Westlichster Punkt der Niederlande und Deltawerke zweiter Teil
Wir fahren zum westlichsten Punkt der Niederlande. Anschließend geht es wieder Richtung Norden über Brücken und Dämme und wieder zurück nach Süden bis zum Bather Siel. Zwischendurch schlendern wir durch Zierikzee und essen Poffertjes.
Tag 15: Der westlichste Punkt, die Zeelandbrug, Zierikzee sowie Grevelingendam und Philipsdam
Dienstag, 30. September 2025
Gestern habe ich ein Schneckenhaus vom Strand mitgenommen. Ich dachte, das sei leer. Zusammen mit den Muscheln, die ich gesammelt habe, liegt es in dem Holzkasten auf der Ablage, in dem auch unsere Ladekabel untergebracht sind. In der vergangenen Nacht hörte ich Geräusche aus dem Holzkasten, wie ein leises Klopfen. Es stellt sich heraus, dass die Schnecke noch lebt und ihr Haus anhebt und wieder fallen lässt, also tatsächlich “klopft”.
Das kann so natürlich nicht bleiben, das arme Tier wird in die Freiheit zurückgebracht und wir machen uns auf den Weg zum westlichsten Punkt der Niederlande.
- Straße nach Retranchment
- Schotterstraße entlang der Grenze
Der westlichste Punkt liegt nicht, wie manche vielleicht denken, irgendwo an der See. Ich dachte das bisher auch. Er liegt aber im Landesinneren, südlich von der Küste im Grenzort Sint Anna ter Muiden. Wenn man es ganz genau nimmt und den Karten-Apps trauen kann, liegt er in einem Gebäude am Straßenrand. Da wir aber nicht dort klingeln und fragen wollten, ob wir mal knipsen dürfen, haben wir uns mit den Grenzschildern und dem Grenzstein begnügt.
- Grenze nach Belgien
- Belgischer Grenzstein mit fraglichem Gebäude
- Grenze in die Niederlande
Nachdem wir diesen Punkt von unserer Bucketlist streichen können, widmen wir uns dem nächsten Ziel, dem Zandkreekdam, der ebenfalls ein Teil der Deltawerke ist. Aber erst müssen wir durch den Westerscheldetunnel zurück.
- Abzweig zu den Philippinen
- Tunnelmaut
- Westerscheldetunnel
Vor dem Damm ist ein kleiner Badestrand, an dem wir zunächst Halt machen für ein paar Photos. Hier steht auch ein Gedenkstein zum Dammabschluss.
- Badestrand neben dem Damm
- Gedenkstein
- Hier wurde der Damm am 4. Mai 1960 geschlossen
Dann fahren wir auf den Damm und halten noch einmal kurz vor der Schleuse.
- Zufahrt auf den Damm
- Damm mit Klappbrücke und Schleuse
- Klappbrücke
- Schleuse
- Spur für Trecker
- Brückenanlage mit Vogelschwarm
Das nächste Bauwerk ist die Zeelandbrug. Die gehört nicht zu den Deltawerken, sondern ist “nur” eine Brücke über die Oosterschelde. Mit ihren über fünf Kilometern Länge ist sie aber durchaus knipsenswert. Von der Fertigstellung 1965 bis zum Jahr 1972 war sie die längste Brücke Europas.
- Zufahrt Zeelandbrug
- Zeelandbrug
- Klappbrücke
Nach so viel Tunnel, Damm und Brücke gibt es jetzt wieder einen Stadtspaziergang. Am Parkplatz von der Zeelandbrug wurden wir auf Zierikzee aufmerksam, das einen historischen Stadtkern hat. Und da fahren wir hin.
- Zuidhavenpoort
- Nieuwe Haven
- Fußgängerklappbrücke
- Noordhavenpoort
- Oude Haven
- Rathausturm
Auf dem Marktplatz gibt es gerade nur einen einzigen Stand, aber der ist für uns genau das Richtige. Bisher hatten wir noch keine Gelegenheit, Poffertjes zu essen. Das muss dringend nachgeholt werden und zwar jetzt!
- Poffertjesstand
- Poffertjes
So gestärkt bummeln wir weiter durch den kleinen Ort. Und kaufen Postkarten für die Familie.
- Gasthuiskerk
- Einkaufsstraße
- Seitenstraße
In einer Seitenstraße erregt ein Agfa-Schild meine Aufmerksamkeit. Dort gibt es ein kleines Kameramuseum, das aber gerade geschlossen hat.
- Agfa
- Kameramuseum
- Schaufenster
Wir schlendern weiter durch die bunten Straßen Zierikzees, bestaunen ein mit Clogs geschmücktes Haus und kleine Boote als Blumenkästen vor dem alten Kohlenlager.
Zurück gehen wir am neuen Hafen entlang. Schon am Anfang unserer Runde ist mir ein Haus im Hafen aufgefallen, das eine schiefe Fassade hat.
- Schiefe Fassade von der Seite
- Schiefe Fassade von vorne
Dann machen wir uns auf den Weg zu unserem Auto. Zierikzee ist ein recht hübscher Ort und der Ausflug hierher hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Der Weg, den wir heute noch vor uns haben, ist nicht mehr weit. Einen kurzen Stop machen wir noch beim Grevelingendam. Der ist rund 6 km lang und wurde Anfang der 60er Jahre aufgeschüttet. Er ist ebenfalls ein Teil der Deltawerke.
- Klappbrücke der Schleuse
- Grevelingendam
- Grevelingendam
Allerdings ist er auch nicht sonderlich spektakulär, weswegen wir uns hier nicht lange aufhalten. Unser eigentliches Ziel können wir schon sehen, während wir über den Damm fahren: der Philipsdam. Besonders gut ist er zu erspähen wegen des Windparks, der auf der künstlichen Insel in der Mitte des Damms errichtet wurde.
- Philipsdam
- Ampel an der Schleuse
Auf dem Philipsdam ist auch ein kleiner Wohnmobilstellplatz mit Platz für vier Fahrzeuge. Hier wollen wir übernachten. Zunächst hatte ich etwas Bedenken wegen der Windräder, die können nämlich ganz schön unangenehm laut sein. Aber es geht nicht so sehr viel Wind und dieser trägt vor allem den Schall von uns weg.
Hier auf der Insel ist auch ein Aussichtsturm, den wir besteigen. Das Wetter ist bombastisch, der Spaziergang lohnt sich also. Und sogar ich traue mich auf den Turm rauf, die Stufen sind nämlich aus Beton.
- Aussichtsturm
- Blick auf die Schleuse
- Blick auf den Stellplatz
Während wir rauf gehen, öffnet sich gerade die Klappbrücke und ein Schiff mit einem Kran fährt durch. Und der kleine Stell- und Parkplatz lässt sich von oben auch gut überblicken.
- Fahrradstellplatz
- Bert auf Stellplatz
- Knopf drücken = 1 Std. Strom gratis
Auf dem Stellplatz gibt es natürlich einen Fahrradstellplatz. Dort kann man kostenlos sein Fahrrad aufladen, sofern man ein E-Bike hat. Außerdem gibt es für einmal Knopfdrücken eine Stunde Strom gratis im Camper. Wenn man mehr Strom benötigt, ist das vielleicht etwas lästig, aber es ist hier eben komplett kostenlos.
- Weg durchs Grün
- Vogelbeobachtungshütte
Anschließend laufen wir erst ein Stück durchs Grün. Weit kommt man aber leider nicht und bedauerlicherweise gibt es auch keinen schönen Rundgang. Eine Vogelbeobachtungshütte gibt es, aber da sind zurzeit nur Spinnen zu sehen. Also laufen wir zurück und ich will nochmal auf die Brücke und Schleuse gucken. Und ich habe Glück, nach einigem Warten will tatsächlich ein Schiff durch die Schleuse.
- Krammer
- Brücke hochgeklappt
- Frachtschiff Scheldevliet
Wir gehen zurück zum Camper und lassen den ziemlich vollgepackten Tag ausklingen.
139 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren. Die Kartenansicht ist am Ende des Beitrags.
- 139 km
Tag 16: Über den Volkerakdam und den Oesterdam zurück nach Süden bis zum Bather Siel
Mittwoch, 1. Oktober 2025
Das schöne Wetter ist weg, es ist komplett neblig heute Morgen. Weder die Windräder noch der Aussichtsturm sind zu sehen. wir lassen uns Zeit morgens, viel Zeit. Erst gegen 11 Uhr fahren wir los.
- Philipsdam im Nebel
- Windrad im Nebel
- Es klart auf.
Das nächste Bauwerk der Deltawerke ist der Volkerakdam mit Schleuse. Allerdings ist der auch wieder nicht wirklich gut zu sehen. Und da wir heute keine Lust mehr haben, zur Schleuse zu laufen, gibt es nur ein Photo vom Damm und den Schleusentoren von Weitem. Been there, done that.
- Volkerakdam
Die nächste Flutanlage ist da schon interessanter, allerdings nicht viel besser zu knipsen und mit der Drone fliegen darf man hier nicht, denn von oben wäre es sicherlich am spannendsten zu sehen. Um das bzw. die Bauwerke zu erklären, füge ich hier eine Graphik (Quelle: Henk Jan Verhagen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons) ein:
Es gibt zwei Dämme, den großen Oesterdam, der über 10 km lang ist und auf dem eine Schnellstraße verläuft. Und daneben, weiter im Landesinneren die gut vier km lange Markiezaatskade, die Bergen op Zoom vor zuviel Wasser schützt. Dazwischen ist eine Binnenwasserstraße, auf der Schiffe unterwegs sind.
Die Markiezaatskade steuern wir zuerst an. Auf dem kleinen Parkplatz an der Molenplaat stellen wir unser Auto ab und gehen im Naturschutzgebiet spazieren. Da ist es nämlich richtig schön angelegt und auf dem Wasser sind einige Wasservögel unterwegs.
- Weg durchs Naturschutzgebiet
- Weg über ein Feld
- Blick zurück
- Blick zum Oesterdam
- Pferdeweide
- Fahrzeuge auf dem Oesterdam
- Gänse
- Halo
- Wasserstraße zwischen den Dämmen
Bevor wir zum Auto zurückgehen, besuchen wir noch eine Kuhherde. Die sind von unserem Besuch allerdings weniger erfreut und finden uns ein wenig gruselig. Ich glaube, die bekommen nicht so oft Besuch.
Um unseren Weg fortzusetzen, müssen wir über den Oesterdam. Dafür geht es zunächst über die Wasserstraße und durch Tholen.
- Auf der N286
- Tholensebrug
Dann fahren wir auf den Damm. Der ist schnurgerade durchs Wasser gezogen. Links von uns fahren Schiffe zwischen den beiden Dämmen auf der Wasserstraße, die Schelde-Rijnkanaal heißt.
- Zufahrt zum Damm
- Auf dem Oesterdam
- Blick zur Wasserstraße
Auf der anderen Seite des Oesterdams wird es ein wenig unübersichtlich und wir verfahren uns erstmal.
- Oude Rijksweg
- Sperrwerk Zuidervoorhaven
- Autobahn von unten
Die Wasserstraße teilt sich am Ende des Oesterdams, ein Teil bleibt der Schelde-Rhein-Kanal mit dem Sperrwerk oben im Bild. Der fließt weiter in den Hafen von Antwerpen. Der andere Teil der Wasserstraße wird der Bathse Spuikanaal. Der dient zur Entwässerung und fließt in die Westerschelde. Und damit das geordnet abläuft (pun intended), ist am Ende noch die Bathse spuisluis gebaut worden. Das alles ist Teil der Deltawerke, weswegen wir hier überhaupt rumfahren.
- Bathse dijk
- Bathse spuisluis
- Bathse spuisluis
Damit sind wir mit dem Thema Deltawerke durch. Ich habe sie alle gesehen und bin zufrieden. Wir können jetzt ganz entspannt zum Stellplatz fahren und morgen den nächsten Punkt auf der Liste abhaken.
- Bathse brug
- Blick auf Hafen Antwerpen
- Wouwsche Plantage
Auf unserem Weg zum Stellplatz haben wir einen kurzen Ausblick auf den Hafen von Antwerpen, wir fahren durch einen Wald und müssen wegen einer im Bau befindlichen und deswegen gesperrten Straße einen Umweg fahren. Aber dann sind wir endlich da.
- Stellplatz
- mit Pferdeweide
Unser Stellplatz ist auf einer Wiese neben einer Pferdeweide. Besser geht’s kaum. Endlich Füße hochlegen und den Abend ruhig ausklingen lassen. Morgen ist wieder ein Stadtrundgang geplant.
123 Kilometer sind wir heute Tag gefahren.
- 123 km
Karte
Auf der Karte sieht der Trip so aus:
