Brücken-Chaos, Zugfahrt und Putz-Aktion

Was für ein Tag, die eine Brücke war noch im Bau, auf der anderen war’s zu windig und letztlich sind wir ein Stück mit dem Zug gefahren. Wir putzen die Sanitäreinrichtung auf dem Campingplatz, knipsen ein paar Vögel und verabschieden uns mit einem Sonnenuntergangsbild in die letzte Nacht in Dänemark.

Aufbruch

Es war ziemlich windig diese Nacht. Der Herr Lebensabschnittsgefährte macht morgens ein Video im Zelt, in dem alles wackelt. Trotzdem haben wir gut geschlafen.

Nach dem Frühstück machen wir uns fertig, packen unsere Sachen zusammen und fahren los. Zuerst noch einmal ans Ende des Campingplatzes, wo man aufs Wasser und die Brücke gucken kann.

Die Wind-Vorhersage in der Wetter-App verheißt nichts Gutes, aber wir werden das schon schaffen.

Die 1. Brücke ist noch im Bau

Als wir bei der Ny Storstrømsbru ankommen müssen wir feststellen, dass diese sich noch im Bau befindet. Das ist aber nicht allzu tragisch, eine kurze Suche in der Navigations-App ergibt, dass die alte Brücke, die durch die neue ersetzt werden soll, ebenfalls auf der vorgelagerten Insel ist, auf der wir uns gerade befinden. Der Umweg war also nicht allzu groß.

Auf der 2. Brücke ist zu windig

Die Brücke ist ganz schön lang und ich habe ziemlichen Respekt. Als wir endlich da sind, halten wir erst einmal an.

Der Wind ist ziemlich heftig und weht von rechts. Wir müssen auf dem Fußweg neben der Fahrbahn radeln. Ich habe ständig das Gefühl, dass der Wind mich auf die Straße drückt. Mein Fahrrad wackelt übelst rum im Wind und die Brille weht es mir fast von der Nase. Ich sage dem Herrn Lebensabschnittsgefährten, dass ich Angst habe, dass ich das nicht schaffe und umdrehen und lieber mit dem Zug fahren möchte.

Wir drehen auch an der zweiten Brücke wieder um und fahren dann zurück nach Vordingborg zum Bahnhof. Wir sind jetzt seit über einer Stunde unterwegs, etwa 10 Kilometer gefahren und knapp drei Kilometer vom Campingplatz entfernt. Das hätten wir auch schneller haben können.

Wir fahren Zug

Die Tickets für die Zugfahrt bekommen wir am Automaten. Wir haben noch etwas Zeit, bis der nächste Zug nach Nykøbing Falster fährt. Der Herr Lebensabschnittsgefährte besorgt uns im 7-Eleven noch ein paar Sandwiches und wir begeben uns auf den Bahnsteig.

Das Einsteigen in den Zug war ziemlich unbequem, die Tür schmal und die schwer bepackten Fahrräder drei Stufen hochzuwuchten war auch nicht so einfach. Aber wir haben es geschafft und Sitzplätze mit einem Tisch in der Mitte und am Fenster bekommen.

Funfact: Wir fahren zum ersten Mal seit März 2020, also seit Ausbruch der Pandemie, mal wieder mit einem Zug.

Während der Fahrt, die übrigens über die Brücke führt, auf der ich Angst bekommen hatte, essen wir unsere höllisch scharfen Sandwiches.

Von Nykøbing bis Bruserud

In Nykøbing suchen wir uns eine Strecke aus, die möglichst nah am Wasser ist. Der Campingplatz, auf dem wir übernachten wollen, ist ungefähr auf halber Strecke zwischen Nykøbing und Gedser.

Der Weg dorthin ist wieder total angenehm zu radeln, wie fast alle Wege hier. Eine witzige Bushaltestelle, die aussieht wie eine Muschel, habe ich für meine Galerie der Bushaltestellenhäuschen geknipst.

Irgendwann biegen wir Richtung Westen ab und fahren direkt auf das Wasser zu.

Campingplatz

Am Ende der Straße ist der kleine Campingplatz. Das ist ein Naturplatz mit einem Shelter und einer Wiese, auf der wir das Zelt aufschlagen. Als weitere Infrastruktur gibt es eine Kaltwasserdusche, einen Grillplatz und zwischen Campingplatz und Steg am Wasser ist ein Toilettenhäuschen mit Frischwasser. Wir haben alles, was wir brauchen, und finden’s total schön hier.

Im 7-Eleven in Vordingborg am Bahnhof hatte der Herr Lebensabschnittsgefährte auch eine Zimtschnecke mitgenommen. Die teilen wir uns zum Kaffee.

Die Picknickbänke sind voller Spinnweben und den dazugehörigen Spinnen. Daher setze ich mich lieber auf den Boden oder in unser Zelt. Die Toilettentür sieht auch ziemlich eingewebt aus. In der Toilette steht verschiedenes Reinigungszeug. Mit dem Besen hat der Herr Lebensabschnittsgefährte sämtliche Spinnen in der Toilettenkabine und auch die Spinnweben an der Tür entfernt. Ich habe den Toilettensitz und das Waschbecken ein wenig mit meinem Desinfektionszeug gereinigt.

Die Saison hat noch nicht begonnen und hier hat offensichtlich schon länger niemand mehr sauber gemacht. Aber jetzt geht’s, jetzt fühle ich mich hier einigermaßen wohl.

Dann gehen wir noch einmal zum Strand. Der ist ja nicht weit.

Die lokale Vogelwelt

Am Strand und in der Hecke neben dem Campingplatz sind allerlei Vögel unterwegs.

Überall hüpfen Bachstelzen herum, die aber nicht geknipst werden wollten, am Strand sind Schwalben unterwegs und in der Hecke tummeln sich Bluthänflinge.

Die sind so niedlich alle.

Sonnenuntergang

Wir gehen früh zu Bett, aber es dauert noch eine Weile, bis wir einschlafen. Dies ist unsere letzte Nacht in Dänemark, morgen Mittag nehmen wir die Fähre nach Rostock. Wir sind hier etwa 13 Kilometer von Gedser entfernt, die Navigations-App meint, wir brauchen 44 Minuten.

Bevor ich endgültig einschlafe, gehe ich nochmal zur Toilette und knipse den Sonnenuntergang mit der dänische Flagge.

Statistik

26,96 Kilometer sind wir in 2 Stunden und 10 Minuten mit dem Fahrrad gefahren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 12,40 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 29,13 km/h. Außerdem haben wir etwa 30 Kilometer mit dem Zug zurückgelegt.

Die Statistik in Bildern vom Fahrradtacho

Karte

Auf der Karte sieht die gesamte Strecke mit allen Verkehrsmitteln so aus:

Video

Das Video für den 7. Reisetag könnt ihr hier anschauen: