Über Orkney nach Shetland

Samstag, 9. März

Ich glaube, wir haben noch keine Nacht schlecht geschlafen hier in Schottland. Auch diese nicht. Der Herr Lebensabschnittsgefährte streckt morgens die Hand aus dem Camper, um den Sonnenaufgang zu knipsen und während wir uns morgens fertig machen, kommen Schafe am Camper vorbei.

Ein paar Meilen haben wir noch vor uns, allerdings nicht viele. Unsere Fähre fährt um 12 Uhr, wir können den Tag ganz entspannt angehen.

In Dounreay steht ein Atomkraftwerk vom Typ “Schneller Brüter”, das seit 30 Jahren stillgelegt ist und rückgebaut wird. Gleiches gilt für die Wiederaufbereitungsanlagen. Laut Wikipedia soll der Rückbau bis 2025 abgeschlossen sein und hier ein Endlager für Atommüll entstehen.

In Thurso tanken wir das Auto voll, dann fahren wir nach Scrabster zum Fährterminal. Die Fähre können wir von der Straße aus kommen sehen.

Auf dem Weg hierher kamen uns ein paar Lkw entgegen, als der letzte an uns vorüber fuhr, tat es einen lauten Knall. Steinschlag. Im Sichtbereich des Fahrers natürlich.

Steinschlag

Die Überfahrt dauert etwa 90 Minuten. Wir laufen einmal durchs Schiff und setzen uns ins Selbstbedienungsrestaurant. Ein Sandwich, eine Banane und ein Snickers mit zwei Riegeln stellen unseren Lunch dar. Dann spielen wir ein wenig die mitgebrachten Würfelspiele Carcassonne und Catan. Allerdings schaukelt das Schiff ziemlich weswegen wir bald wieder aufhören. Als Land in Sicht kommt, gehen wir wieder an Deck.

Ich muss ehrlich zugeben: Neben dem Old Man of Hoy kann die Lange Anna (Helgoland) einpacken.

Wir haben einen halben Tag Zeit hier auf den Inseln, bevor wir von Kirkwall aus Richtung Shetland weiterfahren. Wir sehen uns ein wenig um. Das erste, was uns auffällt, ist eine Wiese voller Trecker. Da findet gerade ein Wettpflügen oder sowas statt.

Wir kommen an den Standing Stones of Stenness vorbei und beschließen, uns das einmal anzugucken.

Wir fahren auf der Insel herum und gucken uns vor allem die Landschaft an. Das meiste ist Landwirtschaft. Oder wie es einer in einer Shetland-Doku einmal formulierte: Die Shetländer, heißt es, seien Fischer, die auch Landwirtschaft betreiben, die Männer von den Orkneys dagegen seien Bauern, die auch fischen.

Wir sehen jede Menge Vögel. Singschwäne, Enten, Gänse, Krähen, Austernfischer, Tauben und Möwen natürlich. Außerdem Kaninchen - jaja, ich weiß, das sind keine Vögel. Die waren übrigens im Vorbeifahren kaum von den Gänsen zu unterscheiden, gleiche Farbe, ungefähr gleiche Größe. Mir sind sie gar nicht aufgefallen aber der Mann hat eines hoppeln sehen. Ferner sehen wir Mantelmöwen, zwei Raben, die in einer Häuserruine leben, was ich ein sehr passendes Setting für ein Rabenpärchen finde. Und sogar einen Brachvogel habe ich gesehen, die sind leider vom Aussterben bedroht. Die Gänse sind entweder Graugänse oder Kurzschnabelgänse, eng. pink-footed geese (hab den Namen irgendwo auf einem Schild gelesen).

Ich weiß ja nicht, was die hier auf ihre Felder kippen, aber bei dem Gestank ist mir speiübel geworden. Dagegen ist unsere Gülle echt wohlriechend. Schon zweimal habe ich eine Kirche mit einem “For sale”-Schild gesehen. Würden wir in Erwägung ziehen uns hier niederzulassen, würde ich mich glatt erkundigen, was so ein Gebäude kostet.

Am frühen Abend stellen wir uns auf einen Parkplatz an einem Naturschutzgebiet und warten dort darauf, dass es spät genug für die Fähre wird, die erst um 23:45 Uhr abfährt. Wir beschäftigen uns mit Abendessen, Bloggen, Videoschnitt und Videos gucken. Gegen halb 10 machen wir uns auf den Weg zum Fährterminal.

Check-in

Die Mitarbeiterin am Check-in gibt sich super viel Mühe, spricht langsam und deutlich und erklärt mir (Der Beifahrer spielt hier eine große und wichtige Rolle bei Linkslenkern.) in bestem Englisch, welche Kabine wir haben, wo wir uns einreihen sollen usw. und wünscht uns eine schöne Überfahrt und einen angenehmen Aufenthalt auf den Shetlands.

Bevor wir auf die Fähre dürfen, läuft ein Hafenmitarbeiter von Auto zu Auto. Ich öffne das Beifahrerfenster. Der Hafenmitarbeiter mit starkem schottischen Akzent fragt irgendetwas ins Auto. Der Herr Lebensabschnittsgefährte guckt völlig ratlos, ich bestätige mit “Okay” und übersetze souverän: “Wir sollen an Bord die Alarmanlage ausschalten, einen Gang einlegen und die Handbremse anziehen.” Dann fragt der Hafenmitarbeiter noch etwas und ich gucke reichlich dumm aus der Wäsche. Diesmal übersetzt der Mann, nachdem er die Frage beantwortet hat: “Er wollte wissen, ob wir Gasflaschen dabei haben.” Tatsächlich habe ich nur die Wörter “alarm” und “handbrake” verstanden, der Mann “gas bottle”. Den Rest kann man sich zusammenreimen, wenn man schon öfter Fähre gefahren ist.

Auf der Fähre gehen wir ohne Umwege in die Kabine. Wir haben die Kabine Nr 444. Ich habe ja schon lange keine Kabinentür mehr geknipst, irgendwann wird das Fahren mit Fähren eben auch zur Routine, aber die Schnapszahl sollte es dann doch mal wieder in den Blog schaffen.

Wir haben bereits im Camper Zähne geputzt und müssen jetzt nur noch die Klamotten ausziehen und uns ins Bett legen. Der Wellengang schaukelt uns in den Schlaf - mehr oder weniger, mich hält er eher vom Schlafen ab.

80 Meilen sind wir an diesem Tag gefahren.

80 mi

Sonntag, 10. März

Ich bin viel zu müde und sitze schlaftrunken vor meinem Kaffee, während die kleine Kamera das Auf und Ab des Schiffes filmt. Wir fahren an der Küste von Mainland Shetland entlang.

Das Schiff ging die ganze Nacht rauf und runter. Oben auf den Wellenbergen ein kurzer Moment der Schwerelosigkeit, im Wellental ins Bett gepresst. Viel geschlafen habe ich dabei nicht.

Frosch am Fenster

Der Herr Lebensabschnittsgefährte geht erst duschen. Anschließend steht das ganze Bad unter Wasser. Der Duschvorhang ist eine ziemliche Fehlentscheidung an dieser Stelle. Zwischen Duschbereich und dem restlichen Badezimmerfußboden ist eine Kante eingeklebt, damit das Wasser sich nicht überall verteilt. Da der restliche Badbereich keinen Abfluss hat, kann das Wasser nun nicht zurück in die Dusche, um dort abzulaufen. Also wische ich mit einem der Handtücher erstmal den Boden so weit trocken, dass ich nicht mehr mit den Füßen in etwa 1 cm hohem, eiskaltem Wasser stehe. Dann gehe ich duschen. Endlich mal wieder!

Ankunft in Lerwick

Wir kommen pünktlich in Lerwick an und fahren los Richtung Süden. Wir sind ganz hin und weg, wir können es gar nicht fassen, dass wir nun auf den Shetland-Inseln sind.

Auf einem Parkplatz an der Straße halten wir kurz für ein paar Photos. Ich wundere mich über die Geräusche hinter mir, die ich erst nicht recht einordnen kann. Es klingt ähnlich wie unsere Möwen, wenn die “meckern”, wie ich die Töne nenne, aber es ist anders. Ich drehe mich um und sehe: Lauter Eissturmvögel in einer Felswand.

Sumburgh Head ist unser Ziel. Das ist der südlichste Punkt von Mainland Shetland. Auf der Straße ist nicht viel los, die Landschaft, durch die wir fahren, finden wir wunderschön. Am Wegesrand sehen wir viele Ponys auf Weiden stehen. Shetland-Ponys sind toll. Am Sumburgh Flughafen, dem größten Flughafen der Shetland-Inseln, muss man mit dem Auto die Start- und Landebahn überqueren.

Der südlichste Punkt der Insel wird natürlich markiert von einem Leuchtturm, der oben auf einem Berg steht. Und unten auf dem Parkplatz steht das Muckle Roe Light, der alte Leuchtturm der Insel Muckle Roe, der 2001 durch einen neueren ersetzt wurde. Und den ich völlig vergessen habe zu photographieren.

Wir sind so müde, wir beschließen, einen freien Tag einzulegen. Es regnet immer wieder, es ist ganz schön windig. Eigentlich wollten hier wir nur spazieren gehen, aber wir sind noch ziemlich müde, so dass wir uns entschieden haben, hier den Rest des Tages stehen zu bleiben, Heizung an, heißer Tee, Füße hoch.

Wir beobachten die Leute, die hier mit dem Auto ankommen, kurz 2 Minuten ein bisschen gucken und knipsen und dann wieder fahren. Eine kommt zu Fuß, eine mit dem Fahrrad im strömenden Regen.

Außerdem laufen immer wieder Austernfischer herum und suchen auf dem Boden nach Würmern und anderen Insekten, die sie fressen können. Mit vollem Körpereinsatz zerren sie die Würmer aus dem Boden. Schlecht zu knipsen, weil Scheiben so dreckig.

Zu Mittag mache ich dem Mann ein improvisiertes Eintopfgericht. Wir haben noch einen Beutel Ertestuing, ein Fertiggericht aus Norwegen. Im Prinzip sind das Trockenerbsen mit irgendeiner Soße. Das kippe ich mit Brühe auf ein paar angebratene Zwiebeln. Dann gebe ich ein Glas der vorgekochten Kartoffeln dazu. Ein paar Löffel davon esse ich zwar mit, aber hauptsächlich bleibe ich bei meiner Cup-a-Soup.

Nachmittags gehen wir noch ein Stück spazieren, laufen einmal den Hügel neben uns hinauf. Es ist ganz schön windig, ich kann gar nicht richtig geradeaus laufen. Oben angekommen gehen wir auch direkt wieder zurück. Wir sind durchgepustet und ausreichend gelüftet.

Das Wasser, das wir neulich bei der Entsorgungstation mitgenommen haben, schmeckt ekelhaft. Der Tee hat schon fürchterlich geschmeckt, pur kann ich das kaum trinken ohne zu würgen. Wir haben glücklicherweise noch einen 5-Liter-Kanister mit gekauftem Wasser von unserer Baltikum-Tour im letzten Jahr im Auto. Das Wasser füllen wir nun in unseren Frischwassertank (wovon wir zwei haben). Schmeckt gleich viel besser und ich kann endlich meine Tabletten nehmen. Das eklige Wasser behalten wir zum Spülen etc.

Wir gehen ziemlich früh schlafen. Es ist recht windig, der Wind rüttelt ganz schön an unserem Camper. Das hält mich zwar noch eine Weile wach, aber irgendwann ist die Müdigkeit stärker.

Wir haben vergessen, den Tachostand zu knipsen. Etwa 30 Meilen sind wir an diesem Tag gefahren.

Montag, 11. März

Wir haben herrlich geschlafen - trotz Wind. Wir sind ziemlich aufgekratzt und voller Tatendrang, wir machen uns zeitig fertig, damit wir loskommen.

Blick aus der Heckklappe

Bevor wir abfahren, geht der Herr Lebensabschnittsgefährte noch einmal mit der Kamera zu den Klippen, ein paar Vögel knipsen.

Ich putze währenddessen sämtliche Fenster unseres Fahrzeugs von außen mit dem Ekel-Wasser aus dem zweiten Kanister. Das ist ja kein Zustand, dass ich da nicht durchs Fenster knipsen kann. Der Wind ist eiskalt, mir frieren (trotz Einmalhandschuhe) fast die Finger ab, aber das ist es mir wert.

dark* beim Fensterputzen

Als erstes gehen wir einkaufen in einem der kleinen Dorfläden. Wir brauchen schließlich mehr Trinkwasser. Brot ist alle und auch sonst fehlen ein paar Dinge, Schokolade zum Beispiel. Der Verkäufer war total witzig. Aus den Lautsprechern tönten 80er-Jahre-Hits, die er die ganze Zeit mitsang. Überhaupt war er äußerst freundlich und nett, wie bisher ausnahmslos jeder, mit dem wir in UK zu tun hatten.

Unser Weg führt uns heute nach Norden, zunächst bis Lerwick. Wir wollen uns die Stadt angucken - und natürlich auch Sehenswertes, das auf dem Weg dahin liegt.

Der Flughafen kommt heute nicht so überraschend wie gestern, daher schaffe ich es, ein paar mehr Bilder zu machen.

Nach einem kurzen Photostopp geht es weiter zu St Ninian’s Beach. Von dort aus kann man über eine Sandbank auf St Ninian’s Isle laufen.

Schon der Weg dahin ist toll, ich habe so viele Bilder gemacht und muss mich hier für eine Auswahl entscheiden. Das ist nicht immer leicht.

Anfangs ist mir ein wenig mulmig, als wir über die Sandbank laufen. Die Gefährlichkeit der Gezeiten ist mir schon seit Kindesbeinen bekannt. Aber ich überwinde das und wir laufen hinüber. Unterwegs habe ich allerdings nicht viel geknipst, weil ich die ganze Zeit gefilmt habe. Und der Herr Lebensabschnittsgefährte knipst nicht so viel wie ich.

Auf der kleinen Insel ist die Ruine einer Kapelle aus dem 12. Jahrhundert. Darunter befinden sich sogar noch Reste einer noch älteren Kapelle. Der Friedhof, der zu der Kapelle gehört, wurde noch bis ins 19. Jahrhundert genutzt.

Wir gehen wieder zurück. Vor uns läuft jemand Barfuß den Weg und durch das eiskalte Wasser. Mich fröstelt’s schon beim Zugucken. Das Wasser hat eine tolle türkise Farbe.

Auf dem Parkplatz, auf dem wir gestern die Eissturmvögel geknipst haben, halten wir auch heute an für ein Mittagessen. Für den Mann gibt es den Rest von gestern, für mich wie immer eine Cup-a-Soup und ich esse ein klein wenig beim Mann mit. Anschließend legen wir noch ein wenig die Füße hoch und stellen beim Weiterfahren entsetzt fest, dass wir fast zwei Stunden auf dem Parkplatz rumgestanden haben.

Unsere nächste Station ist Lerwick. Wir wollen die Stadt anschauen und ein paar Besorgungen machen. Lerwick hat ein wirklich schönes Rathaus.

Auf unserem Weg liegt Fort Charlotte, das schauen wir uns an, knipsen dort die Kanonen und ein wenig die Aussicht.

Wir laufen die Commercial Street entlang. Zunächst gehen wir in die Apotheke. Ich brauche Pantoprazol, was es hier aber nicht ohne Rezept gibt. Stattdessen bekomme ich Esomeprazol, das tut’s auch. Wir gehen auch noch in ein Geschäft, in dem es Souvenirs und Kleinkram gibt, wo ich mir eine neue Tasse kaufn, sowie in den örtlichen Buchladen, in dem wir Postkarten besorgen.

Anschließend suchen wir einen Filmschauplatz der Serie Mord auf Shetland auf, das Wohnhaus von DI Jimmy Perez. Der Herr Lebensabschnittsgefährte hat es schon vom Schiff aus geknipst.

Haus von DI Jimmy Perez von der See aus

Langsam gehen wir wieder zurück zum Auto. Lerwick ist mit rund 7000 Einwohnern nicht groß, so lange dauert ein Stadtbummel da nicht. In der Nähe des Parkplatzes ist auch noch das Polizeirevier, das in Mord auf Shetland auch öfter zu sehen ist. Außerdem steht dort ein altes Kirchengebäude herum, das eine zeitlang die Bibliothek von Shetland beherbergte und jetzt als Ratssaal benutzt wird.

Wir verlassen Lerwick und fahren Richtung Norden, unser Ziel sind die Inseln Yell und Unst. Die Straße ist gut ausgebaut, wir kommen schnell voran.

Die erste Fähre geht auf die Insel Yell. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten und man kann im Auto sitzen bleiben.

Der Mann, der die Tickets kontrolliert, hat gesagt, wenn wir heute weiterfahren nach Unst, sei das kostenlos. Also haben wir Yell im Eiltempo durchquert. Hier begegnet uns der erste Raser, seit wir den Kontinent verlassen haben. In einem getunten Golf überholte er uns auf einer Straße, auf der 50 mi erlaubt sind mit geschätzten 70 - 80 mi.

Auf der zweiten Fähre werden überhaupt keine Tickets kontrolliert oder verkauft. Vielleicht haben wir das mit dem “heute” falsch verstanden und es ist immer kostenlos, von Yell nach Unst zu fahren? Wir wissen es nicht. Ticketkontrolle ist gar nicht notwendig, irgendwie müssen die Leute ja erstmal auf die Insel Yell gekommen sein.

Unser Schlafplatz ist etwa 15 Minuten vom Fähranleger entfernt. Wir stehen neben einer Burgruine, die wir uns morgen anschauen wollen.

Stellplatz

In der riesigen Pappschachtel mit dem Esomeprazol ist nur eine kleine Dose mit Kapseln drin. Und diese kleine Dose ist auch noch viel zu groß für die wenigen Kapseln, die bequem in den Deckel der Dose passen. Verpackungswahnsinn kann die Pharmaindustrie.

Etwa 80 Meilen sind wir heute gefahren. Da wir gestern vergessen haben, den Tacho zu knipsen, zeigt er heute die Kilometer von zwei Tagen.

111 mi

Dienstag, 12. März

Morgens regnet es unaufhörlich und ziemlich stark. Wir bloggen erstmal, bevor wir uns in den Tag stürzen. Um das Auto laufen Sandregenpfeifer herum. Einer von denen war auch das erste, das wir heute Morgen gehört haben - abgesehen vom Wind.

Irgendwann kommt ein Hund vorbeispaziert ohne Mensch dazu. Sah aus wie ein Hirtenhund. Schafe sehen wir hier aber auch nicht.

Wir bleiben bis mittags, bis der Regen etwas nachlässt. In einer Regenpause, in der auch etwas weniger Wind ist, fliegt der Herr Lebensabschnittsgefährte kurz die Drohne über Muness Castle, nachdem er vorher Photos davon gemacht hat.

Als der Regen dann endlich nachlässt, machen wir uns aber doch noch auf den Weg. Ich will den Herrn Lebensabschnittsgefährten filmen, wie er vom Parkplatz wegfährt. Und während ich da stehe, kommt der Nachbar angefahren und smalltalkt mit mir. Ob wir hier geschlafen hätte, will er wissen. Wo wir herkommen, ob es uns hier gefällt und so. Der Herr Lebensabschnittsgefährte kommt mit unserem Auto um die Ecke gefahren und der Anwohner fährt weiter.

Wir wollen bis ganz in den Norden der Insel. Zumindest so weit, wie man mit dem Auto kommt. Für längere Spaziergänge ist es zu windig und das Wetter zu schlecht.

Any Aliens will be reported to the Space Police and Transported to Mars.

Wir fahren bis an das Ende der Straße und auch der Insel. Hier endet auch die National Cycle Route No 1, die in Dover beginnt.

Am Ende der Straße laufen wir ein bisschen am Strand herum. Zwar überlegen wir kurz, den Rest auch noch zu Fuß zu laufen, aber es ist so windig und ungemütlich, dass wir die Idee wieder verwerfen.

Das war das nord-östliche Ende, nun fahren wir auch noch zum nord-westlichen Ende der Straße.

Dort ist ein Naturschutzgebiet mit Wanderwegen. Allerdings ist dort das Wetter heute noch schlechter als es vorhin im Nordosten schon war. Daher halten wir uns auch hier nicht allzu lange auf.

Aber selbst wenn man nur mit dem Auto auf der Insel herum fährt, gibt es hier so viele schöne Landschaften, Tiere und witzige Kleinigkeiten zu sehen, dass es schon Spaß macht.

Wir besichtigen noch ein Langhaus und ein Wikingerschiff. Beides sind natürlich Nachbauten.

Wir kommen auch am berühmten Unst Bus Shelter vorbei. Jedes Jahr ist diese Bushaltestelle ganz toll geschmückt, immer mit einem anderen Thema und in anderen Farben. Aber leider erst ab Ostern, im Moment ist das Wartehäuschen so schlicht wie alle anderen Bushaltestellen in Schottland.

Das Niedlichste sind natürlich die Shetland-Ponys. Von denen haben wir ja auf Mainland Shetland schon einige gesehen, hier auf Unst gibt es aber auch ganz schön viele. Genug jedenfalls, um ihnen ein eigenes Straßenschild zu widmen.

Wir haben quasi alles gesehen und setzen über nach Yell. Dort finden wir einen Stellplatz zwischen zwei Wassern, nördlich die Nordsee, südlich ein See. Der Tag war anstrengend und wir sind ziemlich fertig. Die Photos vom tollen Stellplatz gibt es im nächsten Beitrag, die werden erst am nächsten Morgen geknipst.

Starker Wind wird für die Nacht angekündigt und der kommt auch tatsächlich mit bis zu 80 km/h, vielleicht sogar auch etwas mehr. So völlig ungeschützt hier, vibriert der Camper teilweise im Wind. Wir stehen aber mit der Fahrzeugnase zum Wind, daher wackelt es nicht ganz so doll.

Als wir ankommen, ist noch Ebbe, als wir schlafen gehen, ist Flut. Wir hören durch das stets geöffnete Camperfenster das Branden der Wellen nur wenige Meter vom Camper entfernt. Ein wunderbares Geräusch zum Einschlafen!

47 mi

Video

Statistik

Insgesamt sind wir in den vier Tagen 238 Meilen gefahren. Auf der Karte sieht der Weg auf Orkney und den Shetlands so aus: