Zurück auf die Insel

Bei unserer Tour am Wochenende zuvor ins Usedomer Achterland erwähnte der Lebensabschnittsgefährte eher beiläufig, dass er gerne einmal mit dem Fahrrad von Rostock nach Frankfurt fahren würde. Laut Google-Maps ist das eine Strecke von knapp 650 Kilometern, auf denen es rund 2.500 Meter bergauf und etwas weniger wieder bergab geht. Bereits auf der Rückfahrt und vor allem in den folgenden Tagen vertieften wir die (in meinen Augen wahnwitzige) Idee zu einem Plan, der insbesondere bei der Fremd- und Selbsteinschätzung hinsichtlich der Kondition des Herrn Lebensabschnittsgefährten eine große Diskrepanz aufwies. So beschlossen wir am Pfingstwochenende einen Probelauf zu starten.

Weil mir Usedom so gut gefällt und außerdem die Distanz von rund 150 Kilometern gut geeignet war für unsere Probefahrt, fuhren wir also erneut zur Insel. Diesmal verschlug es uns in den Usedomer Winkel und dort nach Karnin. Unser Plan sah vor, dass wir am Samstagvormittag in Karnin das Lager aufschlugen und erstmal gemeinsam eine kleine Radtour unternehmen wollten. Für Sonntag und Montag planten wir die Rückfahrt in zwei Etappen, in denen der Herr Lebensabschnittsgefährte radeln und ich mit dem Camper hinterher bzw. voraus fahren sollte. Und so packten wir dann alles ein.

Fahrräder hinten auf dem Camper

Den ersten Erkenntnisgewinn, den wir auf dieser Reise hatten, war der, dass es nicht sonderlich schlau ist, am Pfingstwochenende zu verreisen. Zumindest dachten wir dies, als wir kurz vor der Zecheriner Brücke in einen langen Stau gerieten. Allerdings kam uns dann auch schnell in den Sinn, dass wohl Brückenöffnungszeit sein könnte und sich das Problem schnell von selbst auflösen würde. Und so war es dann auch.

Stau

Das Usedom-Feeling setzt bei der Anfahrt ziemlich früh ein, wenn man durchs Peenetal/Peenehaff auf die Zecheriner Brücke zufährt.

Da der Hauptanreiseverkehr bereits am Freitag stattgefunden hatte, kamen wir bis auf den Brückenstopp schnell und problemlos an unserem Ziel, der Marina von Karnin, an. Die Marina bietet nämlich unter anderem auch Übernachtungsplätze für Wohnmobile an. Und dort quartierten wir uns ein. Zunächst gab es Mittagessen, denn natürlich waren wir wieder einmal viel später zuhause losgefahren als geplant, und nach einer Pause ging es mit den Fahrrädern los.

Fahrräder startklar auf dem Stellplatz

Unser Weg führte in Blickweite zum Wasser an Rapsfeldern vorbei. Ich liebe die Landschaft um und auf Usedom. Und es ist einfach herrlich, dort mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Rapsfeld und Wasser

Auf unserer letzten Tour hatte ich in der Karten-App bereits die Fähre Ostklüne entdeckt: Ein kleines Ruderboot als Fähre, man muss den Fährmann anrufen und dann kommt er angerudert, Fahrräder und Fahrgäste ins Boot und los geht’s. Ein Micro-Abenteuer, das wir unbedingt erleben wollten.

Die Fähre kommt!

Auf dem nächsten Abschnitt hatten wir im Norden den Usedomer See und im Süden das Stettiner Haff. Es muss großartig sein, dort zu leben.

Und dann entdeckten wir ihn: einen Seeadler! Das war unsere erste Sichtung eines Seeadlers in Mecklenburg-Vorpommern und wir freuten uns sehr darüber.

Etwas weiter den Weg entlang standen rechts und links Felder mit Mohn und anderen Blumen.

Kurz darauf stand ein Reh im Feld und beobachtete uns. Dass wir anhielten war ihm dann aber doch zuviel und es lief weg.

Reh

Wieder ein Stück weiter erspähten wir erneut einen Greifvogel über dem See, diesmal ein Mäusebussard.

Mäusebussard

Wir mussten auf die Stolper Straße abbiegen, die von der Fahrradnavigation zu meinem Amüsement falsch betont als Stolperstraße vorgelesen wurde. Auf der B110 ging es dann zunächst durch Usedom Stadt. Außerhalb der Stadt fanden wir dann noch einige Reiher in den Feldern rechts und links der Straße.

Und ein Trupp Kraniche flog auch noch vorbei.

Kraniche

Über Gneventhin fuhren wir zurück nach Karnin.

Gneventhin

Hier nun die Galerie des Herrn Lebensabschnittsgefährten von unserer Fahrradtour:

Im Ort angekommen stellten wir fest, dass ein Pärchen mit defektem Fahrrad, das an selbigem herum bastelte, als wir losfuhren, immer noch am selben Fleck saß, das Basteln zwischenzeitlich aufgegeben hatte und auf irgendetwas wartete. Und wenn sie dort nicht abgeholt wurden, dann warten sie noch heute … ;)

Zum Schluss wie üblich ein GPS-Track und die Statistik zur Radtour und natürlich die Leistung von Bert:

166 Kilometer

Author

dark*

Immer gerne auf Tour, am liebsten im Norden

4. Juni 2022