Weiter Richtung Norden

Montag, 4. März

Wir haben gut geschlafen. In der Nacht herrschten Minusgrade, bis - 1,5 °C. Die Frontscheibe ist vereist und ich habe Hunger. Das ist ein gutes Zeichen, hoffe ich. Ich bin noch lange nicht fit und das kann sich auch diesmal über Wochen hinziehen. So gibt es für mich nur Diät-Futter und der Herr Lebensabschnittsgefährte darf wie gewohnt schlemmen. Anmerkung des Mannes: “Soweit das mit einem einflammigen Gaskocher möglich ist.”

Der Parkplatz, auf dem wir stehen, ist gleichzeitig Parkplatz, Bushaltestelle (ohne Haltestellenschild), ein Briefkasten steht hier und so eine Infotafel für den ganzen Ort. Da kann jeder irgendwas reinhängen, Veranstaltungen, Termine usw., Dorfzeugs halt. Und außerdem ist der Platz auch Wendeplatz für alle, die sich verfahren haben. Nebendran ist ein Bach. Gestern Abend und heute Morgen hören wir eine Tannenmeise, gesehen habe ich sie aber nicht. Und Wenn wir aus dem Seitenfenster gucken, können wir zwischen den laublosen Winterbäumen sogar etwas vom Loch Ness sehen.

Wir brauchen mal wieder eine Entsorgungsstation und vor allem Wasser. Unsere zwei 10-Liter-Tanks sind so gut wie leer, wir haben nur noch den 5-Liter-Reservekanister. Sobald wir wieder Internet haben, müssen wir eine Versorgungsstation suchen.

Das Wetter ist toll, wir fahren weiter Richtung Norden und halten an einem Parkplatz mit freiem Blick auf den Loch Ness. Ein Weg führt hinunter zum Wasser.

Panorama Loch Ness

Wir gehen wieder nach oben, der Herr Lebensabschnittsgefährte fliegt die Drohne.

Mittags koche ich nochmal Möhrengemüse mit unseren britischen Möhren und vorgekochten Kartoffeln. Tausendmal besser als Fencheltee und Zwieback. Und ich muss nicht zugucken, wie der Herr Lebensabschnittsgefährte irgendetwas Leckeres isst, während ich auf meinem Zwieback rumkaue. Währenddessen sehen wir uns auch nach einer Entsorgungsstation um und werden in der Nähe von Inverness fündig.

Und dann finden wir doch noch Nessie! In einem Kreisverkehr an der Strecke wohnt das Seeungeheuer. Und in einem anderen Kreisverkehr wohnt ein Adler.

Die Entsorgungsstation ist auf einem Campingplatz in Inverness. Der Platz wirkt ganz schön spießig, die Wege sehen blankgeputzt aus, der Rasen sieht aus wie mit der Nagelschere geschnitten und auch die Mülltonne, die ich benutzt habe, war innendrin blitzblank. Ich traue mich kaum, unsere Abwasserkanister in die vorgesehene Rinne im Boden zu leeren. Aber die Leute dort sind super freundlich.

Wir fahren in die Stadt und parken unser Auto beim Bahnhof. Was für ein Gewusel, Autos, Menschen, Lkw, die irgendetwas liefern, es ist hektisch und laut. Das bin ich gar nicht mehr gewohnt und das stresst mich anfangs sehr.

Unser erster Weg führt uns zum Post Office. Wir haben ja noch die veralteten Pfundnoten, die wir endlich umtauschen wollen. Der Mitarbeiter hinterm Schalter fängt Smalltalk mit uns an. Er selbst sei Engländer. Er wollte wissen, wie lange wir in UK bleiben und war positiv überrascht über die vier Wochen. Wo wir denn schon waren und wo wir noch hinwollen usw. Für das Umtauschen des Geldes musste ich meinen Reisepass vorlegen. Ich wurde zudem gefragt, ob ich in den letzten zwei Jahren in UK schonmal altes Geld umgetauscht hätte. Und dann wollte er auch noch wissen, ob wir vorhaben, auch noch in England unterwegs zu sein. Dort würden nämlich die schottischen Geldscheine nicht überall angenommen. Ich wusste bis zu diesem Moment nicht, dass die Royal Bank of Scotland eigene Pfundnoten druckt.

Jetzt machen wir noch ein bisschen Inverness-Sightseeing.

Eisdiele

Wir kommen an einer Eisdiele vorbei und ich kann nicht widerstehen und kaufe mir ein Eis. Der Laden ist total toll, es gibt eine große Auswahl an leckeren Eissorten, verschiedene Waffeln und auf Wunsch auch noch diverse Toppings. Ich entscheide mich für eine Kugel Mocha-Hazelnut, die riesig ist. Der Herr Lebensabschnittsgefährte isst ein Cannoli Lemon. Das Eis macht zwar Bauchschmerzen, aber das war es mir wert.

Wir schauen uns die Old High Church an und laufen ein wenig auf dem dazugehörigen Friedhof herum. Die Kirche ist die älteste von Inverness.

Wir gehen über den Ness und machen da ein paar Photos. Das erste Gebäude auf dem ersten Photo ist ein Beerdigungsinstitut und wir finden Gebäude und Zweck sehr passend aufeinander abgestimmt.

Zuletzt schauen wir uns noch die Inverness Cathedral dedicated to St Andrew an. Allerdings habe ich mittlerweile ziemliche Bauschmerzen von dem Eis, weswegen wir sie nur kurz von außen knipsen und dann zurück Richtung Parkplatz gehen.

Unseren Stellplatz für die Nacht haben wir etwas nördlich von Inverness an der Spitze einer Halbinsel direkt am Wasser ausgemacht und da fahren wir nun hin.

Der Platz ist total schön, wir stehen direkt mit der Heckklappe zum Wasser.

Abends buchen wir die Fähre nach Shetland, da wollen wir ja schließlich auch noch hin. Das ist allerdings gar nicht so einfach, weil die Fähren teilweise schon ausgebucht sind. Aber wir finden noch einen Termin, der uns zusagt.

42 Meilen sind wir heute gefahren.

42 mi

Dienstag, 5. März

Erwartungsgemäß haben wir super geschlafen. Und das Wetter ist auch heute wieder ganz gut. Udale Bay nennt sich die Bucht hier.

Aussicht

Bevor wir abfahren, gehen wir noch ein Stück am Strand spazieren. Photos haben wir dabei nicht gemacht, aber ein Video, das dann im Reisevideo Teil 3 zu sehen ist.

Da wir noch ein paar Tage Zeit haben bis zur Fähre, fahren wir wieder nach Süden und dann nach Westen, ein paar Punkte haben wir ja ausgelassen. Unser nächstes Etappenziel ist Glen Affric, ein Naturreservat.

Vorher müssen wir aber noch tanken und einkaufen, wir brauchen Brot, Orangensaft und noch ein paar Kleinigkeiten. Wir benötigen ja immer noch nicht viel, da ich kaum etwas essen kann. Und ich habe die Befürchtung, dass sich das auf dieser Reise auch nicht mehr ändert, da diese Phasen erfahrungsgemäß ein paar Wochen dauern. Vielleicht würde es mir schneller besser gehen, wenn ich zwei Tage gar nichts essen würde, aber das kann ich hier im Camper und vor allem auch so lange ich die Tabletten nehmen muss, nicht machen.

Durch den Wald

Auf einem Wegabschnitt hat man die ganze Zeit das Gefühl, durch einen Wald zu fahren. Aber das handelt sich eher um eine Waldsimulation. rechts und links der Straße steht jeweils eine schmale Reihe Bäume. Talwärts sind dahinter große Weideflächen für Schafe. Zur Bergseite hin bietet sich ein weniger schönes Bild, da ist alles gerodet, totaler Kahlschlag.

Im Nationalpark angekommen essen wir erst einmal etwas. Für den Herrn Lebensabschnittsgefährten gibt es den Rest Möhrengemüse von gestern mit einem Hotdog-Würstchen. Für mich eine Cup-a-Soup Chicken. Das Zeug ist eine weiße Flüssigkeit, in der ein paar Kräuter schwimmen. Wenn nicht Chicken drauf stehen würde, hätte ich keine Ahnung, wonach es schmecken soll. Aussehen tut es wie Wasser, in dem man einen Acryllackpinsel ausgewaschen hat. Geschmacklich ist es vermutlich nicht allzu weit davon entfernt. Ich gönne mir dazu ein kleines Stück trockenes Brot.

Beim Parkplatz gibt es Picknick-Tische, die sogar extra eine Platte für Grills haben.

Nach dem Essen gehen wir vom Parkplatz bis zu den Dog Falls. Der Wanderweg ist sehr schön gestaltet. Es gibt auch einen Rundweg, aber da wird zurzeit eine Fußgängerbrücke neu gebaut und ein Teil des Weges ist gesperrt. Also gehen wir nur bis zum Wasserfall, für mich reicht das auch. Hin und zurück ist es etwa ein Kilometer, es geht auch ein wenig bergauf und bergab. Mehr schaffe ich leider nicht.

Auf der Rückfahrt das erste Schaf auf der Straße! Außerdem ein Trupp Hühner, ein paar Laufenten und Kühe. Autos kommen uns nicht entgegen.

Anschließend fahren wir zurück zum Loch Ness. Diesmal sind wir auf der Westseite. In Drumnadrochit ist Touristenzirkus pur. Zwar ist jetzt nicht so wahnsinnig viel los, aber alles ist hier auf das Seeungeheuer ausgelegt. Schrecklich. Ich komme nicht einmal auf die Idee, Photos zu machen.

Urquhart Castle

Wir stoppen beim Urquhart Castle. Auch hier ist viel los, busweise werden die Leute hierhin gekarrt. Ich kann mir vorstellen, wie das hier im Sommer alles aussieht. Um die Schlossruine zu besichtigen, muss man 14,50 Pfund Eintritt pro Person zahlen. Das ist uns dann doch ein wenig zuviel für ein paar alte Steine. Wir knipsen sie von oben und fahren weiter. Auf den ganzen Rummel haben wir sowieso keine Lust.

Wir fahren bis zum Loch Cluanie. Das Wetter ist den ganzen Tag ziemlich gut, die Temperaturen sogar im zweistelligen Bereich, was vermutlich viel zu warm ist. Am See finden wir auch einen Stellplatz. Als wir dort ankommen, regnet es natürlich ein wenig.

Der Platz ist ganz chic. Wir überlegen, auch den morgigen Tag noch hierzubleiben.

89 Meilen sind wir heute gefahren.

89 mi

Mittwoch, 6. März

Wir bleiben noch eine Nacht hier auf dem Platz stehen. Gestern Abend hatte ich fürchterliche Magenschmerzen nach der Einnahme meiner Tabletten. Schlimmer wurde es, nachdem wir uns schlafen gelegt hatten, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass wir leicht schräg stehen und mit dem Kopf etwas nach unten lagen. Das hat mein empfindlicher Magen natürlich sofort registriert. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und mich mit dem Kopf ans Fußende gelegt. Dann wurde es besser.

Blick aus dem Camper

Geschlafen habe ich aber nicht viel. Und generell geht es mir nicht sonderlich gut. So beschließen wir, noch einen Tag zu bleiben. Wir laden endlich das erste Video bei YouTube hoch, ich schreibe am nächsten Blogbeitrag und der Herr Lebensabschnittsgefährte beschäftigt sich mit dem nächsten Video.

Zu Mittag gibt es Chili für den Mann und für mich eine Cup-a-Soup Vegetable. Dazu eine halbe Scheibe trockenes Brot. Allzu begeistert ist mein Magen davon nicht, aber ich muss etwas essen.

Nach dem Essen geht der Herr Lebensabschnittsgefährte ein bisschen spazieren, ich habe aber keine Lust. Ich schreibe stattdessen unsere Beobachtungen von gestern und heute auf. Hier sind schon ein paar skurril anmutende Leutchen vorbeigekommen. Oder wie der Rheinländer in mir zu sagen pflegt: Jeder Jeck ist anders.

Der erste war gestern Nachmittag schon da. Zuvor kam er uns auf der Straße entgegen: Pickup, Doppelkabine mit Absetzkabine auf der Ladefläche, das ganze in schwarz und oliv gehalten. Kurz nachdem wir uns eingerichtet hatten, kam er hier auf den Parkplatz gefahren. Der Fahrer hat irgendwas minutenlang an der Absetzkabine rumgefummelt. Dann hat er an der Absetzkabine eine Leinwand runtergelassen, ein Stativ samt Kamera davor postiert, die Drohne ausgepackt und ist dann einmal um das Fahrzeug herumgeflogen. Anschließend hat er zusammen mit der Frau, die da erst aus dem Auto ausstieg, allen möglichen Krempel aus dem Fahrzeug aus- und direkt wieder eingeräumt. Dann sind die beiden wieder weggefahren. Das Fahrzeug ist ausweislich der Folierung ein Camper, den man mieten kann. Auf der Webseite wird die Nummer mit der Leinwand als Outdoor-Kino beworben.

Heute Morgen schlagen zwei Typen in einem Pickup auf dem Parkplatz auf, einer mit Stativ und Kamera, der zweite mit einem Notizbuch lief dem ersten hinterher. Die beiden waren augenscheinlich auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um die Kamera aufzustellen. Nachdem sie einmal um den Parkplatz herum gelaufen sind, stellen sie das Stativ dann doch auf den Platz, wo sie zuerst waren. Typ 1 schraubt die Kamera drauf, Typ 2 macht irgendwelche Notizen in sein Notizbuch, schmeißt das dann auf den Boden und telephoniert. Weiter habe ich die beiden nicht beobachtet, sondern mich wieder meinem Blog gewidment. Kurze Zeit später fuhren sie wieder.

Und jetzt muss ich ein wenig ausholen. Neulich am Parkplatz mit der tollen Aussicht aus dem zweiten Beitrag: Während der Herr Lebensabschnittsgefährte mit unserem Fluggerät am Himmel umherschwirrte (ich saß mit offener Heckklappe im Camper), hielt neben uns ein Van voller Italiener, zwei Typen, vier Frauen. Einer der Typen war Mr. Wichtig, der telephoniert erstmal lauthals direkt neben uns, später kommandierte er alle anderen rum. Dann fragte er den Lebensabschnittsgefährten, ob er die ganze Gruppe knipsen könne. Normalerweise macht der Mann sowas ja, aber er flog halt gerade die Drohne und sagte das auch. Entschuldigte sich Mr. Wichtig doch glatt im ironischen Tonfall für die Störung, er habe ja nicht ahnen können, dass der Mann beschäftigt sei. Später drehte er seinen Van, damit er die Frauen, die dafür ihre Jacken ausziehen mussten, in Jubelstellung vor dem Van mit tollem Hintergrund nochmal knipsen konnte. Das ganze wirkte eher wie (Casting-?)Show als wie eine Gruppe Freunde.

Tja und heute fährt hier einer vor, ich höre einen Typen, der genauso klingt wie der vom Aussichts-Parkplatz, und sage scherzhaft: “Oh nein, schon wieder so anstrengende Italiener.” Der Lebensabschnittsgefährte guckt aus dem Fenster und sieht, dass es derselbe Van mit denselben Leuten ist. Mr. Wichtig muss erst wieder lange und laut telephonieren. Die Truppe geht ein Stück den Weg entlang und haut recht bald wieder ab. Allerdings waren es nur drei Frauen diesmal.

Ansonsten ist es hier ziemlich ruhig, ein paar “normale” Leute waren auch hier. Und wir haben hier auf dem Parkplatz den ersten Schotten im Kilt gesehen. Immerhin.

Später am Tag gesellt sich noch ein anderer Camper zu uns, der zwei gut gelaunte und unternehmungslustige Hunde dabei hat.

An dieser Stelle würden sich Drohnenaufnahmen von dem Ort hier sicher gut machen. Aber leider ist in einem Großteil der Highlands das Fliegen mit Drohnen nicht erlaubt. Das betrifft den rot markierten Bereich in der Karte.

Karte der Flugsicherung

Abends gucken wir einen Film und gehen früh schlafen.

0 Meilen sind wir heute gefahren.

Donnerstag, 7. März

Wir sind morgens ziemlich früh wach geworden. Und meine erste Handlung nachdem wir das Bett weggeräumt haben, ist wie so oft die Scheibe freimachen. Zwar ist die Feuchtigkeit im Camper kein großes Thema mehr, seit wir den Lüfter eingebaut haben, aber ein wenig beschlagen sind die Scheiben morgens doch meist, wenn die Temperaturen nur einstellig und drunter sind.

Sonnenaufgang

Nach dem Frühstück und bevor wir losfahren, gehen wir noch ein bisschen am See spazieren. Das ist schon eine ganz nette Photokulisse hier.

Die Fahrt zwischen den Bergen hindurch ist schon ziemlich beeindruckend. Ein wenig schade ist es, dass hier so gut ausgebaute Straßen sind. Die Landschaft lässt sich während der Fahrt viel besser genießen, wenn man langsamer unterwegs ist.

Am Eilean Donan Viewpoint halten wir für ein paar Photos an.

Wir müssen einkaufen, wir brauchen Brot und Joghurts und noch ein paar Kleinigkeiten. Bei den Joghurts habe ich sortenreine Erdbeerjoghurts von irgendeinem internationalen Lebensmittelkonzern oder schottische Joghurts, die allerdings neben Erdbeere und Himbeere auch die Geschmacksrichtungen Pfirsich Melba und Toffee im Viererpack haben. Was nimmt man nicht alles auf sich, um Locals zu unterstützen.

Wir fahren weiter Richtung Shieldaig.

Und plötzlich sieht die Landschaft aus, als wären wir auf dem Mars gelandet. Wir halten kurz an für ein paar Photos, dabei beobachten wir auch noch drei Adler.

In den sozialen Medien folge ich einem Account, der regelmäßig Photos aus Shieldaig, vom Ben Shieldaig und aus Torridon postet, die immer so toll aussehen. Und da wir nun schon einmal hier sind, möchte ich mir die Gegend anschauen.

Wir fahren bis zum Viewpoint Loch Torridon. Es ist ziemlich warm, etwa 12 °C, der Himmel ist blau und Mücken schwirren auch schon herum. Die lassen uns aber noch in Ruhe.

Wir fahren weiter. Langsam müssen wir uns ein Plätzchen fürs Mittagessen suchen.

Wir finden einen Parkplatz am Loch Clair, der uns zusagt. Der Herr Lebensabschnittsgefährte isst wieder Chili, er muss ja immer zwei Tage nacheinander unser eingekochtes Zeug essen. Aber ich bin gerade echt froh, dass ich ein paar Sachen vorbereitet hatte. Ich hätte keine Lust, jeden Tag irgendwas zu kochen und ich bekomme dann nur Gemüsesuppe mit einem Stück trockenem Brot. Nach dem Mittagessen spazieren wir noch zum See.

Eine Entsorgungsstation hatten wir in Kinlochlewe ausfindig gemacht. Bei einem öffentlichen WC ist auch Entsorgungsmöglichkeit für Wohnmobile sowie ein Wasserhahn für Trinkwasser. Die Bezahlung erfolgt auf Spendenbasis, das Geld kommt der Gemeinde zugute. So läuft das hier oft und ich finde das gut. Bei der Weiterfahrt kommen wir außerdem am Feuerwehrhaus vorbei, dass ich auch in meine Feuerwehr-Galerie aufgenommen habe.

Als nächstes stehen die Victoriafalls auf dem Programm. Da gibt es wohl eine Miniaturversion hier in Schottland. Und ja, sie ist sehr mini. Etwa 40 Fuß fällt das Wasser in die Tiefe. Von einer Aussichtsplattform aus kann man ihm dabei aus einiger Entfernung zugucken.

Victoriafalls

Den Berg komme ich eh nicht hoch, also belassen wir es dabei und fahren weiter. Allerdings stoppen wir immer wieder mal, um die Landschaft zu knipsen. In diesem Teil des Landes ist sie wirklich der Wahnsinn.

Und dazwischen immer wieder Strände und Buchten zum Meer hin, so wie hier Little Gruinard Beach.

Den letzten Stop machen wir am Little Loch Broom Viewpoint. Aber mittlerweile haben wir wohl genug gesehen. Das sieht zwar auch alles toll aus und ist eine großartige Kulisse für ein Picknick, wie es die älteren Herrschaften machen, die bei unserer Ankunft bereits hier an einer der Picknickbänke in der Sonne sitzen, aber wir sind müde für heute, wir können gar keine Eindrücke mehr aufnehmen.

Wir suchen uns einen Schlafplatz und werden in den Bergen fündig. Etwa eine halbe Stunde müssen wir noch fahren. Dann haben wir auch etwa die Hälfte der Strecke bis zur Fähre auf die Orkney-Inseln, die wir übermorgen Vormittag nehmen wollen.

Der Platz, den wir zuvor auf der Karte ausgesucht haben, sagt uns zu, hier bleiben wir. Im Camper machen wir es uns warm und gemütlich. Es gibt Tee und Füße hochlegen, lesen und den Tag ausklingen lassen. Und bloggen natürlich, was bisweilen fast in Arbeit ausartet.

Abendstimmung

Aber so tolle Ausblicke aus unserem Camper entschädigen dann für Vieles.

161 Meilen sind wir heute gefahren.

161 mi

8. März

Der morgendliche Blick aus dem Camperfenster ist wieder recht chic.

Blick aus dem Camper

Das Wetter ist heute allerdings ziemlich wechselhaft und es weht ein eiskalter Wind.

Unseren ersten Stopp machen wir am Advreck Castle, einer Burgruine aus dem 15. Jahrhundert.

Damit hätten wir auch einen Morgenspaziergang erledigt. Allerdings weht der Wind eisig kalt, die Außentemperatur beträgt gerade mal 4 °C, lange halten wir uns da nicht auf.

Die Landschaft, durch die wir fahren, ist atemberaubend. Ab und zu legen wir Photostopps ein.

Da wir nur noch einen Tag Zeit haben, bis unsere Fähre geht, müssen wir uns ein klein wenig beeilen.

Wir besichtigen Smoo Cave, eine Höhle und eine Bucht, die vom Wasser in den Stein geformt wurden. Von der einen Seite trug das Meer den Stein ab, von der anderen Seite der Bach, der durch die Höhle ins Meer fließt.

Das ist wirklich spannend da drin. Ich habe die ganze Zeit gefilmt, im Video gibt es noch mehr davon zu sehen.

Telephonzelle

Im ganzen Land stehen noch Telephonzellen herum. In manchen sind tatsächlich noch Telephone drin, manche sind Bücherschränke, in manchen hängt ein Defibrilator, manche sind eine Info-Bude, manche sind einfach nur leer. Aber schön zu sehen, dass sie immer noch zum Straßenbild gehören. Einige könnten mal einen neuen Anstrich und auch sonst etwas Pflege vertragen, aber sie sind immer noch da.

Seit wir in den northwestern Highlands sind, ist es bewölkt und stark windig. Gleichzeitig wirkt alles seither ganz anders. Die Vegetation ändert sich, Bäume und Sträucher sind nicht mehr so hoch, die Bäume werden immer weniger. Es wirkt insgesamt nordischer. Und außerdem ist uns hier das erste deutsche Wohnmobil entgegengekommen, seit wir in UK unterwegs sind.

Wir haben doch noch ein wenig Zeit und machen noch einen Schlenker weg von der Küste hinein ins Land und in die Berge. Am Cnoc Craggie Viewpoint machen wir wieder einen Photostopp.

Anschließend geht es zurück zur Küste und auf Stellplatzsuche. Auf einem Parkplatz mit Blick auf den Atlantik schlagen wir unser Nachtlager auf.

140 Meilen sind wir heute gefahren.

140 mi

Video

Statistik

Insgesamt sind wir in den vier Tagen 432 Meilen gefahren. Auf der Karte sieht der Weg in die Highlands so aus: