Von der Wüste ins Adlernest

Im Norden der Insel befindet sich ein weitgehend naturbelassenes Areal, das sie Wüste nennen und nur über eine 4x4-Strecke zu erreichen ist. Danach geht’s in das Adlernest der Balagne, eines des schönsten Dörfer Frankreichs.

Aufgebackenes Baguette und Drohnenflug zum Frühstück

Samstag, 27. Dezember 2025

Der Stellplatz ist super! Es ist total ruhig und die Aussicht aufs Tal ist auch toll.

Mit Hilfe der Heizung backen wir die zweite Hälfte des Baguettes vom Vortag auf. Anschließend schmeckt es wieder vorzüglich.

Nach dem Frühstück geht der Mann zum Besitzer des Stellplatzes, um zu bezahlen, und holt sich die Genehmigung, die Drohne zu fliegen.

Das Grundstück wird auch als Weide für Kühe genutzt. Heute sind leider keine da.

Gegen 09:30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Wir haben ein spannendes Stückchen Land erspäht, das wir unbedingt erkunden wollen. Aber zunächst müssen wir ein Stück durchs Land fahren

Und dann sind wir da, am Abzweig in die Wüste.

Le desert des Agriates

Es ist nicht wirklich eine Wüste, es grünt hier ziemlich üppig und ist recht felsig. Aber es scheint weitgehend ungenutztes Land zu sein. Das Befahren der Wege hier ist nur mit Allrad-Fahrzeugen erlaubt. Es ist auch nicht empfehlenswert, dies ohne ein geeignetes Geländefahrzeug mit Allrad und ausreichender Bodenfreiheit zu versuchen. Entlang der Strecke dorthin sind mehrere Anbieter solcher Fahrzeuge.

Wir setzen schon ziemlich am Anfang einmal übelst auf. Ich habe mich heftig erschrocken, weil das nicht nur laut, sondern auch mehr als deutlich zu spüren war. Ich dachte, es sei etwas kaputt. Aber wir haben nur mit der Stoßstange aufgesetzt und tiefe Spuren im Boden hinterlassen.

Während wir die 4x4-Piste fahren, wird uns wieder klar, dass wir Bert eigentlich gar nicht hergeben wollen. Was sollen wir als Ersatz nehmen?

Strand

Am Ende der Strecke ist ein Parkplatz. Neben dem Parkplatz ist eine Lagune. Dort tummeln sich ein paar Wasservögel.

Vom Parkplatz aus führt außerdem ein schmaler Weg zum Strand. Natürlich wollen wir dort hin.

Mit Kühen hatten wir nun nicht gerechnet. Da wir die beiden nicht stören wollen, kehren wir zeitig wieder um.

Bevor wir zu Mittag essen, fliegt der Herr Lebensabschnittsgefährte noch einmal die Drohne und macht ein paar Bilder vom Strand sowie ein Panorama.

Leider ist im Panorama ein Fehler am Horizont. Da gab es eine Windbö. Da nur an dieser einen Stelle der Versatz ist, binde ich das Bild hier trotzdem ein. Die Gegend ist einfach viel zu schön, um sie nicht zu zeigen.

Auch auf dem Parkplatz tummeln sich Kühe. In Vorbereitung auf die Reise habe ich mehrfach gelesen, dass hier so viele Schweine frei herumlaufen sollen. Bisher haben wir allerdings nur ein paar Ziegen und zahlreiche Kühe gesehen.

Neben uns parkt ein weiterer Ford Ranger. Der Fahrer steigt aus und begutachtet seine hintere Stoßstange. Der hatte wohl an derselben Stelle Bodenkontakt wie wir.

Nach dem Essen treten wir die Rückfahrt an. Die meiste Zeit fährt zwar der Herr Lebensabschnittsgefährte, der hat nämlich an diesen 4x4-Strecken mehr Spaß als ich, die lieber die Kurvenreichen Bergstraßen fährt. Aber für einen kurzen Zeitpunkt tauschen wir, damit der Mann die Drohne fliegen und unser Auto filmen kann. Das ist im Video zu sehen.

Das steilste Stück ist am Anfang bzw. für uns jetzt am Ende der Strecke. Meine Wasserwaagen-App misst 13 Grad Steigung. Ein wenig muss man davon noch abziehen, weil im Auto ja praktisch nichts gerade ist. Das müssten etwa 17 bis 18 % Steigung sein. Laut Plakat an der Einfahrt sind es 10 %. Das halten wir für etwas tief gegriffen. Außerdem zieht sich die Strecke, ein wenig Power braucht das Auto da definitiv, um herauf zu kommen, obwohl dort asphaltiert ist.

Der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Sant’Antonino

Bei der Weiterfahrt erhaschen wir noch einmal einen Blick auf die Küste, bevor wir ins Landesinnere abbiegen.

Unser letzter Sightseeing-Punkt für heute ist das Adlernest der Balagne. Laut Einheimischen ist es das älteste Dorf Korsikas und thront oben auf einem Berg. Es ist auf jeden Fall in der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs, was bedeutet, dass es nicht mit Souvenir-Shops und Gastronomie- und Hotelbetrieben überladen ist. Die Häuser sind bewohnt, es sieht nicht verriegelt und verlassen aus, wie einige Dörfer, die wir hier schon gesehen haben.

Unterhalb vom Ort gibt es einen Parkplatz, dort stellen wir unser Auto ab. Im Ort gibt es nur Fußwege, schmale Gassen und viele Stufen.

Eine halbe Stunde etwa sind wir in dem Ort herumgelaufen und er hat uns ziemlich gut gefallen. Aber da die Sonne bald untergeht, wollen wir uns auf den Weg zum Stellplatz machen. Auf dem Parkplatz steht neben uns ein alter R4, den wohl jemand dort entsorgt hat.

Ein letzter Blick auf Sant’Antonino in der untergehenden Sonne, dann fahren wir weiter Richtung Süden.

Stellplatz

Wir nehmen den kürzeren und vor allem schnelleren Weg durch die Berge. Zwar wären wir lieber an der Küste entlang gefahren, aber da es bald dunkel wird, verzichten wir darauf.

Der Stellplatz, den wir ausgesucht haben, ist in Galéria. Eigentlich ist es ein normaler Parkplatz, auf dem wohl auch Camper erlaubt sind. Momentan sind zwar alle Schilder abgebaut, aber wir stellen uns trotzdem hin. Und da sind wir auch nicht die einzigen.

Der Parkplatz ist terrassenartig angelegt. Wir stellen uns ganz unten hin mit direktem Blick aufs Meer.

Statistik

124 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.

Karte

Auf der Karte sieht das so aus:

Video

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