Nonza, Negru und Saint-Florent

Wir verlassen die Nordspitze und fahren an der westlichen Küste des Fingers entlang Richtung Süden. Mäh-fließender Verkehr, eine eingestürzte Brücke und andere Hindernisse kreuzen unseren Weg.

Das Wetter beruhigt sich endlich!

Freitag, 26. Dezember 2025

Beim morgendlichen Blick aus dem Camper: Was ist das? Klarer Himmel! Auch laut Wetter-App ist die Regenphase erstmal vorbei.

Auf unserer Liste steht für heute eigentlich der Aussichtspunkt auf dem Hausberg von Bastia. Von dort soll man einen tollen Blick auf die Stadt und auf die Nordspitze Korsikas haben. Allerdings müsste man vom Parkplatz aus über eine Stunde laufen. Das schaffe ich gar nicht. Und wer weiß, in welchem Zustand die Wege dort jetzt sind. Und da die Bergspitzen noch in den Wolken sind, ist es vermutlich auch gar nicht sinnvoll. Wir canceln die Idee daher und setzen unsere Reise Richtung Süden fort.

Nachdem wir aus dem Tal raus sind, tut sich eine Parklücke vor uns auf, in der wir anhalten, um noch einmal auf Tollare und die kleine Insel, die davor liegt, blicken können.

Wir fahren Richtung Süden, an der Westküste des Fingers entlang. Es gibt viel Geröll auf der Straße, das durch die Regenfälle ausgeschwemmt und auf die Straße gespült wurde.

Nach einer Weile tauschen wir die Plätze. Ich fahre und der Mann knipst. Ich liebe es, diese Straßen, die bergauf und bergab gehen, die vielen engen Kurven zu fahren.

An einem Parkplatz machen wir einen kurzen Photostopp. Vögel fliegen die ganze Zeit immer an der Felskante entlang, dem Mann gelingt ein Photo. Sie wirken wie Schwalben nur etwas größer und ohne die typischen Gabelschwänze. Vielleicht Felsenschwalben? Sicher bin ich nicht.

Dieser Blick die Küste entlang ist einfach grandios!

Der Wasserfall wirkt nicht so, als wäre er dort immer. Das Wasser läuft quer über die Straße. Aber das ist nicht das einzige Hindernis, auf das ich acht geben muss.

Ziegen und andere Hindernisse

Ein Trupp Ziegen ist hier ebenfalls unterwegs. Sie sind aber sehr rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer. Sie beeilen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und in einer Parkbucht traben sie rechts ran, um uns vorbei zu lassen.

Weniger kooperativ sind Bäume und Steine. Die legen sich auf die Straße und bleiben stur dort liegen. Vom größten Steinschlag haben wir allerdings kein Photo, den gibt’s nur im Video zu sehen.

Nonza

Unser erstes touristisches Ziel für heute ist Nonza. Ein Ort oben auf einem Felsen mit 62 Einwohnern.

Der schwarze Strand dort ist eine Attraktion wenn auch im negativen Sinne. In der Nähe gab es bis 1965 ein Asbest-Werk und der Strand ist der Abraum, angeblich ungiftig, definitiv unschön.

Wir machen uns auf den Weg runter zum Strand. Der Weg ist ein wenig abenteuerlich - zumindest für Leute mit Höhenangst. Zu meiner linken geht es steil nach unten ohne Geländer. An Stellen, wo die Stufen zu hoch sind, wurde dies mit Paletten ausgeglichen. Laut Wikipedia sind es 1000 Stufen, die nach unten führen.

Leider ist dieser Weg zurzeit eher Bach als Spazierweg. Daher kommen wir hier nicht weit und gehen wieder hoch. Dabei hatte ich doch meinen ganzen Mut zusammengenommen, um diese Stufen herunter zu gehen.

An der Weggabelung, an der wir umkehren müssen, ist eine Quelle, die Fontaine de Sainte-Julie.

Middach in Negru

Fürs Mittagessen finden wir einen schnuckeligen kleinen Ort am Wasser. In dem Ort ist nichts los, vermutlich sind hier nur Ferienwohnungen oder die Bewohner sind über Weihnachten ausgeflogen. Dadurch sind immerhin alle Parkplätze frei.

Erstmal gibt’s Essen, wir haben Hunger. Anschließend gehen wir noch ein wenig am Strand spazieren. Das Mittelmeer ist noch ziemlich aufgewühlt.

Einkaufen mit eingestürzter Brücke

Der Herr Lebensabschnittsgefährte fährt jetzt wieder und ich bin mit intensivem Gucken und Staunen beschäftigt. Allerdings ziehen jetzt auch wieder Wolken auf.

Wir müssen einkaufen, wir brauchen Wasser. Ich mache in der Navigations-App einen Supermarkt in Saint-Florent ausfindig, da fahren wir hin.

Kurz vor dem Supermarkt, ich kann die Leuchtreklame schon sehen, werden wir von der Straße auf einen Parkplatz umgeleitet. Wir nutzen die Gelegenheit, um unser Auto abzustellen.

Auf dem Weg zum Supermarkt sehen wir dann, was los ist: Die Brücke im Ort ist eingestürzt! Das ist natürlich die Attraktion im Dorf, ganz viele Leute stehen und gucken, knipsen die eingestürzte Brücke und filmen die Aufräumarbeiten. So etwas sieht man ja (glücklicherweise) auch nicht alle Tage.

Stellplatz

Wir überlegen, wie es weitergeht. Eigentlich habe wir für heute genug im Auto gesessen und beschließen, den nächsten Platz anzusteuern. Der ist mal wieder total cool. Eine riesige Fläche mit Bewuchs, wird vom Besitzer wohl auch als Weide für Kühe benutzt. Es gibt einen Bereich, in den sich die Camper stellen können. Es ist fast nichts los, wir finden problemlos einen Platz.

Die Aussicht aus dem Fenster ist grandios!

An der Einfahrt hing eine Tafel mit der Telephonnummer des Platz-Eigentümers. Aber der ist nicht zu erreichen. Wir wissen noch nicht, wie das mit der Bezahlung läuft. Später klingelt das Smartphone vom Lebensabschnittsgefährten, aber die Verbindung hat leider nicht geklappt. Wir werden es wohl morgen früh nochmal versuchen.

Statistik

71 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.

Karte

Auf der Karte sieht das so aus:

Video

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