Die ersten Urlaubstage am Wattenmeer
Wir stehen erst in einer Marina nicht weit von der Grenze entfernt. Anschließend verbringen wir zwei Nächte auf einem super gemütlichen kleinen Stellplatz in Westhoek.
Tag 4: Letzter Arbeitstag und dann ab über die Grenze
Freitag, 19. September 2025
An Tagen wie heute bin ich immer wieder reichlich angepisst ob der Tatsache, dass der Herr Lebensabschnittsgefährte nicht mehr im Ausland arbeiten darf. Aber es ist derzeit nicht zu ändern, also geht er morgens ein paar Schritte, knipst den Wohnmobilstellplatz und die Rinder, die nebenan direkt hinter dem Freibad wohnen und beginnt zu arbeiten.
- Stellplatz
- Rinder
Ich mache was ich immer mache währenddessen: nichts. So ganz stimmt das natürlich nicht, ich räume auf, mache Essen, spüle das Geschirr und bearbeite meine Blogbeiträge. Um 16 Uhr ist endlich Feierabend und es geht los. Wir wollen über die nördlichste Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden.
- Unter der Weser hindurch
- Rastplatz Uplegen-Nord
- Unter der Ems hindurch
Die Niedersachsen mögen scheinbar keine Brücken, sie untertunneln ihre zu Kanälen umgewandelten Flüsse lieber. Und das Parkplatzschild steht auch nicht da, wo es soll. Aber egal, immerhin habe ich ein neues Schild für meine Rastanlagen-Galerie
- Niederländische Grenze
- Finsterwolde
- Straße zwischen Feldern
Gegen 18:30 Uhr passieren wir endlich die niederländische Grenze. Der Grenzübergang ist auch gleichzeitig der östlichste Punkt der Niederlande. Den nördlichsten Punkt des niederländischen Festlandes haben wir völlig vergessen. Den müssen wir wohl auf einer der nächsten Touren besuchen. Einer der ersten Orte, durch die wir fahren, ist Finsterwolde. Grüße an Finsterwalde gehen raus! Ansonsten ist es flach wie ein Küchentisch, rechts und links der Straße sind Felder, auf denen irgendwas angebaut wird oder Gänse, Möwen etc. rumlungern.
Wir steuern die Marina in Termunterzijl an, die auch Stellplätze für Wohnmobile bietet. Wir stehen ganz gerne in kleinen Marinas. Die sind direkt am Wasser und in der Regel ziemlich ruhig und ohne viel Schnickschnack. Freistehen ist in den Niederlanden komplett verboten und wird auch nicht geduldet.
- Wattenmeer und Fahrrinne
- Sonnenuntergang
Zum Sonnenuntergang gehen wir noch einmal raus auf bzw. hinter den Deich. Naturbelassene Küsten und Landschaften findet man hier am Wattenmeer natürlich nicht, sonst könnte man ja nicht hier sein.
- Auf dem Sperrwerk
- Yachthafen
Nach dem Ausflug ans Watt laufen wir noch ein bisschen. Wir gehen über das Sperrwerk und durch die Marina wieder zurück zum Stellplatz. Es ist nur eine kurze Runde, wir haben Hunger.
- Jubiläumsbank
- Sperrwerk
Im Camper gibt’s Abendbrot und danach findet nicht mehr viel statt, wir legen uns früh hin, genießen die Ruhe und freuen uns, dass der Urlaub jetzt endlich losgeht.
159 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.
- 159 km
Tag 5: Von Termunterzijl nach Westhoek
Samstag, 20. September 2025
Zum Kaffee in der Früh gibt es einen farbenfrohen Sonnenaufgang beim Blick aus dem Camper.
- Blick aus dem Camper
Wir machen uns relativ früh auf den Weg. Unsere Idee ist, heute auf die Insel Schiermonnikoog zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen.
Hier im Yachthafen gibt es auch die Möglichkeit der Entsorgung von Grauwasser und Toilette. Und während der Herr Lebensabschnittsgefährte sich darum kümmert, knipse ich noch die Einfahrt, den Blick aus der Heckklappe unseres Campers und füge hier auch das Stellplatzbild von gestern Abend noch ein.
- Stellplatz
- Laterne auf dem Deich
- Einfahrt Yachthafen
Ich glaube, ich brauche mal eine neue Galerie mit witzigen Straßenschildern. Während bei uns in Deutschland ganz dröge auf “Fahrbahnverschmutzung” hingewiesen wird, steht hier nur “Modder”. Und das trifft es ziemlich gut. Hier werden gerade überall Zuckerrüben geerntet und die Trecker machen ganz schön viel Dreck auf den Straßen.
- Modder
Die Idee mit Schiermonnikoog haben wir wieder verworfen. Die Überfahrt hätte uns schon fast 200 Euro gekostet und ein Stellplatz auf der Insel wäre vermutlich auch exorbitant teuer gewesen. Für einen Ausflug zu Fuß bzw. mit geliehenen Fahrrädern war es schon ein wenig zu spät. Also haben wir uns entschieden, die Insel auszulassen und steuern einen Stellplatz an der Küste an.
Der Mann er zählte mir etwas von einem gemütlichen kleinen Platz, auf dem maximal sechs kleine Camper zugelassen sind. Der Platz, den ich in meiner Navigation als Ziel eingegeben hatte, war ziemlich steril und für riesige Weißwaren bestens geeignet. Wir hatten da wohl aneinander vorbeigeredet. Glücklicherweise entscheiden wir aber, zum nächste, vom Herrn Lebensabschnittsgefährten entdeckten Stellplatz zu fahren. Der ist wirklich sehr klein und gemütlich, außerdem nah am Deich gelegen.
- Stellplatz
- Schaf
Unsere direkten Nachbarn sind drei Schafe. Wir stehen ganz am Ende des Platzes, hinter uns ist eine Wiese für diese drei Schafe und am anderen Ende der Wiese ein Haus. Danach folgt der Deich und hinter dem ist das Watt. Viel näher geht also nicht.
- Blick auf den Stellplatz
- Bert und der Nachbar
- Restaurant und Stellplatz
Natürlich machen wir uns noch einmal auf zu einem ausgedehnten Spaziergang mit viel Knipserei am Deich entlang.
- Straße zum Deich
- Verzierungen Hausgiebel
- Loslopend vee
Das freilaufende Vieh wäre noch ein Kandidat für eine Schilder-Galerie. Ich glaube, ich werde das zuhause mal machen.
- Weg am Deich
- Gänse im Watt
- Halo
Bis ans Watt bzw. Wasser kommt man nicht heran. Zwischen dem Deich und dem Watt ist ein breiter Streifen mit Schilf und anderem Grünzeug. Daher gibt’s die Gänse im Watt auch nur ganz klein auf dem Photo. Besser lassen sich da der Turmfalke auf dem Zaun und die Schafe hinterm Zaun knipsen.
- Turmfalke
- Schaf
- Schafe
Wir laufen eine ganze Weile am Deich entlang bis zum nächsten Übergang auf die andere Seite des Deiches. Dort laufen wir dann zurück. Wir sind jetzt mitten auf der Schafweide und müssen zwischen den Tieren hindurch. Auf dem Feld hinter dem Entwässerungsgraben, der parallel zum Weg verläuft, sind unzählige Gänse verschiedener Arten. Und plötzlich rennt ein Feldhase aufgeschreckt davon. Auch hier sitzt ein Turmfalke auf dem Pfosten auf dem Posten. Er fliegt davon, als wir uns nähern. Auf einem abgeernteten Acker tummeln sich einige Stockenten.
- Schafe auf dem Weg
- Gänse und Hase
- Turmfalke
- Turmfalke im Flug
- Gänse im Flug
- Stockenten auf dem Acker
Mit einem letzten Blick in den Sonnenuntergang verabschieden wir uns vom Deich und gehen zum Camper zurück.
- Sonnenuntergang
Den Abend verbringen wir mit Spielen. Mittlerweile ist der Wind ziemlich aufgefrischt und hat sich gedreht, so dass es jetzt durch die Heckklappe zieht. Die ist nämlich leider nicht ganz dicht. Bevor wir ins Bett gehen, stopfen wir unsere Jacken vor die zugige Ecke, dann geht es einigermaßen.
132 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren. Die Kartenansicht ist am Ende des Beitrags.
- 132 km
Tag 6: Müßiggang
Sonntag, 21. September 2025
Es stürmt draußen immer noch ein wenig und ab und zu schauert es auch. Die Bäumchen und Sträucher hinter unserem Camper biegen sich im Wind. Mit Heizung ist es hier drin aber ganz kuschelig.
- Blick aus dem Camper
Den überwiegenden Teil des Tages verbringen wir mit Müßiggang. Der Mann liest ein Buch, ich höre Podcasts, schreibe ein wenig am Blog, beschäftige mich halt mal mit diesem, mal mit jenem.
Nachmittags gehen wir raus. Wir füllen unsere Wasservorräte auf und bringen den Müll weg, im Camper muss auch Hausarbeit ab und zu mal sein, dann gehen wir wieder am Deich entlang spazieren, der Abwechslung wegen heute in die andere Richtung.
- Teichralle
- Pilze im Halbkreis
Die Teichralle wohnt in unserer unmittelbaren Nachbarschaft.
- Maus
- Maus wird geknipst
Auf dem Deich sitzt eine Maus ganz regungslos. Ich frage mich zunächst, ob sie überhaupt noch lebt, bis ich den Geruch von Mäuse-Urin wahrnehme. Irgendwann wird ihr die Knipserei mit den zwei Menschen zuviel und sie läuft davon, so schnell die kleinen Beine sie tragen. Sehr schnell ist das allerdings nicht und da sie nach unten Richtung Schilf statt nach oben in die Schafswiese rennt, ist sie ewig unterwegs.
- Schwalbe im Flug
- Brandgänse im Watt
Die Möwen stehen im Wind und die Brandgänse im Watt. Die Luft ist ziemlich klar und man kann recht weit gucken. Die friesischen Inseln sind recht gut zu erkennen.
- Terschelling
- Ameland
- Deich mit Ameland
In der östlichen Richtung, die wir ja heute laufen, wo der Schilfstreifen immer schmaler wird, kann man auch die Vögel im Watt besser knipsen.
- Irgendwelche Watvögel
- Austernfischer
- Weg ins Watt
Ich war übrigens schon öfter am Wattenmeer und immer, wirklich immer ist da Ebbe. Manchmal frage ich mich, ob die da überhaupt Gezeiten haben, oder ob das riesige Schlammbad nicht der Dauerzustand ist. ;)
Auch heute dürfen Schafe nicht fehlen. Diese Exemplare hier sind aber deutlich entspannter als die behörnten Kollegen von gestern.
- Schafe
- Auf dem Deich
- Blick über's Land
Auf der Innenseite des Deichs laufen wir wieder zurück. Der Wind ist immer noch heftig und es ist fast schon eine Wohltat, im Windschatten des Deiches zu laufen. Ein Kind ist mit seinem Drachen unterwegs, dafür ist der Wind genau richtig.
- Am Deich entlang
- Zwiebelfeld
- Drachen steigen
Die Häuseransammlung, zu der auch der Stellplatz gehört, ist mit einem Regenbogen aufgehübscht. Die Silberpappeln in Kombination mit den knallorangenen Beeren neben unserem Stellplatz geben einen hübschen Kontrast. Und auch über einer Siedlung am anderen Ende der Felder ist ein Stück Regenbogen zu sehen.
- Blick zur Siedlung mit Regenbogen
- Grünzeug auf dem Campingplatz
- Regenbogen in der Ferne
Später im Camper werfen die Sonnenstrahlen noch einmal die Farben des Regenbogens auf die Wolken, allerdings ohne Regen. Später am Abend stehen die Wolken wie eine Allee am Horizont.
- Wolken in Regenbogenfarben
- Wolken am Abendhimmel
Morgen verlassen wir den Platz wieder, dann geht es weiter nach Harlingen.
Karte
Auf der Karte sieht die zurückgelegte Strecke so aus: