Bis zur schwedischen Grenze
Wir waren wieder früh wach aber gut ausgeruht. Auf dem Wanderparkplatz, auf dem wir standen, war wenig los, nur ein paar Hundespaziergänger am Morgen.
Der Weg hinter dem Auto lud auch ein zum Spazierengehen, aber leider fehlte die Zeit und außerdem regnete es.
Man sieht oft die Reste von Häusern herumstehen in Norwegen. Ich frage mich dann immer, ob das niemanden kümmert, die Grundstückseigentümer zum Beispiel.
Um neun Uhr ging es los. Und wir starteten spontan auch wieder einen Stream.
Wir fuhren zunächst wieder die E6 entlang.
Einen Elch haben wir leider nicht gesehen, obwohl die Chancen wohl recht gut standen.
Einen Teil dieser Strecke kannten wir noch gar nicht. Bei unseren bisherigen Touren sind wir entweder von Bodø mit der Fähre auf die Lofoten oder südwärts von Lødingen nach Bognes gefahren. Der Teil der E6 zwischen Bognes und Narvik oder eben nun mit einem Stück 827 dazwischen war Neuland für uns. Sehr hübsches Neuland.
Allerdings nahm der Stream ein jähes Ende, als wir in Drag an der Fähre strandeten. Die Überfahrt von Bognes nach Skarberget war gesperrt und wir mussten von Drag nach Kjøpsvik übersetzen. Die Wartezeit, bis die Fähre kam, betrug noch etwa 30 Minuten und die Überfahrt sollte 40 Minuten dauern. Das war für den Stream zu uninteressant, daher beendeten wir ihn.
Ich vertrieb mir die Wartezeit unter anderem damit, die nächste Tankstelle mit AdBlue-Zapfsäule zu finden. Shell schied schonmal aus, nach Südnorwegen würden wir sicherlich nicht fahren.
Wir machten uns auf die Suche nach einem Rastplatz, wir hatten Hunger.
Tatsächlich fanden wir auch recht bald einen.
Die Aussicht beim Essen war nicht die allerschlechteste.
Aber das absolute Highlight, das uns sogar vom Essen abhielt, war ein Adler, der fast über uns kreiste.
Wir waren begeistert - und immer noch hungrig, daher gab’s dann erst einmal etwas zu essen.
Wir fuhren über die Kjerringstraumbru.
Wir sahen die ersten Rentiere und auch ein paar Reiher am Wegesrand stehen, aber mit dem Knipsen hatte es - wieder einmal - nicht geklappt.
In Narvik tankten wir noch einmal. In Schweden war Diesel noch teurer als in Norwegen, daher lohnte es sich, den Tank noch einmal zu füllen, bevor man die Grenze passierte. Weit war es ja nicht mehr. Die AdBlue-Säule ist in einem beheizten Schrank. Das Zeug mag Kälte ja nicht sonderlich. Und so piepste der Schrank auch ein empörtes “Tür zu!”, als der Herr Lebensabschnittsgefährte etwas zu lange benötigte, um die Technik in Augenschein zu nehmen.
Auf der E10 war auch endlich wieder Winter.
Die Landschaft war in diesem Zustand wesentlich reizvoller als im vergangenen Jahr im Sommer.
Nach ein paar Minuten kamen wir an den letzten etwas größeren Parkplatz vor der Grenze. Dort wollten wir übernachten.
Wir hatten es nun tatsächlich nicht mehr weit, wir hätten auch zu Fuß gehen können.
Es regnete seit einer Weile schon ununterbrochen. Wir überlegten, ob wir noch etwas spielen sollten, aber dann entschied ich mich, mir die Haare zu waschen. Da wir nur einen kleinen Spucknapf als Spül-/Waschbecken haben, gestaltet sich das ein wenig aufwendig mit Plastikschüssel und Wasser aus einer 0,5-Liter-Flasche. Meine Haare sind kurz, ich benötige nicht viel Wasser. Getrocknet habe ich sie mit Hilfe des Ausströmers von der Heizung.
Nach der Haarwäsche, die aufgrund der Umstände ein wenig Zeit in Anspruch nahm, gab es Abendbrot. Der Herr Lebensabschnittsgefährte hatte seit dem Vortag eine neue Marotte: Wasser kochen ohne Wasser. Es war ihm nun schon zum zweiten Mal passiert, dass er den Kessel auf den Kocher stellte und vergessen hatte, zuvor Wasser einzufüllen. Er wird doch nicht tüddelig werden …
Da wir recht müde waren, gingen wir ziemlich zeitig zu Bett.
Zum Abschluss folgen hier nun die Galerie des Herrn Lebensabschnittsgefährten und anschließend die Statistik.
278 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.
Auf der Karte sieht das so aus:

















