Deltawerke und Strandspaziergänge
Im sechsten Teil unserer Reise durch die Niederlande bestaunen und knipsen wir ein paar Sperrwerke, die die Niederländer vor dem Meer schützen, und gehen am Strand spazieren.
Tag 13: Hartelkering, Harlingvlietdam und Ouddorp strand
Sonntag, 28. September 2025
Nachdem die Nachbarn mir in der vergangenen Nacht den Schlaf geraubt haben, bin ich entsprechend müde und unausgeschlafen. Ich fühle mich in etwa so, wie der erste Blick aus dem Camperfenster aussieht.
- 1. Blick aus dem Camperfenster
- Sonnenaufgang
- Blick aus der Heckklappe
Die Scheiben sind übrigens von außen nass. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass das ganze Auto von einer Wasserschicht überzogen ist. Aber die Heizung im Camper wärmt die Scheiben schnell auf und das Wasser trocknet ab. Die Sonne geht auf und meine Verfassung bessert sich.
Heute setzen wir unsere Reise fort, aber natürlich nicht ohne den Stellplatz noch einmal zu knipsen. Das ist übrigens ein offizieller Stellplatz, wie all unsere Plätze in den Niederlanden bisher. In diesem Land ist Freistehen absolut verboten und wird auch geahndet. Dieser Platz hier ist kostenlos und in einer recht schönen und ruhigen Lage.
- Stellplätze
- Ausblick hinterm Camper
Man sollte meinen, dass es in den Niederlanden keine Probleme mit zu wenig Wasser gäbe. Aber mittlerweile scheint auch hier das Gegenteil der Fall zu sein. Mehrmals schon habe ich gesehen, wie sie ihre Felder bewässern.
- Bewässerung auf dem Feld
- Graffiti
In Spijkernisse gehen wir zunächst einkaufen. Ein paar Vorräte müssen aufgefüllt werden. Dann fahren wir zum nächsten Delta-Bauwerk: Hartelkering.
Leider kommt man da nicht so gut dran. Wir sind zwar auf den Deich, den man im zweiten Bild sieht, raufgelaufen, aber dahinter ist noch ein zweiter Deich, wie man auf dem ersten Bild erkennen kann. Also viel lässt sich nicht knipsen, auch nicht, wenn wir unser Auto als Ausguck benutzen.
- Brücke und Turm
- Fluttore
- Der Mann knipst.
Egal, wir haben es gesehen und ich kann beruhigt weiterfahren. Ich will die nämlich alle sehen und knipsen. Wobei die an der See um einiges spannender sind als die im Binnenland.
Das nächste Sperrwerk ist ein solches an der See, der Haringvlietdam. Der fünf Kilometer lange Damm ist mit 17 Hubtoren ausgestattet, die bei einer Sturmflut komplett geschlossen werden, ansonsten den Wasserstand auf der Landseite regulieren.
Auf dem Parkplatz gibt’s erstmal Mittagessen mit Aussicht auf das Sperrwerk. Nach dem Essen laufen wir zu den Hubtoren, um ein paar Photos zu machen. Der Herr Lebensabschnittsgefährte zeigt auch hier wieder vollen Körpereinsatz. Frau Nicht-ganz-schwindelfrei bleibt lieber oben beim Geländer stehen.
- Aussicht aufs Sperrwerk
- Der Mann knipst
- Hubtore Landseite
Ich hatte schon befürchtet, von der anderen Seite können wir uns das gar nicht anschauen, aber es gibt eine Unterführung zur Seeseite. Da gehen wir natürlich hin.
- Unterführung
- Zugang zur Technik
- Deich bzw. Damm
- Hubtore Seeseite
- Hubtore
- Fischen verboten
Auf der Südseite des Haringvliets, über den der Damm bzw. die Straße führt, ist eine Mole, an der man parken kann.
- Modelnfeuer und Damm
- Harlingvlietdam
Auf der Mole stehen ein paar Hobbyornithologen mit Spektiven und Kameras mit Teleobjektiv. Es gibt ein paar See- und Watvögel zu beobachten. Und Stockenten, Enten sind hier ebenfalls überall, wo Wasser ist, also überall.
- Möwen und Austernfischer
- Austernfischer und Enten
- Stockenten
- Möwen und Stockenten
- Austernfischer
- Kormorane
Unser Ziel für die Überrnachtung heute ist Ouddorp. Der Stellplatz ist etwas spießig, aber die Auswahl ist hier nicht so groß, da will ich nicht meckern.
Erste Amtshandlung: Wäsche waschen. Und da wir keine bessere Möglichkeit haben, die Wäsche auch aufzuhängen, muss Bert herhalten. Gewaschen werden die Sachen mit Flüssigseife, ich hoffe, das klappt. Denn Waschmittel ist hier in den Niederlanden exorbitant teuer. Eine Flasche Flüssigwaschmittel von einem namhaften Hersteller kostet hier 12 bis 15 Euro, die günstige Eigenmarke 10 Euro. Ich war so geschockt, dass ich vergessen habe, die Preisschilder zu knipsen. Aber ich habe Screenshots erstellt (Albert Heijn vs. REWE).
- Niederlande
- Deutschland
Nach dem Wäschewaschen gehen wir noch eine Runde spazieren, ich will an den Strand.
- Fahrt zum Stellplatz
- Wäsche aufgehangen
- drive-in Camperpark
Die Werbung für den Park suggeriert Dank des stilisierten VW T1, dass es hier eher klein und gemütlich ist. Tatsächlich ist der Platz eher steril, gepflegter Rasen, ein paar maximal hüfthohe Sträucher. Und von uns abgesehen steht hier ausschließlich Weißware rum. Also eher ein Spießerplatz.
Wir gehen auch heute wieder am Strand spazieren. Natürlich tun wir das, das ist schließlich ein Nordseestrand.
- Dünenlandschaft
- Halo
- Leuchtturm
Vom Strand aus kann man den riesigen Rotterdamer Hafen sehen, der ist ja nicht weit. Am Strand ist - abgesehen von ein paar Gänsen und Möwen - nichts los. Aber es muss mal jemand dagewesen sein und eine schöne Sandburg gebaut haben. Muscheln findet man allerdings auch keine, außer den Schwertförmigen Scheidenmuscheln, die gibt es zu Hauf.
- Gänse
- Möwen am Strand
- Plattform
- Sandburg
- Muscheln
- Gefährliche Strömung
Für den Rückweg nutzen wir den Weg oben auf den Dünen. Die Sonne geht langsam unter und es bietet sich ein spannendes Panorama.
Auf der Landseite des Deichs tummeln sich allerlei Vögel und Hasen bzw. Kaninchen.
- Kaninchen
- Stare
- Elstern
- Elster
- Hase
- Kiebitz und Fasan
Die Sonne geht unter und malt schöne Farben auf den Himmel und alles, was darunter ist. Als wir an einer Kuhweide stehen, um den Sonnenuntergang zu knipsen, kommen vier Kühe angetrottet, um uns in Augenschein zu nehmen. Wir gehen weiter, bevor noch mehr kommen.
- Kühe
- Schattenselfie
- Sonnenuntergang
Zum Schluss noch ein Bild für meine Bushaltestellen-Galerie. Ich habe hier in den Niederlanden bisher noch keine schönen oder besonderen Bushaltestellenhäuschen gesehen. Alle sind ziemlich schlicht mit Verglasung und Sitzbänken, ähnlich wie die hier abgebildete nur etwas moderner. Warum diese nun in den Blog darf, liegt in erster Linie an der Sparversion. Mehr als eine Person passt da doch gar nicht rein. Aber das passt immerhin zu unseren Beobachtungen bisher: Zu Fuß geht hier kaum einer. Die Niederländer fahren entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Auto.
- Bushaltestelle
Leider haben wir vergessen, den Tacho zu knipsen. Heute sind wir ungefähr 60 Kilometer gefahren. Den GPX-Track in der Karte gibt es am Ende des Beitrags.
Tag 14: Brouwersdam, Oosterscheldekering und der Strand von Groede
Montag, 29. September 2025
Erwartungsgemäß war es auf dem Spießer-Stellplatz sehr ruhig und wir haben wunderbar geschlafen.
Im Sanitärgebäude zeigte sich ein anders Bild als auf dem Platz. Als der Herr Lebensabschnittsgefährte duschen geht, wird gerade noch gereinigt. Als ich zwei Stunden später duschen gehe, sieht es da drin schon wieder aus wie Sau. Die Böden und Ablagen in den Duschkabinen sind patschnass, die Böden in den Toiletten sind nicht nur nass, sondern auch dreckig (nein, ich will nicht wissen, was das ist), und auch auf der Ablage vom Waschbecken steht das Wasser, Müll ist neben den Mülleimer geworfen usw.
Das ist bisher der teuerste Stellplatz auf der Reise, gleichzeitig auch der deutscheste (fast alle hier sind Deutsche) und der mit den dreckigsten sanitären Einrichtungen.
Aber was soll’s wir fahren ja jetzt. Die Wäsche vom Auto ist schon reingeholt, der Frosch sitzt auf seinem Platz, der Mann ist abfahrbereit, es geht los.
- Bert vor der Abfahrt
- weiße Kühe
Wir setzen unsere Tour zu den Deltawerken fort. Das nächste ist der Brouwersdam. Der Damm ist sechs Kilometer lang, das Wasser war an der Stelle bis zu 30 Meter tief. Das sind schon beeindruckende Zahlen, auch wenn der Damm selbst eher unspektakulär aussieht.
- Brouwersdam
Zusammen mit dem Damm wurde etwa in der Mitte eine künstliche Insel aufgeschüttet, mit einem Feriendorf und einem schönen Sandstrand versehen. An dem Strand gehen wir ein bisschen spazieren.
Der Strand ist in einen Teil für Sport und einen ruhigen Teil zum Schwimmen und Plantschen mit Hilfe von Bojen unterteilt, damit sich Kitesurfer und Schwimmer nicht in die Quere kommen.
- Strand
- Spaziergänger mit Hund
- Muschel mit Salat
- Muschel ohne Salat
- Strand mit Bojen
- Bojen zur Trennung der Bereiche
Vom Brouwersdam bis zur Oosterschelde ist es nicht weit.
Das Oosterscheldekering ist für mich neben dem Maeslantkering das beeindruckendste Bauwerk der Deltawerke. Mit einer Länge von neun Kilometern schützt es die Oosterschelde vor der Nordsee. Innerhalb einer Stunde können die Sturmfluttore geschlossen werden und das dahinterliegende Land vor Überflutung schützen.
Auch hier gibt es in der Mitte eine künstliche Insel: Neeltje Jans, benannt nach einem Boot, das auf der Sandbank gestrandet ist. Wir stranden zwar nicht auf der Insel, legen aber beim dortigen Imbiss an.
Bei Jans an der See gibt es einen Burger für den Herrn Lebensabschnittsgefährten und eine Krokette für mich. Außerdem teilen wir uns eine Portion Pommes. Ich kann ja nicht so viel essen. Anschließend gibt es noch ein Eis.
- Bij Jans aan Zee
- Burger, Kroket, Friet
- ijsje?
Dann gucken wir uns den deutlich beeindruckenderen südlichen Teil des Oosterscheldekering an.
Das letzte Photo knipse ich vom gegenüberliegenden Ufer im Vorbeifahren.
Wir fahren Richtung Middelburg und Vlissingen. Eigentlich hatte ich vor, dort mit der Fähre über die Westerschelde überzusetzen. Die ist als einzige nicht mit einem Damm bzw. Sperrwerk versehen, da sie die Zufahrt zum Antwerpener Hafen ist. Jedenfalls habe ich unterwegs festgestellt, dass die Fähre zwischen Vlissingen und Breskens nur für Fußgänger und Radfahrer ist.
Wir überlegen noch kurz, in Vlissingen über Nacht zu bleiben und morgen Fahrräder zu mieten, verwerfen den Gedanken aber wieder, da der Punkt, den wir auf der nächsten Halbinsel noch sehen wollen, zu weit weg ist.
Also nehmen wir den Weg durch den Westerscheldetunnel. Der ist 6,6 km lang und bis zu 60 Meter unterhalb des Meeresspiegels.
- Tunneleinfahrt
- Eisenbahnbrücke
Beim Strandcamping Groede gibt es auf dem Parkplatz ein paar Stellplätze für Camper, die keine Campingplatz-Infrastruktur benötigen. Auf einem davon quartieren wir uns ein.
- Flauschiger Nachbar
- Stellplatz
Später gehen wir natürlich noch an den Strand. Das ist schließlich unser letzter Abend an der Nordsee, anschließend geht es weiter ins Binnenland und in wenigen Tagen auch schon wieder nach Hause.
Bei der Gelegenheit lernen wir den Nachbarn kennen, der schon seit einiger Zeit unablässig meckert. Was genau er rumpalavert, während der vorwärts marschiert, wissen wir nicht. Ab und zu dreht er sich um, blökt den Hintermann an und geht dann weiter.
- Meckernder Nachbar
- Halo
Unser nächstes Highlight habe ich vorhin beim Kaffee auf der Karte von OSMand gefunden: ein Fährhafen. Das hat doch ein paar Fragezeichen in meinem Kopf aufpoppen lassen. Da will ich hin!
- Screenshot OSM
- Hängebrücke
Allerdings gehe ich unter keinen Umständen über diese Hängebrücke. Die ist viel zu wackelig und vermutlich von Millionen von Mücken bewacht. Never ever! Der Herr Lebensabschnittsgefährte geht zwar ein paar Schritte drauf, lässt es dann aber aufgrund Sinnlosigkeit sein. Viel sehen wird man dort eh nicht, weil das Schilf so hoch steht.
Wir gehen einen etwas weiteren Weg und landen dann doch noch im “Fährhafen”. Dabei handelt es sich um eine Handseilfähre. Allerdings kann man die derzeit nicht nutzen, weil der Tümpel ausgetrocknet ist.
- Zugang zur Fähre
- Ausgetrockneter Tümpel
- Das Ende des Stegs
- Am Ende des Stegs
- Blick zurück
- Die Handseilfähre
Wir gehen um den Tümpel herum zur anderen Seite der Handseilfähre, wo wir dann noch das eigentliche Gefährt knipsen, außerdem eine Teichralle auf der Suche nach dem Teich und zwei Kaninchen.
- Teichralle
- Kaninchen
Wir gehen weiter zum Deich und den Dünen. Dort steht sogar eine Hängematte in den Dünen für jeden nutzbar. Aber dazu habe ich keine Lust, ich möchte lieber am Strand spazieren gehen.
- Stairway to heaven
- In Nieuwvliet
- Hängematte
- Strand
- Sanderlinge
- Untergehende Sonne
Wir gehen am Strand zurück bis zur Höhe unseres Stellplatzes. Dort ist, was wir vorher nicht wussten, ein Restaurant mit Außerhaus-Eisverkauf. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen, ich knipse die Deko und wir kaufen uns ein Eis.
- Schreibmaschine Rheinmetall
- Eis
Zurück im Camper lassen wir den Abend ruhig ausklingen. Außer uns steht nur ein weiterer Camper auf dem Parkplatz, ansonsten sind wir hier alleine und es ist sehr ruhig.
Etwa 125 Kilometer sind wir heute gefahren. Der Tachostand ist von zwei Tagen, denn gestern haben wir vergessen zu knipsen.
- 187 km
Karte
Auf der Karte sieht diese Reiseabschnitt so aus:
