Römer und Flamingos

Ein Campingplatz mitten in der Natur, Flamingos in einem Naturschutzgebiet und eine Ausgrabungsstätte einer alten Römerstadt.

Campingplatz am Fluss

Dienstag, 23. Dezember 2025

Es hat die ganze Nacht geschüttet. Ich möchte nicht wissen, wie die Straße, die wir gestern gefahren sind, jetzt aussieht. Wir lassen uns morgens Zeit mit dem Frühstück, bis der Regen nachlässt.

Unser Nachbar ist ebenfalls rot und hat ein paar beeindruckende Features, ist allerdings unbewohnt. Und weiter hinten auf einem der Stellplätze steht sogar noch ein bewohntes Wohnmobil.

Der Campingplatz liegt eigentlich mitten im Nichts bzw. in einem Wald und am Fluss Solenzara. Dieser ist auch ziemlich laut, was wir in der Nacht aufgrund des Regens aber nicht mitbekommen haben. Jetzt gehen wir uns den Fluss mal angucken.

Flussaufwärts ist die Brücke, über die wir gestern Abend gefahren sind. Davor ist ein alter Brückenkopf, auf dem die Rezeption vom Campingplatz ist. U ponte grossu ist der Name des Campingplatzes und heißt “die große Brücke”.

Bevor wir losfahren, entsorgen wir noch unseren Müll und entleeren das Abwasser. Und ich knipse, wie ich das fast immer mache, den Eingang vom Campingplatz. Dann machen wir uns auf den Weg weiter Richtung Norden.

Unser Auto kann anscheinend nicht ohne Fehlermeldung. Diesmal gibt es irgendetwas am Wirkungsgrad des Katalysators zu mäkeln. Da die Motorkontrollleuchte noch nicht an ist, ignorieren wir das vorerst.

Flamingos

im Natura-2000-Gebiet Étang d’Urbino

Unsere erste Station ist ein Naturschutzgebiet mit einer Lagune. Laut Reiseführer machen hier viele Seevögel im Winter Rast. Die Fahrt zum Parkplatz führt über eine holprige Schotter-Schlaglochpiste. Von dort gibt es einen Trampelpfad durch den Wald zum Strand. Heute Morgen habe ich gelesen, dass es hier Taranteln und schwarze Witwen gibt. Jetzt ist mir etwas unbehaglich, wenn ich durch den Wald laufe.

Es ist übrigens ziemlich schwül-warm am Strand. Das Auto hat die Außentemperatur vorhin mit 15 °C angezeigt. Ich finde es unangenehm schwül-warm und möchte gar nicht wissen, wie es hier im Sommer ist.

Vom Strand kommen wir zur Lagune. Dort soll es im Winter viele Seevögel geben. Außer einer spiegelglatten Oberfläche und einem einsamen Kormoran hat die auf den ersten Blick aber nichts zu bieten.

Wir wollen uns schon enttäuscht abwenden und noch ein wenig durch den Wald spazieren gehen, da entdeckt der Mann helle Vögel am bzw. auf dem Wasser. Wir laufen den Weg ein Stück entlang und haben einen tollen Blick auf die Flamingos.

WOW! Noch nie zuvor hatten wir Flamingos in freier Wildbahn gesehen! Wir schauten ihnen eine ganze Weile zu und machten einige Photos. Dann gingen wir weiter den Waldweg entlang zurück Richtung Parkplatz. Wind und Regenfälle der letzten Tage machten das Unterfangen nicht leicht.

Auf dem Parkplatz essen wir erst noch etwas hinten im Auto, dann setzen wir unseren Weg fort. Eigentlich wollte wir eine andere Straße zurück nehmen, aber die wird von einem umgestürzten Baum blockiert.

Wir überlegen noch, ob wir mit Säge und Axt den Baum entfernen sollen. Aber zum einen wissen wir nicht, was uns auf diesem Weg noch erwartet, zum anderen habe ich wenig Lust, den Wald aufzuräumen.

Römersiedlung

Aléria

Aléria war während der römischen Herrschaft die Hauptstadt der Insel. Heute gibt es hier ein Museum und eine große Ausgrabungsstätte, die man besuchen kann.

Vom Parkplatz laufen wir zum Gebäude, in dem es die Tickets gibt. Dabei kommen wir an einem Baum mit Clementinen vorbei. Im Supermarkt habe ich gestern spanische Clementinen gekauft, aber die hiesigen müssen wir unbedingt auch noch probieren.

Im Gebäude beim Ticketverkauf sind Amphoren unter dem Boden und durch Glasscheiben zu sehen. Fort Matra wurde im 14. Jahrhundert von den Genuesen gebaut (und schon mehrfach restauriert).

In die Ausstellung gehen wir nicht, die Museen schließen bald und wir wollen unbedingt die Ausgrabungsstätte sehen.

Vom Ende der Anlage aus hat man einen guten Blick auf Aléria. Außerdem gibt es ein Amphietheater, der Zugang ist allerdings gesperrt. Auf dem Rückweg knipse ich noch einen alten Ofen.

Die Anlage ist ziemlich groß. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Zumindest wenn man alte Steine mag.

Stellplatz

Der ausgewählte Stellplatz für heute ist ein Bauernhof, der Plätze an Camper vermietet. Die Bewertungen sind nicht die besten, aber das betrifft nur die Sanitäranlagen. Da wir die eh nicht nutzen, sind uns die Bewertungen egal.

Der Betreiber ist sehr nett und begleitet uns zusammen mit seinem Hund und seiner Katze zu den Plätzen. Wir stehen zwischen Bäumen und sind die einzigen Gäste. Das ist nicht weiter verwunderlich, morgen ist ja Heiligabend.

Der späte Nachmittag ist dem Verarbeiten von Eindrücken, heißer Schokolade und Weihnachtsplätzchen, lesen und Podcast hören gewidmet. Und wir gehen früh zu Bett in die nächste regnerische Nacht.

Statistik

75 Kilometer sind wir heute gefahren.

Karte

Auf der Karte sieht das so aus:

Video

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