Mit dem Auto unterwegs

Für den Sonntag hatten wir einen Ausflug nach Kristiansund mit dem Auto geplant. Ein bisschen an der Fjord-Küste entlang, ein bisschen durchs Landesinnere und dann noch etwas Kristiansund anschauen, bevor wir wieder zurück fahren. So war der Plan. Was wir nicht auf dem Plan hatten, uns aber nicht weiter abhielt: In der Nacht hatte es bereits geschneit und es schneite auch immer noch.

Trondheim im Schnee

Das sieht jetzt erstmal nicht so bahnbrechend aus, aber wir waren auch noch auf 3 moh, da geht noch was. Wir räumten das Auto frei vom Schnee. Der Herr Lebensabschnittsgefährte benutzte zum Freiräumen der Frontscheibe unter anderem die Scheibenwischer. Da er dabei die Autotür geöffnet ließ, schaufelten die Wischer den Schnee ins Auto. Mein Held. Nachdem wir das eingeschneite und vereiste Auto freigeräumt und aus der Parklücke gerutscht hatten, machten wir uns auf den Weg.

Kreuzung Sorgenfri

Wir wollten weg von den Hauptverkehrswegen, wir wollten am Wasser entlang fahren, den Fjord sehen. So bogen wir in Sorgenfri (Was für ein toller Name für einen Stadtteil!) von der E6 ab und begaben uns auf weniger stark frequentierte Abwege. Kurz darauf konnten wir auch schon den ersten Blick auf den Trondheimfjord werfen.

Blick auf den Fjord

Die Straßen haben hier alle paarhundert Meter Haltebuchten. Das ist vermutlich notwendig, um größere oder schnellere Fahrzeuge vorbeizulassen, und auch praktisch für Touristen, die knipsen wollen.

Hier sahen die Straßen schon anders aus als in Trondheim. Das bisschen Schnee, das hier liegt, täuscht, denn unter dem Schnee ist Eis. Zügig an die Seite fahren und dann stark bremsen könnte unschön enden.

Eiszapfen am Berg

Entlang der Strecke ist überall Tauwasser am Felsen zu Eis gefroren. Leider sind die meisten Bilder davon total unscharf, da ich sie aus dem fahrenden Wagen heraus gemacht habe und meine Kamera Bewegung nicht so toll findet.

Eis am Fels

Wir fuhren an Buvika vorbei, ein kleiner Ort am Fjord.

Blick auf Buvika

Anschließend hielten wir noch einmal an. Auf der rutschigen, kurvigen Straße hat der Lebensabschnittsgefährte nicht viel Gelegenheit, die Landschaft zu betrachten. Daher halten wir lieber öfter an, um den grandiosen Ausblick verbunden mit der wahnsinnigen Stille, die man ja nur außerhalb des Autos wahrnehmen kann, zu genießen. Vorher muss man aber erstmal das Auto auf der Eisplatte zum Stehen kriegen. Trotz der Wahnsinnsgeschwindigkeit von 5 km/h war das gar nicht so einfach.

Rutschpartie

Nachdem das vollbracht war, nutzte ich die Gelegenheit, endlich mal unsere Karosse angemessen zu knipsen. Vor lauter Norwegen und Trondheim hatte ich dieses Ritual bis dahin völlig vergessen.

Unser Auto

Wir fuhren die verschneite Straße noch ein Stück am Fjord entlang, bevor wir auf die E39 zurückkehrten. Zwar hätten wir ewig hier weiterfahren können, allerdings hatten wir bisher etwa eine Stunde für 25 km Strecke benötigt. Wenn wir an diesem Tag noch irgendwo an- und nach Trondheim zurückkommen wollten, mussten wir ein klein wenig schneller reisen. Aber bevor wir bei Børsa auf die E39 zurück fuhren, hier noch ein paar Eindrücke von der Straße am Fjord entlang.

Kirche

Während der Herr Lebensabschnittsgefährte fuhr, navigierte ich uns mit der Karte durch das Land.

Straßenkarte

Irgendwann stellten wir fest, dass der Plan, nach Kristiansund zu fahren, vielleicht ein wenig zu ambitioniert war. Dies lag auch daran, dass wir ungeübt im Fahren auf Eis und Schnee waren, vor allem aber daran, dass wir ständig anhielten, um Photos zu machen. So war es nicht weiter verwunderlich, dass wir zur Mittagszeit noch nicht allzu weit gekommen waren.

Des Weiteren zogen wir in unsere Überlegung ein, dass es ja auch recht früh schon dunkel wurde. So entschieden wir uns, noch vor Vinjeøra auf die Straße 680 nach Kyrksæterøra abzubiegen.

Bei unserem letzten Halt zeigte das Auto an, dass wir genau 100 km gefahren waren mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h.

100 km im 2:30 Stunden

In Kyrksæterøra gab es laut Google das Kafé Koselig, dort wollten wir einkehren. Als wir auf den Parkplatz kamen, war dort allerdings nur ein Supermarkt. Und der war nicht geöffnet, es war schließlich Sonntag.

Außenansicht Supermarkt

So wirklich einladend sah das zwar nicht aus, aber wir stiegen trotzdem aus, um uns das aus der Nähe anzusehen. Wir stellten erstaunt fest, dass sich im Innern ein ziemlich gemütliches Café befand.

Nach der kleinen Stärkung liefen wir noch kurz zum Wasser.

Dann machten wir uns auf den Weg zurück. Auf dem zugefrorenen See neben der Straße spielten Kinder und gingen Leute mit Hund spazieren. Rechts neben der Straße war jemand auf seinem Pferd unterwegs. Idyllischer hätte es kaum sein können.

Es begann tatsächlich schon wieder zu dämmern. Für unscharfe Photos mit meiner kleinen Kompaktkamera eher schlechtes Licht.

Ziemlich krass fand ich das Eis, das überall an den Felswänden zu sehen war. Das sieht schon sehr beeindruckend aus.

Eis am Felseb

Sehr hübsch sind die Briefkastenüberdachungen, die man hier recht oft entlang der Straße sieht. Ganz offensichtlich haben die Leute hier die Briefkästen nicht am Haus, sondern an der Straße. Das macht es für die Zusteller natürlich viel einfacher. Dasselbe gilt auch für Mülltonnen, die stehen ebenfalls an der Straße und nicht neben den Häusern.

Briefkästen

Kurz vor Trondheim bogen wir von der E6 auf die Straße 707 ab, um die Halbinsel zu umrunden und über die 715 nach Trondheim reinzufahren

Kurz vor der Stadt hielten wir noch einmal an, um ein paar letzte Bilder zu machen. Mangels Stativ sind die ein wenig verwackelt.

Wir gingen zunächst in unser Hotelzimmer. Später machten wir uns noch einmal auf den Weg, der Hunger trieb uns aus dem Hotel. Unser Abendessen nahmen wir wieder bei Egon ein, diesmal allerdings im Egon Søndre in der Trondheimer Innenstadt. Der ist ziemlich gemütlich eingerichtet.

Inneneinrichtung des Restaurants

Wir waren wieder früh im Bett, ziemlich wehmütig und etwas traurig, dass wir am nächsten Tag schon wieder nach Hause zurück mussten. Und wir waren ziemlich sicher, dass wir nicht zum letzten Mal in Norwegen und auch nicht zum letzten Mal in Trondheim waren.

Hier noch eine Karte mit der Strecke, die wir gefahren sind. Allerdings habe ich nur den GPS-Track von der Hinfahrt.

Kartenausschnitt mit der gefahrenen Strecke