Durch Platzregen nach Møn
Eigentlich fing der Tag ganz nett an, aber dann frischte der Wind noch ganz schön auf und später begann es auch noch zu regnen. Patschnass kamen wir nachmittags auf dem anvisierten Campingplatz an.
Frühstück mit Meerblick
Und ein Gepäckstück mehr an Bord
Geschlafen habe ich heute Nacht leider nur mäßig. Es hat die ganze Zeit geregnet und das Meer ist laut. Was das betrifft, sind wir ziemlich lernresistent. Schon häufiger haben wir die Erfahrung gemacht, dass es direkt am Meer mit Brandung oder direkt an Wasserfällen sehr laut ist. Aber trotzdem ist es bei der Auswahl von Stellplätzen jedes Mal wieder sooo toll, wenn wir direkt am Wasser stehen können.
Heute Morgen ist mir immer noch ziemlich übel und ich habe Kopfschmerzen. Vielleicht habe ich gestern wirklich etwas viel Sonne abbekommen. Der Kaffee schmeckt auch nicht sonderlich gut. Darüber kann auch nicht die tolle Aussicht beim Frühstück hinwegtäuschen oder dass vorhin ein Hase hier über unsere Wiese gehoppelt ist.
- Zelt in der Morgensonne
- Kaffee mit Blick aufs Meer
- Gepackte Fahrräder
Nach dem Frühstück baut der Mann das Zelt ab, während ich unseren Krempel in den Fahrradtaschen verstaue. Wir haben jetzt ein Gepäckstück mehr. Im Aufenthaltsraum gibt es zwei Bücherregale, von denen zumindest eines so aussieht wie ein Büchertausch-Regal. Zwar hat der Herr Lebensabschnittsgefährte nichts, was er hier lassen kann, aber dafür ein Buch gefunden, das er lesen möchte. Damit hat er gestern noch angefangen und jetzt nehmen wir das Buch mit, um es dann auf einem der nächsten Campingplätze im dortigen Bücherregal zu lassen.
Quer durchs Land nach Stubbekøbing
Wegen Wetter weg von der Küste
Eigentlich hatten wir vor, die ganze Zeit an der Küste entlang zu fahren. Aber die aktuelle Wettervorhersage macht uns einen Strich durch die Rechnung. Für den Nachmittag sind heftige Regengüsse und Gewitter angesagt. In der Hoffnung, noch vor den Regengüssen auf dem Campingplatz zu sein, kürzen wir ein wenig ab und fahren auf dem direkten Weg Richtung Stubbekøbing. Zunächst müssen wir aber noch ein Stück die Küste entlang durch einen Wald fahren.
- Generalens Lysthus
- Wir 2 beim Radeln
Im Wald steht plötzlich das Lusthaus des Generals herum. Wir legen eine kurze Rast ein und knipsen das hübsche kleine Gebäude.
- Landstraße
- Margeritenroute
Wie schon bei unserer Dänemark-Reise im Herbst 2024 begegnen wir auch hier ab und zu den Schildern der Margeritenroute, die sich als Fahrradroute über 4.220 Kilometer durch ganz Dänemark zieht.
- Supermarkt
- Sandwiches
Bei dem Lebensmittelmarkt in Horbelev gehen wir kurz einkaufen. Wir haben Hunger und die Sandwiches an der Bedientheke sehen sehr verlockend aus. Wir wählen uns jeder eines aus und setzen uns auf dem Parkplatz auf eine Mauer, um erst einmal zu essen. Eine Kundin kommt mit ihrem Auto angefahren und wünscht uns auf dänisch einen guten Appetit.
- Gedenkstein 5. Mai
- Bushaltestellen Åstrup
Bei der Kirche von Horbelev steht ein Gedenkstein zur Befreiung am 5. Mai 1945. Und in Åstrup knipse ich für meine Galerie ein Bushaltestellenhäuschen.
Wir kommen in Stubbekøbing am Hafen an und wollen uns eigentlich informieren, wo wir Tickets für die Fähre bekommen und wann die nächste fährt. Da sehe ich, dass die Fähre am Anleger steht. Ich rufe dem Herrn Lebensabschnittsgefährten zu, dass die gleich losfährt und wir zur Fähre fahren sollen. Den Mitarbeiter an der Rampe frage ich noch, ob wir die Tickets auch auf der Fähre kaufen können, dann sind wir an Bord.
- Denkmal-Hinweis
- Blick über die Fähre
- Auf dem Sonnendeck
- Rettungsboot
- Anleger Bogø
- Fähre fährt wieder
Die Fähre Ida ist die älteste Holzfähre Dänemarks. Das Schiff ist komplett aus Holz. Soweit mir bekannt, bin ich noch nie mit einer Holzfähre gefahren. Vielleicht mal als Kind, aber daran erinnere ich mich nicht. Nach der Überfahrt bleiben wir im Hafen, bis die Fähre wieder ablegt, damit wir noch Photos und auch ein Video davon machen können.
- Blesshuhn
Um von der kleinen Insel Bogø, auf der wir uns befinden, auf die Nachbarinsel Møn zu gelangen, müssen wir über einen Damm fahren. Die Straße ist ziemlich schmal und hat keinen Radweg bzw. nur einen sehr schmalen Seitenstreifen, auf dem man mit dem Rad fahren kann. Daher bleibe ich unterwegs auch nicht stehen, um ein Photo zu machen. Das wäre zu gefährlich. Erschwert wird die Fahrt auch noch durch ziemlich starken Seitenwind. Das hält einem immerhin die Insekten vom Leib und aus dem Mund.
Bewegtbilder von den Straßenverhältnissen auf dem Damm gibt es im unten eingebundenen Video zu sehen. Die Kameras haben wir vor dem Damm eingeschaltet und dann einfach laufen lassen.
Es regnet in Strömen
Und wir sind mittendrin
Auf der Insel Møn ist unser erstes Ziel der Campingplatz Møn Camping Hårbølle Strand. Allerdings müssen wir auf dem Weg dorthin eine Pause unter einer Baumgruppe einlegen, der Regen hat uns eingeholt und prasselt ganz schön stark auf uns nieder. Wir haben Glück, dass die Bäume so viel Regen abhalten können, so haben wir eine gute Gelegenheit, unsere Regenklamotten anzuziehen und alle nicht wasserdichten Taschen an den Fahrrädern mit Schutzhüllen zu versehen.
- Selfie im Regen
- Frau dark* in Regenkleidung
- nass und grau
Ich bin wirklich froh, dass ich meinen Regenhut, den ich mir in Norwegen auf einem Hurtigruten-Schiffe mal gekauft hatte, auf diese Tour mitgenommen habe. Weniger froh bin ich um den Umstand, dass meine Lenkertasche nicht regenfest ist.
Als der Regen endlich etwas nachlässt, fahren wir weiter Richtung Campingplatz. Das Nachlassen war aber nur von kurzer Dauer, es beginnt wieder zu schütten. Und alles Wasser, was an meinen Hosenbeinen herunterläuft, sucht sich von dort aus den direkten Weg in meine Schuhe. Der Wind kommt von rechts. In meinem rechten Schuh steht das Wasser. Was für eine beschissene Idee, eine Fahrradtour zu unternehmen, denke ich mir, und radele tapfer weiter. Meine Brille ist mittlerweile auch komplett nass, ich sehe nicht viel. Und Orientierung habe ich sowieso keine.
Angekommen am Campingplatz
Abwarten und Tee trinken, dann Zelt aufbauen
Letzteres hat aber glücklicherweise der Herr Lebensabschnittsgefährte und so schaffen wir es nach einer halben Stunde radeln durch Regen nass bis auf die Haut auf den Campingplatz.
- Fahrräder untergestellt
- Schild am Eingang
Die Rezeption ist unbesetzt. Es läuft hier so, dass man sich einen Platz sucht, wo man sein Zelt (Wohnwagen, Camper, whatever) aufbaut und am nächsten Morgen meldet man sich bei der Rezeption an und bezahlt. Feste Parzellen gibt es nicht. Theoretisch könnten wir uns auch direkt an die Dünen stellen mit Blick aufs die See. Mit dem Camper würde ich das auch machen. Aber jetzt benötigen wir etwas weniger Wind und vor allem Strom.
Vorher müssen wir aber noch ungefähr eine Stunde warten, bis der Regen endlich aufhört. Der Platz, an dem wir unterstehen, ist der Platz vor der kleinen, offenen Küche. Wir machen uns einen Tee zum Aufwärmen. Abwarten und Tee trinken.
- Schwalbe
- Campingplatzkatze
Wir beschließen, dass wir heute kein “richtiges” warmes Essen mehr benötigen. Abends gibt es Käsebrot und dazu Heiße Tasse Tomatensuppe. Das wärmt und sättigt und reicht uns vollkommen aus.
Meine Schuhe sind so nass, dass die vermutlich auch morgen noch nicht trocken sein werden. Ein weiteres Paar habe ich nicht mit, lediglich die Badelatschen stehen mir noch zur Verfügung. Ob ich mit denen radeln kann? Je nach Wetter könnte das ein wenig unangenehm werden.
Statistik
35,24 Kilometer sind wir in 2 Stunden und 22 Minuten mit dem Fahrrad gefahren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 14,82 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 34,81 km/h.
Karte
Auf der Karte sieht unser heutiger Streckenabschnitt so aus:
Video
Auch für den dritten Reisetag hat der Herr Lebensabschnittsgefährte natürlich wieder ein Video geschnitten.
