Von Stege nach Vordingborg
Nach einem kurzen Rant über den Campingplatz führt uns unser Weg weiter nach Vordingborg. Dort erwarten uns Lkw mit Musik und die Feuerwehr. Unterwegs treffen wir eine nette Passantin und machen Pause an einer Kirche.
Campingplatz
Das ist bisher der unangenehmste Campingplatz auf dieser Tour. Der Platz selbst ist ja ganz nett, auch wenn die ganzen Gebäude schon ziemlich runtergerockt aussehen, aber die Situation in den Waschräumen ist eine Katastrophe.
Im Waschraum für Frauen gibt es zwei Duschen und zwei Toiletten jeweils mit diesen Trennwänden und Türen, die oben und unten offen sind. Und dann gibt es noch zwei Waschbecken, die direkt nebeneinander angebracht sind, vielleicht 15 cm Platz dazwischen, man steht quasi direkt neben wildfremden Menschen und soll sich da waschen.
Draußen ist ein großer Zettel angebracht, man solle bitte die Schuhe ausziehen. Der Boden ist dreckig wie sonstwas, in den Ecken liegen tote Insekten, überall Staub und Sand. Klopapier ist übrigens in beiden Toiletten-Kabinen leer.
Das schlimmste ist aber, dass es überhaupt keine Lüftung und kein Fenster gibt. Vor mir war jemand Duschen, ich habe das Gefühl, eine Sauna zu betreten.
- Zelt und Fahrräder
Nach dem Duschen fange ich an, unseren Kram zusammenzupacken, der Mann geht bezahlen. Die beiden Menschen an der Anmeldung sind leider auch eher unsympathisch. Die sitzen vor der Rezeptionshütte, rauchen eine nach der anderen und mustern jede Person, die vorbeigeht.
Von meinem Fahrrad schraube ich noch den Becherhalter ab, den wir vor der Tour erst drangeschraubt haben. Der nervt nur, denn an mein aktuelles Fahrrad passt der gar nicht so richtig dran, den hatte ich mal für das vorherige Fahrrad gekauft. Und weil ich den nicht mehr benötige, stelle ich den in den Aufenthaltsraum, der übrigens auch ziemlich dreckig und voller Spinnweben ist, damit ihn sich jemand nehmen kann, der ihn gebrauchen kann. Mach’s gut, Becherhalter!
Bushaltestelle
- Bushaltestelle mit Brotdosendeko
- Bushaltestelle
Auf der Ausfallstraße von Stege kommen wir an einer Bushhaltestelle vorbei, die ich hübsch genug für meine Galerie Bushaltestellenhäuschen finde.
Brücke
Kurz darauf kommt schon die Brücke in Sicht. Ich hatte ja gestern erwähnt, dass wir eigentlich Fähre fahren wollten, diese zurzeit aber nur sonntags fährt. Daher müssen wir nun über die Dronning Alexandrines Bro. Kurz nach dem Ortsausgang von Stege können wir die Brücke auch sehen.
- Dronning Alexandrines Bro
Wir haben zuvor schon von einem Nutzer auf Mastodon erfahren, dass die Anfahrt wohl relativ steil ist. Und ja, ich strampele mir hier ganz schön einen ab. Aber die Aussicht, wenn man oben auf der Brücke ist, die ist schon fein.
- Kalvehave
- Brückenbogen
- Ulvsund
Die Abfahrt fetzt und geht deutlich schneller als das Raufstrampeln. Wir werfen noch einen letzten Blick zurück auf die Brücke und schauen dann vorwärts. Bis Vordingborg sind es noch 21 Kilometer, der Campingplatz liegt kurz dahinter.
- Dronning Alexandrines Bro
- Wegweiser
- Langø
Middach
Auf halber Strecke biegen wir vom Weg ab, denn wir haben zuvor auf der Karte einen Ort erspäht, an dem wir Mittagspause machen wollen. Es ist eine Kirche, die für Radfahrer und Wanderer eine Toilette zur Verfügung stellt. Grund genug, die für die Rast auszuwählen.
- Kirche und Fahrräder
- Hinweis auf Krähen und Rehe
- Fensterbrettdeko
Ein Aushang macht darauf aufmerksam, dass sich Krähen und Rehe als Grabräuber betätigen. Die Rehe fressen besonders gerne Rosen, während die Krähen alles durcheinander schmeißen und die Blumensträuße aus den Vasen reißen.
Die Deko im Fenster ist für ein Gotteshaus ein wenig eigenwillig, steht dort doch eine Büste, die den unbekleideten Oberkörper einer Frau darstellt.
Anruf
Die weitere Route führt über den Bakkebøllestien, eine ehemaligen Bahntrasse, auf der der Bahnbetrieb 1959 eingestellt wurde. Es ist sehr angenehm dort zu fahren und wir kommen gut voran, bis mein Smartphone klingelt. Bis ich das Gerät aus der Tasche gekramt und endlich an meinem Ohr habe, ist am andere Ende bereits aufgelegt.
Eine Passantin sieht mich mit dem Smartphone in der Hand hantieren und kommt sofort auf uns zu und fragt, ob wir vielleicht zur Orientierung oder zum Auffinden einer bestimmten Adresse Hilfe benötigen. Das finde ich extrem nett und freundlich. Ich bedanke mich dafür und erkläre, dass das Telephon geklingelt hat.
Ich rief die Nummer aus Rostock zurück, es war die Werkstatt, in der unser Auto zurzeit steht. Der Chef wollte mir nur mitteilen, dass wir den Wagen abholen können. Wir einigten uns auf Montag, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind. Dann radelten wir endlich weiter.
- Radweg
- Anruf
- Unterführung
Vordingborg
In Vordingborg verlieren wir kurz die Orientierung. Aber immerhin können wir an einer Stelle, wo eine Fußgängerzone beginnt, gut anhalten, um zu sehen, wo es weitergeht.
- In Vordingborg
Als wir den Stadtkern wieder verlassen und die Straße zum Campingplatz entlang fahren, kommen uns Lkw mit lauten Fanfaren, Musik und jede Menge angetrunkener Leute an Bord entgegen.
- Lkw kommt
- Lkw fährt vorbie
- Tradition in Dänemark
Ich habe einen Verdacht und der bestätigt sich auch. In Norwegen feiern die Schüler am Ende der Schulzeit Rust. Ich weiß nicht, wie das hier in Dänemark heißt, aber anscheinend wird ähnliches gefeiert.
Campingplatz
Und dann kommen wir hier am Campingplatz an, stehen noch vorne am Eingang, als wir plötzlich im Weg sind, weil die Feuerwehr kommt.
- Feuerwehr
Genaugenommen kommt nur ein Wagen und dieser ohne Blaulicht oder Sirene. Später stellt sich heraus, dass es ein Fahrzeug der Jugendfeuerwehr ist. Der Wagen wir hier auf dem Campingplatz geparkt und die beiden Insassen fahren mit den Motorrädern von dem Photo weg. Ihre Helme sind mit Hasenplüsch mit langen Ohren überzogen.
- Zeltplatz
- Parkende Feuerwehr
- Blick zur Brücke
Der Campingplatz liegt direkt am Wasser. Ich werfe einen Blick auf die Brücke, über die wir morgen fahren wollen.
In den Gemeinschaftsräumen machen wir uns etwas zu essen und setzen uns auch dort hinein, um zu essen. Geknipst habe ich allerdings nicht, da ständig Leute da waren.
Später im Zelt finden wir am Fuß vom Herrn Lebensabschnittsgefährte eine Zecke. Igitt!
- Zecke
Die sitzt da schon etwas länger. Er zieht sie beherzt raus und drückt sie kaputt. Die Stelle werden wir wohl eine Weile beobachten, nicht dass er sich mehr als nur das Igitt-Tier eingefangen hat.
Statistik
41,61 Kilometer sind wir in 2 Stunden 58 Minuten mit dem Fahrrad gefahren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 14 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 35,75 km/h.
Karte
Auf der Karte sieht der erste Tag etwas wirr aus, weil der GPS-Tracker mit Tunnel und Fähre usw. nicht so recht klargekommen ist.
Video
Am sechsten Tag gibt es auch wieder eine kurze Zusammenfassung im Video.
