bis gerade eben nicht.

Vom Parkplatz aus gehen wir bis zum Eingang des Forts. Immerhin kann man von hier aus schon ganz nette Bilder von der gesamten Anlage machen. Wir überlegen einen Moment, entscheiden uns dann aber dagegen. Das Geld ist es uns nicht wert.

Nach rechts weg geht ein Trampelpfad um das Fort herum. Da gehen wir entlang und stoßen auf eine kleine Bucht, von der aus man einen tollen Photo-Blick auf das Fort hat.

Noch schnell ein Knips die Küste entlang und dann gehen wir zurück zum Auto. Einmal den Hügel wieder hinauf und ich bin völlig fertig.

Einkaufen und Mittag

Es wird langsam Zeit für ein Mittagessen. Wir fahren zunächst noch ein Stück weiter Richtung Westen, peilen unser nächstes Ziel an.

Vorher halten wir an einem Supermarkt und füllen unsere Vorräte auf. Ich bin immer wieder ganz begeistert von den Obst- und Gemüseabteilungen hier. Und alles ist reif, nichts davon hat die Konsistenz von Kohlrabi, wie es bei uns bei Äpfeln, Birnen, Pfirsichen etc. so oft der Fall ist.

Auf dem Parkplatz des Supermarktes bleiben wir noch ein wenig stehen und machen uns im Camper etwas zu essen, bevor es weitergeht.

Cap d’Erquy

Wir fahren zum nächsten Cap. Diese ganze Gegend hier diente der Inspiration zu den Asterix-Comics. Erquy nimmt für sich in Anspruch, das kleine gallische Dorf zu sein. Tatsächlich gibt es - so die Erfinder von Asterix - gar keine konkrete Vorlage, sondern nur Inspiration. Und die wollen wir uns angucken.

Es fängt gut an mit einer Spinne auf dem Parkplatz, vermutlich eine Scheintarantel. Sieht gruselig aus, hat einen gruseligen Namen, scheint aber harmlos zu sein - soweit man das als Arachnophobiker von Spinnen überhaupt behaupten kann. Wie auch immer, auf dem Parkplatz soll sie ruhig leben, sich aber von unserem Auto fernhalten.

Ein Stück weiter sind drei Felsen im Wasser zu sehen, die angeblich die drei Felsen aus der Zeichnung der Einleitung in jedem Asterix-Heft sind. Gut, es sind zwei kleine und ein großer Felsen, aber sonst …? Ich habe mal Photos aus einem unserer Asterix-Hefte gemacht.

Die Wege hier am Cap sind unterschiedlicher Art und Beschaffenheit. In einer Bucht ist zudem ein altes Gebäude, das vielleicht mal ein Bootshaus war - oder sogar noch ist.

Natürlich sehen wir auch hier im Gestrüpp, das überwiegend aus Stechginster besteht, viele Vögel, die wir mal mehr mal weniger gut identifizieren können.

Auf zum Stellplatz

Für heute reicht es, wir steuern den nächsten Stellplatz an. Den haben wir in La Cotentin ausfindig gemacht.

Auf dem Stellplatz ist nicht viel los. Wir suchen uns einen Platz ohne Nachbar und mit Blick auf den Acker neben dem Stellplatz. Zwischen den Bäumen hindurch lässt sich sogar das Meer erspähen, was allerdings auf den Photos nicht gut rauskommt.

Statistik

266 Kilometer sind wir an diesen beiden Tagen gefahren.

Video

Ein Video zu diesem Beitrag ist ebenfalls in Bearbeitung und wird in den nächsten Tagen veröffentlicht und hier eingefügt.

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Karte

Auf der Karte sieht das so aus: