Durch Belgien und den Norden bis an die Seine

Im zweiten Teil besuchen wir Grand-Fort-Philippe, Veules-les-Roses und Norville. Wir müssen uns erst einmal ins Urlaubs-Feeling eingrooven, haben ein paar nette Begegnungen mit Franzosen, Brotautomaten, Hühnern und Ziegen.

Tag 6 - Wir fahren nach Frankreich

Donnerstag, 1. Mai 2025

Ausgeruht und frisch geht es in den ersten Urlaubstag. Das Auto wurde vorsichtshalber mit einer Umweltplakette ausgestattet, die wir zuhause schon beantragt haben, falls wir doch mal versehentlich in eine Umweltzone geraten. Am Stellplatz füllen wir noch Wasser auf und lassen Abwasser da, dann geht es los.

Durch die Niederlande

Zunächst müssen wir durch die Niederlande. Der Autobahnverkehr ist eher unspektakulär und wir kommen ganz gut durch. Ich nehme sogar noch ein Rastplatz-Schild für meine Galerie Autobahnrastplätze mit.

Stau in Belgien

Nach etwas mehr als einer Stunde sind die Niederlande fertig und wir kommen nach Belgien. In Belgien war ich schon ewig nicht mehr. Und eigentlich war ich hier auch nur in Centerparcs, ich habe keine Ahnung, wie Belgien aussieht.

Wir fahren gerade durch Antwerpen, so wir denn fahren können. Es ist ziemlich voll hier. Dem Schild nach benötigen wir 30 Minuten länger. Da müssen wir jetzt durch. Eine alternative Route habe ich nicht gefunden. Außerdem ist überall viel los. Der 1. Mai ist auch hier ein Feiertag.

Auf der nächsten Tafel sind dann schon 53 Minuten Verzögerung angezeigt. Ich knipse das schon gar nicht mehr, ich kann es ja eh nicht ändern.

Aber ich kann die Umgebung knipsen und mache ein paar Bilder von den Graffitis einer Autobahnbrücke in Antwerpen. Ich hoffe, da ist nichts politisch Unkorrektes dabei.

Mittagessen

Endlich liegt der Stau hinter uns, wir sind mittlerweile an Gent vorbei und haben Hunger und müssen erst einmal etwas essen. Die Suche nach einem Imbiss nervt und die Laune wird mit knurrenden Mägen nicht gerade besser. Also bekommt McDonald’s aufgrund der einfachen Verfügbarkeit den Zuschlag. Ich weiß gar nicht, wann wir zuletzt bei Mäcces gegessen haben, ich glaube, das war 2023 in Polen auf dem Weg ins Baltikum

Ich glaube, wir sind irgendwo falsch abgebogen und nun in Nazareth. Ein Rastplatz, an dem wir unbedingt stoppen müssen, damit er in meiner Galerie aufgenommen werden kann.

Endlich in Frankreich!

Wir haben es geschafft, wir passieren die französische Grenze.

Wie so oft habe ich auch hier nur das Schild mit der Ankündigung der Grenze. Angesichts meiner Bloggerei nervt es mich ungemein, dass die Schilder an den eigentlich Grenzverläufen oftmals ganz fehlen oder irgendwo am Rand bei den Parkplätzen versteckt sind. Ich verstehe den Sinn dahinter nicht und ärgere mich jedes Mal, wenn ich kein Photo für meinen Blog habe. Also bitte, liebe EU-Regierungen, stellt doch für die unbedeutende Reisebloggering Frau dark* wieder eure Schilder gut sichtbar an den Straßenrand.

Nun ja, jedenfalls sind wir jetzt endlich in Frankreich! Ab jetzt bin ich verloren. Ich kann überhaupt kein Französisch, obwohl das sogar ein Pflichtfach in der 10. Klasse war. Allerdings habe ich da oft und gerne geschwänzt.

Was wir übrigens völlig vercheckt haben, ist ein Abstecher zum nördlichsten Punkt von Frankreich. Das müssen wir wohl bei irgendeiner anderen Gelegenheit mal nachholen.

Stellplatz

Ich habe einen Stellplatz in Grand-Fort-Philippe für die Nacht rausgesucht, da fahren wir jetzt hin. Gegen 17 Uhr sind wir da. Wir sind heute 370 Kilometer gefahren und haben dafür insgesamt sieben Stunden benötigt. Wir haben die Nase voll von Stau und Sonne in der Fahrerkabine.

Der Platz ist nicht der schönste, aber er ist kostenlos und reicht für die Nacht.

Grand-Fort-Philippe

Wir machen uns auf den Weg ans Wasser und auf die Suche nach einer Eisdiele.

Zum Strand wäre es noch ein weiterer Kilometer zu laufen, wozu wir keine Lust mehr haben. Der Tag war - wie erwähnt - anstrengend. Eine Eisdiele haben wir auch nicht gefunden. Also gehen wir jetzt zurück und machen uns einen schönen Rest-Nachmittag im Camper.

Besuch

“Allo?” tönt es plötzlich von der Seite, als wir ganz gechillt im Camper liegen, die Heckklappe offen und einfach nur die Ruhe genießen. Ein Typ, ziemlich groß und kräftig, schleicht um unseren Camper herum. Ich frage mich noch, was jetzt hier abgeht, als eben erwähntes “Allo?” an unsere Ohren dringt. Der Anfang einer langen, witzigen und teilweise auch anstrengenden Unterhaltung.

Der Typ spricht nur Französisch, versteht lediglich ein paar Brocken Englisch. Der Mann spricht und versteht ein paar Brocken Französisch und ziemlich viel Englisch - und natürlich Deutsch, aber damit brauchen wir dem Franzosen nicht zu kommen. Google ist der Freund des Franzosen und übersetzt fortan die Unterhaltung, was die Angelegenheit etwas anstrengend macht. Die Übersetzungen sind schlecht und holprig, aber die Herren kommen klar. Ich halte mich weitgehendst raus, die beiden Männer fachsimpeln.

Er hätte auch gerne einen Pickup, sah im Vorbeifahren unseren auf dem Parkplatz stehen und war sofort neugierig, erklärt er mit intensiver, fast comic-hafter Mimik, die ich ziemlich witzig finde. Aber er ist halt 1,90 m groß und ziemlich voluminös, außerdem nicht so geschickt im Klettern, weswegen er da schon etwas Komfortables bräuchte. Andererseits möchte er keine Wohnmobil-Höhe haben, Probleme, die wir nur zu gut kennen.

Die Männer sprechen über Fahrzeuge, Offroad-Treffen, Vor- und Nachteile des einen oder anderen Campers usw. Der Mensch brabbelt immer so schnell und genuschelt in sein Smartphone, dass es mich wundert, dass der Google-Übersetzer da überhaupt etwas halbwegs Verständliches draus machen kann.

Irgendwann gebe ich zu bedenken, dass bei unserem Fahrzeug die Fahrerkabine recht klein ist. Er braucht ja doch ein wenig mehr Platz als wir. Die Männer gehen nach vorne, Probesitzen. Danach war der Pickup mit der Einzelkabine komplett aus dem Rennen. Ich will niemandem zu nahe treten, aber für große übergewichtige Menschen ist das wirklich nichts.

Der Besuch dauert etwa 30 Minuten, danach kehrt wieder Ruhe bei uns ein und wir können wieder die Füße hochlegen und uns den Rest des Tages ausruhen.

Tag 7 - Von Grand-Fort-Philippe nach Veules-les-Roses

Freitag, 2. Mai 2025

Der Blick aus dem Camper ist heute Morgen begleitet vom lauten Zilpzalp, Gänsegeschnatter und dem eigenwilligen Geräusch, das Puten machen.

On the road again

Unser Reiseplan sieht vor, dass wir zunächst die Küste entlang bis zur spanischen Grenze fahren. Ein festes Datum haben wir dafür nicht gesetzt. Was wir auf dieser Reise nicht schaffen, holen wir zu einem anderen Zeitpunkt nach. Daher cruisen wir gemütlich durch die Lande und haben natürlich keine Lust auf Autobahn. Der Weg ist das Ziel. Lediglich einkaufen ist ein Muss.

Wir fahren insgesamt 227 Kilometer bis Veules-les-Roses. Um 15:15 Uhr sind wir an unserem Stellplatz.

Veules-les-Roses

Wir machen uns auf den Weg ans Meer. Eigentlich ist es direkt auf der anderen Seite von der Wiese hier. Aber dazwischen ist zum einen dichtes Buschwerk, zum anderen Steilküste. Also müssen wir ein Stück laufen.

Die Steilküste hier ist wirklich beeindruckend. Und trotz des schlechten Wetters - und wir sind ja auch außerhalb der Saison unterwegs - ist doch einiges los auf der Promenade.

Wir beobachten eine Möwe, die Nistmaterial organisiert und im Nest abgibt. In der Felswand brüten mehrere Möwen.

Nach einer Weile gehen wir zum Stellplatz zurück. Veules-les-Roses steht auf der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs.

Stellplatz

Eigentlich ist der Stellplatz nur eine Wiese, auf der es erlaubt ist, mit dem Camper zu stehen. Das Gras ist relativ hoch und der Boden uneben. Das Fahren hier ist schon ein wilder Ritt und nichts für Camper mit offenem Gewürzregal.

Bisher bin ich übrigens angenehm überrascht. Es ist super sauber hier in Frankreich. Entlang der Straßen liegt überhaupt kein Müll rum. Und selbst auf den Stellplätzen liegt kein Müll rum. Allerdings sind hier auch fast nur Franzosen unterwegs. Vorne an der Einfahrt stehen ein Glascontainer, ein Verpackungsmüllcontainer und an der Straße ein Restmüllcontainer. Und die werden genutzt. Ich bin begeistert - und traurig zugleich, dass so etwas überhaupt erwähnenswert ist.

Tag 8 - Ein ruhiger Tag in Norville

Samstag, 3. Mai 2025

Beim Blick aus dem Camper erspähen wir eine Möwe, die die Mülltüte am Nachbar-Camper sehr interessiert beäugt. Aber sie kommt wohl zu dem Schluss, dass das keine gute Idee ist.

Holprige Abfahrt

Bis wir fertig sind, sind alle anderen schon weg und wir stehen fast alleine hier. Um 10:20 Uhr sind wir auch endlich bereit zur Abfahrt. Jedenfalls glauben wir das.

Denn nach kurzer Zeit müssen wir schon wieder anhalten, weil Zeug oben auf unserem Dach polterte. Wir haben gestern Zeug aus einer Dachbox gebrauch und offensichtlich nur die Hälfte wieder in die Box zurück geräumt. Die andere Hälfte hüpfte oben auf dem Dach rum.

Das Wetter entwickelt sich recht unschön. Wir entfernen uns ein wenig von der Küste. Wir müssen irgendwie um Le Havre herumkommen und habe wenig Lust, über die Nationalstraße zu fahren. Denn in Le Havre mündet die Seine in den Ärmelkanal und wegen der Schifffahrt gibt es nicht viele Möglichkeiten, den Fluss zu überqueren.

Norville

In Norville, einem kleinen Ort in der Nähe der Seine, gibt es einen Stellplatz mit einer Entsorgungsmöglichkeit. Die wollen wir in Anspruch nehmen und da uns der Platz gefällt, bleiben wir gleich da und essen erstmal zu Mittag.

Am Nachmittag werden erstmal alle Photos und Videos gesichert. Das haben wir in den letzten Tagen ziemlich vernachlässigt. Später gehen wir dann noch im Ort spazieren. Der örtliche Bäcker hat längst geschlossen. Wir brauchen aber Brot, das müssen wir am Brotautomaten holen, der vor der ehemaligen Bäckerei steht.

Der Spaziergang und das Abenteuer Brotautomat sind im Video zu sehen.

Wir kommen an eine Wiese, auf der verschiedene Tiere gehalten werden: Ziegen, Hühner und eine bunte Kuh.

Der Ort ist nicht groß. Meine Lust auf Rumlaufen auch nicht. Wir gehen noch bei der Kirche vorbei und machen uns dann auf den Weg zurück zum Camper.

Die letzten Tage waren anstrengend. Ich bin gesundheitlich nicht ganz fit, die Wärme in NRW hat mir zu schaffen gemacht usw. Der ruhige Nachmittag hat mir ganz gut getan. Jetzt gehen wir früh zu Bett, dann sollte ich morgen wieder etwas fitter sein.

Statistik

660 Kilometer sind wir in den drei Tagen gefahren.

Karte

Auf der Karte die ersten drei Tage Frankreich so aus.

Video

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